Autark im Camper – Welches Stromkonzept passt zu dir

Autark im Camper –
Welches Stromkonzept passt zu dir

Autarkie ist das Zauberwort für Camper und Wohnmobilfahrer, die die Freiheit des mobilen Reisens nicht unbedingt in einer Campingplatzparzelle suchen. Abseits der dort vorhandenen Infrastruktur sein Lager aufzuschlagen bedeutet jedoch auch selbst dafür zu sorgen, dass z.B. der Strom nicht ausgeht, statt das Reisemobil einfach an die Ladesäule anzuschließen.

Was bedeutet Autarkie eigentlich

Jeden Tag erreichen uns Mails und Anrufe mit der Frage: Wie mache ich meinen Camper autark?

Gemeint ist dabei meist das Stromkonzept, denn nicht im Dunkeln zu sitzen, Lebensmittel im strombetriebenen Kühlschrank frischzuhalten und das Handy laden zu können, sind elementare Anforderungen an das Reisemobil.

Wie autark kann man sich unter welchen Umständen also machen und was braucht es dafür?

Obwohl (oder gerade weil) wir im Verlaufe dieses Artikels zu dem ernüchternden Schluss kommen werden, dass stromautarkes Reisen mit dem Fahrzeug in manchen Situationen ziemlich schwierig ist, möchten wir noch etwas Weiteres zu bedenken geben:

Beachte bei der Planung deines Fahrzeuges, dass die Autarkie oft gar nicht vom Strom, sondern von ganz anderen Dingen begrenzt wird. Man kann dabei eher von autarken Phasen sprechen. Das betrifft die Verfügbarkeit frischer Lebensmittel zum Beispiel. Auch ohne dass dem Kühlschrank der Strom ausgeht, ist das Gemüse irgendwann verschrumpelt und sämtliche Haltbarkeitsdaten abgelaufen – oder der Kühlschrank ist einfach leergefuttert.

Die Kapazität der Frischwassertanks ist ebenfalls ein häufig begrenzender Faktor, sowie die Auffangmöglichkeiten für das Abwasser. Belastet mit Spül- oder Pflegeprodukten, sollte dies selbstverständlich an einer entsprechenden öffentlichen Einrichtung und nicht in der Natur entsorgt werden.

Es ist also wenig sinnvoll, 10.000 Euro zusätzlich in Stromautarkie für längeres Verweilen auf den Traumplätzen zu investieren, wenn dich andere Ressourcen sowieso zum Fahren und „in die Zivilisation“ zurückzwingen, um z.B. einzukaufen.

All das und noch mehr, z.B. ein persönlicher Vorrat an benötigten Medikamenten, ist natürlich auch „Autarkie“ und selbstverständlich kann man auch hier an diversen Stellschrauben drehen.

In diesem Artikel soll es jedoch explizit darum gehen, wie du (möglichst) strom-autark werden kannst.

Strom-autark sein

Wenn wir nicht auf den Anschluss an Landstrom angewiesen sein wollen, bedeutet das entweder

  • wir müssen den benötigten Strom für die „autarke Zeit“ in Form voller Batterien mitbringen, oder
  • den Strom, den wir verbrauchen, müssen wir selbst irgendwie erzeugen, um die Batterien wieder auffüllen.

Mit moderner LiFePO4 Akkutechnik, einer großen, mitgeführten Kapazität in Form mehrerer Batterien oder ganzer Batteriebänke (Achtung, preisintensiv!) bei gleichzeitig gering gehaltenem Verbrauch, ist Unabhängigkeit ohne eigene Stromerzeugung für begrenzte Zeit gegeben. Autarkie erreichen wir damit jedoch nicht, denn der Vorrat an Energie, den wir von Zuhause mitnehmen können, ist endlich – und endlich bedeutet nicht autark. Schaffen wir es nicht, den Strom, den wir verbrauchen, auch wieder aufzufüllen, sind selbst die besten Batterien irgendwann leer.

Begrenzt wird diese Art der Unabhängigkeit vom vorhandenen

  • Budget für die Anschaffung der Batterien,
  • vom Einbauplatz im Fahrzeug und dem
  • zugeladenen Gewicht, denn Akkus sind schwer.

Umgekehrt können wir eine gewisse Autarkie selbst vollkommen ohne Bordakku erreichen.

Welche Möglichkeiten der Stromerzeugung bieten sich an

Im Camper stehen uns verschiedene Optionen der Stromerzeugung zur Verfügung. Jede davon hat ihre Vor- und Nachteile und funktioniert unter bestimmten Bedingungen besser oder schlechter. Wir werden sehen, dass daher eine auf den persönlichen Bedarf und die bevorzugten Reiseziele abgestimmte Kombination an Systemen immer am sinnvollsten ist.

Wie viel Gewicht bei der Dimensionierung der Gesamtanlage auf welches System gelegt wird, richtet sich nach dem individuellen Reiseverhalten und kann auf dieses abgestimmt und berechnet werden. Unsere Techniker sind darauf spezialisiert und helfen dir gerne dabei, wenn du eine elektrische Anlage planst (mehr zu unserem Beratungsangebot).

Die wichtigsten Optionen sind:

Solar

Eine Solaranlage stellt kurzgesagt die beste Möglichkeit der Stromerzeugung für autarkes Campen oder auch Wohnen dar. Einmal angeschafft, fallen hierbei keinerlei nachträgliche Kosten für den Betrieb an und die Anlage arbeitet sauber, selbstständig, geräuschlos und ohne weitere Betriebsmittel oder Abgase.

Nicht umsonst ist eine Solaranlage die effizienteste Möglichkeit der persönlichen Energiewende und wenn es um die Nachhaltigkeit von Wohnhäusern geht ganz vorn mit dabei.

„Die Sonne schreibt keine Rechnung“, wie Techniker Lars so schön zu sagen pflegt.

Nachteil: Keine Sonne – kein Strom.

8 x 180 Wp black tiger Hochleistungs-Solarmodule für ein auf Solarenergie basierendes Stromkonzept. Ladebooster und Landstromanschluss ergänzend.

Ladebooster / b2b Lader

Die Bordbatterie kann durch das Fahren des Fahrzeugs geladen werden. Ein b2b Lader versorgt dabei die Batterie mit Strom, der von der Lichtmaschine erzeugt wird. Praktisch, gerade wenn keine Sonne scheint und die Solaranlage wenig Leistung bringt. Nachteil: Um eine Batterie vollzuladen, reicht es nicht, ein paar Minuten im Kreis zu fahren, oder das Fahrzeug ein bisschen im Leerlauf vor sich hinblubbern zu lassen.

Lars berechnet in unserem Video zum Beispiel, dass man, um einen typischen, durchschnittlichen Tagesverbrauch von 1 kWh wieder reinzuholen, in der Regel ca. drei Stunden fahren müsste. Verschiebt man das durch genügend Akkukapazität um drei Tage nach hinten, müsste man also schon 9 Stunden am Stück fahren, um anschließend wieder drei Tage gemütlich an einem schönen Plätzchen stehen zu können.

Integriert man geplante Fahretappen zur Energiegewinnung als Taktik in seinen Reisealltag, kann dies für die stromseitige Autarkie allerdings durchaus eine Lösung sein.

Ein weiterer Nachteil ist jedoch: Die zusätzliche Belastung der Lichtmaschine führt zu mehr Kraftstoffverbrauch, da der Motor durch den Antrieb der Lichtmaschine quasi mehr arbeiten muss. Fazit: Wir müssen mehr Geld an der Tankstelle ausgeben (erreichen also auch keine echte Autarkie, denn wir sind auf die Verfügbarkeit von Kraftstoff angewiesen) und leisten nicht gerade ein Beitrag zu einem kleineren ökologischen Fußabdruck beim Reisen.

Generator

Selbstredend, dass das Stromerzeugen durch einen extra laufenden Motor und ohne dabei wenigstens noch Fahrstrecke zurückzulegen, die oben bereits genannten Nachteile verschärft. Als Verbrenner fossiler Kraftstoffe, mit dazu noch kleinem Wirkungsgrad, ist er keine erstrebenswerte Lösung, sondern eher ein absolutes Notprogramm.

Dazu kommt ein hohes, zusätzliches Gewicht und ein erheblicher Platzverbrauch, sowie das gesonderte Mitführen einer zusätzlichen Kraftstoffmischung. Die entstehende Geräuschbelästigung durch den Betrieb eines Generators spricht ebenfalls gegen den Einsatz eines solchen.

Eine weitere Einschränkung ergibt sich bei niedrigen Temperaturen oder in Höhenlagen. Hier wird der Betrieb von Generatoren schwierig, da die Vergaser einfrieren können und die Kraftstoffmischung nicht an die veränderten Luftdruckbedingungen angepasst wird.

Aus all diesen Gründen sind Generatoren in europäischen Reisefahrzeugen auch nicht sonderlich verbreitet.

Windräder

Ein Windrad kann eine Alternative, oder besser eine Ergänzung zur Solaranlage sein. Herrscht mehr Wind als Sonne, ermöglicht es die Stromproduktion bei stehendem Fahrzeug, wenn die Solaranlage es nicht oder nur teilweise kann.

Leider sind Windräder noch nicht mit dem besten Wirkungsgrad gesegnet und verursachen außerdem ein recht lautes Laufgeräusch.

Brennstoffzellen

Brennstoffzellen ermöglichen uns nicht wirklich Autarkie. Für ihren Betrieb muss reines Methanol mitgeführt werden. Da der Umgang mit Methanol gefährlich sein kann, sind die Brennstoffzellen in der Regel so konzipiert, dass ein einfaches Nachfüllen „aus dem Fass“ nicht unterstützt wird und spezielle Tankpatronen dafür ausgewechselt werden müssen. Je nach Energiebedarf sind diese allerdings auch relativ schnell verbraucht und für eine lange Reise oder längere autarke Phasen, müsste ein nicht unerheblicher Vorrat an Methanol mitgeführt werden.

Eine Brennstoffzelle kann zwar also unsere Akkus laden, doch das Laden der Brennstoffzelle selbst unterwegs ist schwierig, selbst wenn Bezugsquellen für reines Methanol vorhanden sein sollten.

Autark campen – Die Reise bestimmt wie

Wohin wir wollen und wann im Jahr, bestimmt darüber, welche der oben genannten Möglichkeiten für uns die Richtige ist. Da die Bedingungen, unter denen Strom produziert wird, dabei sehr unterschiedlich sind, macht es immer Sinn, die verschiedenen Möglichkeiten miteinander zu kombinieren und diese Kombination in ein passendes Verhältnis zum persönlichen Stromverbrauch und der verbauten Akkukapazität zu setzen.

Ein Beispiel:

Bei einem Reisegebiet von Nord- bis Mitteleuropa und einer Reisezeit zwischen Oktober und März, ist es sicherlich unrealistisch, mit einer Autarkie durch Solarertrag zu rechnen, da der Ertrag in dieser Zeit sehr schlecht ist (siehe dazu unbedingt auch unseren Artikel Wie viel Solar für Camper und Wohnmobil – Einflussfaktoren richtig einschätzen). Ebenso unrealistisch ist es, bei dieser Reise genug Akkukapazität dabeizuhaben, um 10 Tage autark am See stehen zu können und nach Verbrauch einfach alles durch eine Fahretappe wieder aufzufüllen.

Abhilfe kann bei dieser Reiseregion und Jahreszeit ein verändertes Reiseverhalten schaffen. Verkürzte Standzeiten und mehr Fahretappen, bei denen man beispielsweise 2 – 3 Stunden Fahrzeit pro Tag einplant. Ist das Wetter schlecht und bringt keinen Solarertrag, möchte man vielleicht sowieso lieber da hin, wo das Wetter besser ist?

Jemandem, dem es nicht auf Sonne ankommt, sondern mehr auf Wind, weil seine Leidenschaft das Kiten ist, sieht das vielleicht aber schon wieder anders und stellt sich lieber ein zusätzliches Windrad mit aufs Dach.

Solltest du ein echter Winterfan sein und in der kalten Jahreszeit Richtung Nordkap fahren wollen, könnte ein Konzept lauten: Fahren, fahren, fahren, denn mit Solar wirst du hier nichts ausrichten können.
Im Gegensatz dazu kann man bei einer großen Fern- oder Langzeitreise versuchen, dem Sommer hinterherzufahren und Stromautarkie durch ein passendes Timing bei der Planung der Reiseroute aufrechtzuerhalten.

Wie viel Solar für Camper und Wohnmobil man wirklich braucht, erklären Martin und Lars von tigerexped

Was kannst du von einem Solarmodul wirklich an Leistung erwarten und wie viel Solar brauchst du am Ende also auf dem Dach?

Mache mit Lars und Martin eine virtuelle Reise von Norwegen Richtung Äquator, bei der sie realistische Solar-Setups als Beispiele durchdenken.

Autark ist, was du daraus machst

Optionen, die man erst einmal weniger unter dem Begriff Autarkie verbuchen würde, können ebenfalls ein probates Mittel sein. Wer zu wenig Solar hat, um seinen Verbrauch komplett zu decken, aber dazu genügend Akkukapazität, um bei seinem persönlichen Verbrauch zwei Wochen autark zu sein, kann möglicherweise alle zwei Wochen doch mal eine Nacht auf dem Stellplatz nehmen und das Fahrzeug an die Ladesäule hängen. Eine solche Menge an Strom per Lichtmaschine im wahrsten Sinne „reinzufahren“, macht in den meisten Fällen eher wenig Sinn. Außerdem muss nach zwei Wochen wahrscheinlich auch mal Wasser aufgefüllt und abgelassen, eine Waschmaschine genutzt werden oder ähnliches, was die Kosten für die Übernachtung relativiert. Frisch ver- und entsorgt kann es dann wieder in die autarke Freiheit gehen.

Bei aller Liebe zum autarken Campen und Freistehen, ist die Möglichkeit das Fahrzeug an Landstrom anschließen zu können, auf jeden Fall immer noch eine, die man nicht komplett verwerfen sollte.

Den passenden Mix finden

Vor allem die Dimensionierung der Solaranlage auf den persönlichen Bedarf und das individuelle Reiseverhalten, bedarf einer gewissen Erfahrung und der Auswertung vieler Zahlen.

Abgestimmt auf die in dem jeweiligen Fahrzeug genutzten Verbraucher und Reisenden, kann man am Ende ein Optimum herauszuholen, ohne über ein realistisches Ziel hinauszuschießen und völlig unnötig viel zu viel Geld auszugeben. Dazu gehört auch das Erörtern von Wünschen und Erwartungen und diese ins Verhältnis zu Machbarkeit und Kosten zu setzen.

Ist induktives Kochen zum Beispiel unabdingbar? Allein dieser Wunsch ist eine große Hürde auf dem Weg zum (strom)autarken Campen und seine Verwirklichung sprengt so manches Budget.

Lerne in unseren weiterführenden Videos und Artikeln mehr zur Dimensionierung einer Solaranlage.

Unsere empfohlenen Artikel:

Du bist unsicher: Lass dir helfen.

Lars oder einer unserer anderen reiseerfahrenen Techniker ermitteln in einem telefonischen Gespräch gerne deine individuellen Wünsche, schauen, was zu dir und deinem Budget passt und erstellen ein Gesamtkonzept mit aufeinander abgestimmten Komponenten, damit alles sicher funktioniert.

Erfahre hier mehr über unser modulares Elektriksystem und fordere eine kostenlose, unverbindliche Beratung an.


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Geht nicht gibts nicht – Die UFO Entwicklungs-Story

Geht nicht gibt’s nicht –
Die UFO Entwicklungs-Story

„Elektrische Anlagen in Reisefahrzeugen werden immer komplexer, doch Elektrotechnik studiert noch immer nicht jeder.
Selbstausbauer stehen hier vor einer echten Herausforderung, bei der wir helfen wollen.“

Martin Henning – Technische Entwicklung tigerexped

Spätestens seit tigerexped angefangen hat, ein modulares Elektrik-System zu entwickeln,
fällt die von Martin hier angesprochene Problematik in den Teams Kundensupport und Technik immer stärker auf. Zwar sind ein individuell durch den Profi zusammengestelltes Paket an Komponenten und vereinfachte Schaltpläne eine tolle Sache, trotzdem setzt der immer größer
werdende Funktionsumfang heutiger Elektronik, immer mehr (oft nicht vorhandenes) Grundlagenwissen voraus.

Neben fehlendem Know-how sind Zeit- und Platzbedarf die größten Mankos. Der Systemaufbau aus einer Vielzahl an Sammelschienen und Sicherungshaltern, bei dem man sich am Ende noch mit „von-Fall-zuFall-Custom-Lösungen“ behelfen muss, kostet den professionellen Hersteller viele Stunden an Arbeitszeit – und Selbstausbauer den letzten Nerv.

Gute Ansätze zu Ende denken

Natürlich sind wir nicht die Ersten, die in dieser Hinsicht Produktentwicklung betreiben. Der Stromverteiler, der nach intensiven Marktrecherchen in unserem Modulsystem zum Einsatz kam,
leistet zwar eine gute Grundlage, am Ende fehlten uns aber auch hier entscheidende Funktionen, die die Sache erst so richtig sinnvoll machen würden.

Was müsste dieses Produkt, zu Ende gedacht, also können, um ein großes Elektriksystem mit geringstem Installationsaufwand und dazu technisch optimal miteinander zu verbinden?

„Zunächst haben wir also anhand vorhandener Vorbilder einen groben Entwurf skizziert, der alle gewünschten Verbesserungen enthielt und diesen an unseren erfahrenen Entwicklungspartner und Hersteller geschickt.“


… sagt Martin, der sein Know-how als Elektroingenieur genauso in den Entwurf einfließen lassen
konnte, wie die Supporterfahrung des tigerexped Technik-Teams.

Die erste Umsetzung in 3D ließ allerdings keinen Zweifel daran, dass das noch nicht der Weisheit
letzter Schluss sein konnte – eine Innovation an Platzersparnis haben wir mit einem Kasten von 36×24 cm zumindest nicht geschaffen.

Zu sagen „dann geht das halt nicht“, war allerdings keine Option. In den folgenden Monaten lief das CAD für 3D Modelle auf dem Rechner heiß. Man musste das ja irgendwie komprimieren können, ohne an Funktionsumfang zu verlieren.

Und das konnte man auch.

Nach unzähligen Nachtschichten mit Formdesign von Busbars und Verteilung von Kabelanschlüssen, war ein Bauteil mit außergewöhnlicher Gestaltung entstanden. Würden in unserer an rechteckige Komponenten gewohnten Welt, die Reisefahrzeugbauer einem UFO-förmigen Gebilde eine Chance geben? Wer es von der technischen Seite betrachtet, den überzeugen die Vorteile auf jeden Fall sofort und so MUSSTE man es einfach ausprobieren.

Ein großer Schritt der Entwicklung war nun getan. Doch bis das erste TEXU400 (TEX = tigerexped,
U = UFO, 400 = Ampere max.) in einem Reisefahrzeug verbaut werden sollte, war noch ein langer Weg mit Höhen und Tiefen zu bewältigen und Fragen über Fragen zu klären.

Fragen über Fragen

Wie kann ein einhändig zu bedienender Verschluss beschaffen sein, bei dem man keine Einzelteile verlieren kann? Und wie bekommt man beides für die angestrebte ISO-Zertifizierung zur Verwendung in explosiver Umgebung zündgeschützt abgedichtet?

Wie müssen Widerstände und Dioden verschaltet sein, um bei Verwendung mit hohen Spannungen bis 48 Volt, ein Glimmen von LED Anzeigen auf Verbraucherseite zu vermeiden?

Und welcher Spritzgusshersteller kann überhaupt die Fertigung der anspruchsvollen Basisplatte bewerkstelligen?

Die Entwicklung des TEXU400, wir nennen es liebevoll unser UFO, führte bei allen Beteiligten
zu heißlaufenden Verdrahtungen in den Köpfen. Durch stetige Optimierung, die teilweise auch
die Einbeziehung von Herstellungsprozessen aus anderen Bereichen
beinhaltete, wurde der Prozess Schritt für Schritt vorangetrieben.

Tests in der Elektrohölle

Die Produktion erster Prototypen mündete schließlich in umfangreiche Testreihen – und für die
UFOs in der Schreckenskammer für Elektrokomponenten: Dem Backofen.

Es zeigte sich dabei, dass eine simulierte Reisefahrzeug-Elektrokomplettinstallation unter absoluter Maximalbelastung mit höchstem Stromfluss in dieser Größenordnung gar nicht so einfach im Backofen abzubilden ist. Doch auch der Aufwand von über 25 Testreihen, zahlte sich durch teils überraschende Ergebnisse und daraus abgeleiteten Verbesserungen aus.

Versuchsaufbau im „Backofen“
Wärmebild eines im Versuchsaufbau befindlichen UFO-Prototypen

ÜBERRASCHUNGEN BRINGEN OPTIMIERTE LÖSUNGEN

Keiner der entwickelnden Spezialisten hatte beispielsweise damit gerechnet, dass die
Hitzeentwicklung mit und ohne Deckel sich kaum voneinander unterscheiden würde. Statt wie
erwartet der Wärmestrahlung, war der Wärmeleitung in den Kabeln, ausgehend von den
Sicherungen, die größte Aufmerksamkeit zu schenken.

Hotspots galt es für einen sicheren Betrieb des UFOs und der ganzen elektrischen Anlage unter allen Umständen zu vermeiden. Mit den gewonnenen Erkenntnissen wurden deshalb eigene Regeln zur Dimensionierungen von Busbars und Kabelstärken entwickelt. Durch größere als den üblicherweise verwendeten Querschnitten, kann beim Verbau eines UFO somit selbst im Überlastfall leistungsstarker Verbraucher höchste Betriebssicherheit garantiert werden.

Nebenbei führte der Druck von 3D Modellen nicht nur zu Schweißperlen auf der Stirn unserer Finanzbuchhaltung, sondern auch zu der spannenden Erkenntnis, dass bestimmte Ecken und Kanten nicht am digitalen Modell, sondern nur „in der Hand“ erkannt werden können.

NEU, HILFREICH UND AUCH GUTAUSSEHEND

Marktneuheiten wie Shunt-Brücke und MEGA-Sicherung mit doppeltem Anschluss wurden final realisiert – und hübsch aussehen durfte es natürlich auch noch. Ein Mix aus glänzenden und satinierten Oberflächen und z.B. Beschriftungsstickern, die nicht lieblos aufgeklebt, sondern in entsprechende Vertiefungen im Deckel eingelassen werden, machen den Entwicklungsaufwand zwar nicht geringer, aber die Freude am Produkt auf allen Seiten größer.

Den passenden Rahmen bildet das Verpackungsdesign, das ebenfalls so einige Überraschungen bereithalten kann. Mit seinem Gewicht von knapp 3 kg, ließ uns das UFO denn auch mehrfach Hand an der Verpackung anlegen. Schließlich soll diese nicht nur aus nachhaltigen Materialien bestehen, sondern auch dafür sorgen, dass alles wohlbehalten beim Kunden ankommt und die Augen beim Auspacken leuchten. Wer kauft sich schließlich schon gern etwas, das lieblos gemacht aussieht.

Das Auge isst mit“, gilt nicht nur beim Kochen.

Damit der Glanz in den Augen auch nach dem Auspacken nicht verblasst, haben wir uns außerdem viele Gedanken zur Bedienungsanleitung gemacht. Probleme bei der Installation sollten vorhergesehen und dem Kunden so von vorneherein erspart bleiben.

Letztendlich wurde durch das Funktionsdesign des UFO allerdings bereits so viel System-Know how in ein Produkt gegossen, dass üblicherweise auftretende Fehlerquellen bezüglich der Zuordnung von Anschlüssen erst gar nicht mehr vorhanden sind.

Das tigerexped UFO hält inzwischen den kritischen Blicken ob seiner ungewöhnlichen Form stand und überzeugt Fachleute und Kritiker

Der Wegfall von 50% aller Kabelcrimpungen macht das Ganze noch einmal sicherer und bequemer.

Letztlich haben wir mit dem UFO unser Ziel erreicht, professionellen Fahrzeugherstellern und ambitionierten Selbstausbauern die Vorteile zu bieten, die sie von einer echten Zentralelektrik als Herz ihrer Anlagen erwarten dürfen:

Eine schnelle, fehlervermeidene Installation, die auch noch wenig Platz verbraucht und Kosten gegenüber dem Kauf von Einzelkomponenten spart. Dazu ermöglicht die Ausfallkontrolle bei geschlossenem Cover auch für Laien eine deutlich vereinfachte Fehlerzuordnung und dem Hersteller einen unkomplizierten, zeitsparenden Support.

Inzwischen hat sich das TEXU400 zur Lösung der Probleme bei größeren Installationen hervorragend bewährt. Durch die gesammelten Erfahrungen während der ein Jahr lang dauernden Arbeit am Produkt, können wir nun, nach nur der Hälfte der urspünglichen Entwicklungszeit, stolz die Landung des 200er UFO bekanntgeben und so auch den Erbauern kleinerer Reisefahrzeuge die Vorteile der UFO-Reihe zugute kommen lassen.

TEXU400 und TEXU200 im maßstabsgetreuen Größenvergleich

Du hast ein UFO verbaut? Zeig es uns!

Als eines unserer absoluten Herzensprojekte freuen wir uns natürlich besonders, TEXUs in Aktion zu sehen! Wir freuen uns über Bilder eurer Einbauten auf Social Media, die wir natürlich gern auf unseren Kanälen featuren, wenn wir sie durch entsprechende Verlinkung entdecken.

Nutze gerne direkt unseren Kanal tigerexped oder den #rumtigern bei Instagram.

UFO-Intstallation unseres Partners Dominik von Freundship

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Warum brennt eine 100A Sicherung bei 100A nicht durch?

Warum brennt eine 100A Sicherung
bei 100A nicht durch?

Diese gute Frage eines Kunden erreichte uns nach dem Kauf einer unserer Sicherungsautomaten. Trotz des angegebenen Werts von 100A für die Sicherung, löste dieser bei gemessenen 100A nicht aus.

Ist der Sicherungsautomat also kaputt?

Um das zu klären, beschäftigen wir uns jetzt einmal mit Aufbau und Verhalten von Sicherungen, die nach dem thermischen Prinzip arbeiten.

Kurze Begriffsklärung vorab: Sicherung vs. Sicherungsautomat

Unter einer Sicherung verstehen wir gemeinhin ein Einweg-Produkt. Einmal durchgebrannt, ist sie kaputt und muss ersetzt werden.

Ein Sicherungsautomat dagegen brennt nicht durch, sondern löst aus. Er kann mit dem Umlegen eines kleinen Hebelchens wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt und damit dauerhaft und immer wieder verwendet werden. Unsere tigerexped Sicherungsautomaten lassen übrigens auch das manuelle Trennen des Stromkreises zu (das entspricht also dem „ziehen“ einer normalen Sicherung). So kann z.B. gefahrlos im Stromkreis gearbeitet, und dieser anschließend durch das Hebelchen wieder geschlossen werden.

Wie funktioniert eine Sicherung

Eine Sicherung brennt durch (oder löst aus, im Falle eines Sicherungsautomaten), wenn das Bimetall, das sich in ihrem Inneren befindet, warm wird.

Das bedeutet es darf nicht bereits warm sein, wenn die angegebene Amperezahl erreicht wird, sonst könnte die Sicherung dieser Strombelastung (bei der sie noch nicht durchbrennen soll), nicht dauerhaft standhalten und würde viel zu früh durchbrennen.

Um den entscheidenden Temperaturunterschied zu erzeugen, muss also noch mehr Strom fließen.

Zeit vs. Strom

Schaut man in die Datenblätter von Sicherungsherstellern oder, wie in unserem Fall, einfach auf die Packung des von unserem Kunden gekauften Sicherungsautomaten, wird man Tabellen oder Graphen finden, die Zeiten und Ströme angeben.

Dabei ist gut zu erkennen, dass jede Sicherung deutlich mehr aushalten kann, als der auf ihr angegebene Wert. Die aufgedruckte Amperezahl kann teilweise minutenlang um 150 – 200% überschritten werden, bis der Punkt des Durchbrennens erreicht ist, bzw. hält die Sicherung für mehrere Sekunden sogar bis zu 500% des Wertes aus.

Es braucht also regulär eine Überschreitung der Strombelastung über den angegebenen Wert hinaus, was nicht nur zu einer stromtechnischen, sondern auch zu einer zeitlichen Verzögerung führt, bis das Bimetall heiß genug zum Durchbrennen ist.

Es gilt:
Je höher der Strom den angegebenen Wert übersteigt, desto kürzer die Zeit bis zum Durchbrennen.

Dieses Verhalten von Sicherungen ist also völlig normal. Der Sinn dahinter ist, dass sie im Dauerbetrieb bei dem angegebenen Wert noch nicht durchbrennen sollen, sondern erst darüber.

Verhalten von Sicherungen - Temperatur vs. Strom
Verhalten eines tigerexped Sicherungsautomaten – Verhältnis Strombelastung zu Zeit bis zum Auslösen

Könnte eine Sicherung nicht auch punktgenau auslösen?

Nein. Sicherungen, die nach einem thermischen Prinzip arbeiten, können nicht für punktgenaues Durchbrennen oder Auslösen verwendet werden.

Würde man, wie in unserem Beispiel, den Stromkreis bei exakt 100A trennen wollen, müsste eine Strommessung in den Stromkreis eingebaut und auf andere trennende Elemente wie Relais, MOSFET o.ä. zurückgegriffen werden.

Fazit

Eine Sicherung, die nicht exakt bei dem aufgedruckten Wert auslöst, ist nicht kaputt.

Damit sie im Dauerbetrieb nicht zu früh durchbrennt, muss die auf das Bimetall wirkende Hitze erst erhöht werden und dies geschieht durch eine über dem Nennwert liegende Strombelastung. Je höher der Strom dabei über dem aufgedruckten Wert liegt, desto kürzer die Zeit, bis das Bimetall zu heiß und das Durchbrennen ausgelöst wird.

Sicherungen nach thermischem Funktionsprinzip können aus diesem Grund nicht für punktgenaues Auslösen verwendet werden.

In den Datenblättern der Hersteller sind Tabellen und Graphen zum Verhalten der jeweiligen Sicherung zu finden.


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Kabelquerschnitt berechnen – Formel verstehen & Ergebnis beurteilen

Kabelquerschnitt berechnen –
Formel verstehen & Ergebnis beurteilen

Egal, ob du Strom für Geräte und Steckdosen im Camper verlegst, oder Zuhause: Den richtigen Kabelquerschnitt berechnen, ist dabei immens wichtig. Auf der einen Seite gehen in Zeiten steigender Kupferpreise unnötig dicke Kabelquerschnitte richtig ins Geld und bedeuten zusätzliches Gewicht, auf der anderen Seite stellt ein zu dünn gewähltes Kabel ein Sicherheitsrisiko dar.

Hier lernst du selbst zu berechnen, welcher Kabelquerschnitt genau passt und zu verstehen, warum – und aus welchen Gründen es trotz einer Vielzahl an Onlinerechnern wichtig ist, das selbst zu können. Außerdem beschäftigen wir uns damit, wie sich Temperatur und Verlegeart deiner Kabel auf die Stromtragfähigkeit eines Leitungsquerschnitts auswirken.

Hierzu stellen wir dir hilfreiche Tabellen zur Verfügung, welche du im PDF-Format ansehen, sowie herunterladen und ausdrucken kannst.

Und keine Sorge: Das alles ist gar nicht so schwer, wie es sich anhört.

Noch ein Hinweis vorab:

Überprüfe vor der Verkabelung der elektrischen Geräte deines Systems noch einmal deren Anordnung und wie sinnvoll dabei die Kabel zu führen sind. Oft wird damit begonnen, die größten Geräte dem Platzangebot entsprechend zuerst zu montieren, die kleinen füllen dann in die verbleibenden Lücken.

Eine Anordnung nach Funktionsgruppen macht hier wesentlich mehr Sinn, das stellt sich häufig beim Verkabeln heraus.

Dein System ist noch gar nicht komplett?

Wir bieten dir telefonische Beratung inklusive Bedarfsberechnung für deinen persönlichen Anwendungsfall und stellen die erforderlichen Komponenten vom Solarmodul bis zur Sicherung dahingehend passend zusammen – sodass nicht nur der Kabelquerschnitt passt, sondern auch die Komponenten zueinander und deine Anlage zuverlässig und sicher funktioniert.

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Kabelquerschnitt ausrechnen – Der Spannungsabfall

Grundsätzlich ist ein Kabel ein Widerstand. Die von Plus- zum Minuspol durch das Kupfer fließenden Elektronen erzeugen Reibung und können nicht völlig ungehindert durch das Kabel strömen. Je länger und je dünner das Kabel, desto größer ist diese Reibung – der Widerstand wird also mit zunehmender Länge und kleinerem Querschnitt des Kabels größer.

Der Widerstand bewirkt zwei Dinge: Erstens, das Kabel erwärmt sich. Zweitens, ein kleiner Teil der anliegenden Spannung geht verloren. Diese verloren gehende Spannung wird als Spannungsabfall bezeichnet.

Den Spannungsabfall gilt es zu begrenzen. Nicht zuletzt hängt die Funktion vieler Geräte davon ab, dass ein gewisses Spannungsniveau gehalten wird.

Bei empfindlichen Geräten sollte der Spannungsabfall auf maximal 2% begrenzt werden (z.B. Ladegeräte, Solarregler ohne eigene Spannungsmessleitung). Bei unkritischen Geräten, wie etwa einer Lampe oder einer Wasserpumpe, kann man bis zu 4% Spannungsabfall in Kauf nehmen.

Spannungsabfall vs. Kabellänge

Das Kabel muss also dick genug sein, um den Spannungsabfall auf ein gewisses Maß zu begrenzen. Nun haben allzu dicke Kabel zwei echte Nachteile: Sie schlagen richtig auf den Geldbeutel und sind auch noch verdammt schlecht zu verlegen.

Um ein dünneres Kabel nehmen zu können, gibt es dabei nur eine Möglichkeit: Du musst die notwendige Kabellänge möglichst gering halten. Je mehr „Saft“ ein bestimmter Verbraucher zieht, desto wichtiger ist es, diesen möglichst nahe an der Batterie zu platzieren. Ein leistungsstarker Inverter mit 3000 Watt z.B., braucht schon nahe der Batterie ein dickes Kabel, sagen wir mal 70 mm². Bei einer Platzierung weit von der Batterie entfernt, müsste das Kabel also theoretisch NOCH dicker werden, was zu absurden Kabelstärken führt, sowie zu Kabelschuhen, die man kaum noch anschrauben kann usw. In der Praxis sind solche Anwendungen unbedingt zu vermeiden.

MERKE:
Je größer die Leistungsaufnahme des Verbrauchers, desto näher sollte sich der Einbauort an den Batterien befinden.

Die Leistung des Verbrauchers

Die dritte Komponente, die wir neben Spannungsabfall und Kabellänge zur Berechnung des Leitungsquerschnitts berücksichtigen müssen, ist (wie schon angedeutet), die Leistung des Verbrauchers.

Die Angabe der Leistung erfolgt in Watt (W).
Man kann die Leistung in vielen Fällen einfach auf dem Typenschild des Gerätes ablesen und in die entsprechende Formel einsetzen – auf diese kommen wir gleich zu sprechen. Zuvor klären wir aber noch, wie du Watt ausrechnest, wenn die Angabe NICHT auf dem Gerät zu finden ist.

Beispielrechnung: USB-Steckdose

Spielen wir nun einmal ein Beispiel mit einer Aufgabe durch, vor der jeder von uns einmal stehen kann: Der Einbau einer USB-Steckdose.

In unserem Beispiel geht es um eine leistungsstarke USB-Dose mit zwei Anschlüssen, die deine Geräte gleichzeitig mit jeweils 2 Ampere laden kann .

Legen wir los:

Auf der Packung oder dem Typenschild steht:

5 Volt (V) und 2 x 2 Ampere (A)

Die Formel zur Berechnung der Leistung hat jeder vermutlich schon irgendwann einmal gehört. Sie lautet

Leistung (P) = Spannung (U) x Strom (I)

Mit unseren Zahlen für die USB-Steckdose ist die Rechnung also

P = 5 x 2 x 2 = 20 W

Bei voller Belastung würde die Dose damit 20 Watt Leistung ziehen.

TIPP: Sicherheitspuffer einrechnen.
Rechne einen Sicherheitspuffer obendrauf, der Störeffekte und einen damit nicht hundertprozentigen Wirkungsgrad kompensieren kann. Wir veranschlagen hier 20%.

Wir gehen also insgesamt von 24 Watt Leistung aus, denn

20 W x 1,2 = 24 W

Mit wie viel Spannung rechnen im 12 V System

Bevor wir nun unsere Zahlen zum Kabelquerschnitt berechnen in die entsprechende Formel einsetzen, müssen wir uns noch damit auseinandersetzen, dass man auch in einem 12 Volt System nicht einfach immer mit 12 Volt rechnen kann.

Faustregel:
Man rechnet mit der niedrigsten Spannung, die im System auftreten kann, denn bei der niedrigsten Spannung ist der durch das Kabel fließende Strom am größten.

Wie niedrig kann also in einem Camper mit 12V System die Spannung werden? Das hängt damit zusammen, welche Akku-Technik im Einsatz ist. Eine normale Bleibatterie sollte man nicht unter 10,7V entladen, um bleibende Schäden zu vermeiden. Die meisten Unterspannungsschutz-Systeme schalten aus diesem Grund bei diesem Wert (einstellungs- und batterietypabhängig) auch ab.

Wie viel Strom fließt also in einem 12V System bei einer Leistungsaufnahme des Verbrauchers von 24 Watt: Um das auszurechnen, teilen wir Leistung (Watt) durch Spannung (Volt). Leicht festzustellen ist anhand dieser Rechnung, dass eine höhere Spannung automatisch einen geringeren Strom ergibt, also ist es genau richtig, den maximal fließenden Strom auszurechnen, indem wir von der geringsten Spannung ausgehen. In unserem Fall sind das

24 W : 10,7 V = 2,4 Ampere

Spannungsabfall einrechnen

Wie weiter oben bereits festgestellt, ist jedes Kabel ein Widerstand, auf dem uns ein bisschen Spannung verlorengeht. Nehmen wir an, wir möchten uns nicht mehr als 2% Spannungsabfall leisten. Die Rechnung lautet in diesem Fall

2% von 10,7V = 0,214V

Dieser Wert fließt gleich in unsere Rechnung mit ein.

Kabellänge einrechnen

Die Kabellänge setzt sich immer aus dem Hin- und dem Rückweg von der Batterie zum Verbraucher zusammen. Befindet sich der Einbauort der USB-Dose 3 m von der Batterie entfernt, benötigen wir 3 m Plus- und 3 m Minuskabel, die wir beide in die Berechnung mit einfließen lassen. In die Formel für den richtigen Kabelquerschnitt unserer USB-Dose setzen wir also einen Wert von 6 m für die Kabellänge mit ein.

Ein Sonderfall ist das Anklemmen eines Pluskabels von der Batterie zum Verbraucher, während Minus über eine Blechkarosserie abgeführt wird. Die Karosserie ist ein extrem dicker Leiter, weshalb wir einen Spannungsabfall von null annehmen. In diesem Fall wird nur die Länge der Plusleitung für die Berechnung herangezogen.

Leitfähigkeit des Kabels

Das verwendete Leitungsmaterial spielt ebenfalls eine Rolle, denn es gibt Kabel aus Alu, Kupfer oder Eisen, die alle eine unterschiedliche Leitfähigkeit aufweisen. In aller Regel wirst du beim Verlegen von elektrischen Verbrauchern in deinem Camper jedoch Kabel aus Kupfer verwenden, denn alles andere hat im Reisefahrzeug-Ausbau eigentlich nichts zu suchen.

Das vereinfacht uns die Sache, da wir immer mit ein und derselben Zahl arbeiten können. In entsprechenden Leitfähigkeitstabellen ist der entsprechende Wert für Kupfer zu finden und beträgt 58 Siemens (der Wert kann in unterschiedlichen Tabellen leicht variieren, aber indem du dir einfach nur die Zahl 58 merkst, bist du gut beraten). Die 58 steht für alle Kupferkabel, die du jemals im Leben verlegen möchtest fest.

Wichtiger Hinweis zum Kauf von Kupferkabeln:

Kupferkabel ist nicht gleich Kupferkabel. Es sollte eine feinadrige Litze sein. Achte beim Kauf am besten auf die Bezeichnungen FLY oder FLR-Y als Hinweis auf den aktuellen Automotiv-Standard.

Hier geht es zu unserem umfangreichen Kabelsortiment mit hochwertigen FLY und FLRY Kabeln und Installationszubehör

Kurze Zusammenfassung unserer ermittelten Werte

Kabellänge: 6 m
Strom: 2,4 A
Spannungsabfall: 0,214 %
Leitfähigkeit: 58 Siemens

Kabelquerschnitt berechnen – Die Formel

Kommen wir mit unseren zusammengetragenen Werten nun zur „Weltformel des Kabelquerschnitts“: Sie lautet

A = Kabellänge × Stromstärke Leitfähigkeit×Spannungsabfall

und für unsere USB-Dose damit

A = 6m × 2,4A 58×0,214V

Achtung beim Rechnen mit Taschenrechner

Vergiss nicht, das Ergebnis aus der oberen Hälfte des Bruchs durch den kompletten Nenner zu teilen, sonst erhältst du ein falsches Ergebnis!

Rechne also erst 6 x 2,4 und tippe schon mal auf = , um das Ergebnis zu speichern. Tippe dann auf „Teilen durch“ und setze die Rechnung 58 x 0,214 in Klammern, um den korrekten Wert zu erhalten.

Kabelquerschnitt aufrunden

Unserem Ergebnis zufolge brauchen wir ein Kabel mit 1,16 mm² Kabeldurchmesser, um die USB-Dose sicher und mit der gewünschten Leistung, aber nicht zu teuer anschließen zu können.

1,16 mm² ist jedoch keine gängige Kabelgröße und in keinen Laden zu finden. Bei solchen Rechenergebnissen ist es völlig fachgerecht auf die nächste, gängige Kabelgröße aufzurunden. In unserem Beispiel wäre das eine Kabelstärke von 1,5 mm².

Zusammenfassung der Berechnung

Auch wenn wir jetzt viel geschrieben haben, reduziert sich das Ausrechnen des Kabelquerschnitts auf zwei ganz simple Schritte.

Zwei Zahlen kann man sich schon mal grundsätzlich merken, die bleiben immer gleich – nämlich 58 und 0,214. Das Ergebnis aus diesen beiden, 12,412 kann man sich einfach merken und rechnet dann immer einfach Kabellänge x Strom durch 12,412 und schon hat man den Kabelquerschnitt ausgerechnet.

Kabelquerschnitt Rechner

Wenn du dich nun fragst, warum du dir das alles hier überhaupt merken solltest, weil es hunderte Kabelquerschnitt Onlinerechner gibt:

Ja, man kann sich den Kabelquerschnitt ohne selbst auf x oder andere Rechenzeichen drücken zu müssen, von diversen Rechnern im Internet anzeigen lassen. Du solltest jedoch bedenken, dass es im Netz viele Rechner für viele verschiedene Anwendungsfälle gibt. Ist man nicht in der Lage selbstständig zu kontrollieren, was ein im Internet gefundener automatischer Rechner so tut und ob er ein passendes Ergebnis auswirft, sollte man sich darauf einfach nicht verlassen.

Selbstverständlich kannst du einen Onlinerechner benutzen und immer wieder verwenden, wenn er sich dein Vertrauen einmal verdient hat. Kontrolliere zu Beginn in ein oder zwei Stichproben das Ergebnis, um zu beurteilen, ob der Rechner für deine Zwecke taugt.

Was Onlinerechner ebenfalls nicht tun: Das Ergebnis in ein sinnvolles Verhältnis zu Verlegeart und Stromtragfähigkeit deiner Kabel zu setzen. Dies tun wir in den nun folgenden Abschnitten. Ein Grundlagenverständnis der Technik, das über die Sicherheit in deinem Reisefahrzeug entscheiden kann, ist deshalb besser als jeder Online-Konfigurator.

Kabelquerschnitt berechnen – Videoerklärung

Soweit noch einmal die bisherigen Schritte – erklärt von tiger Martin.
Vergiss nicht, dir gleich darunter noch die Korrekturschritte anzuschauen!

Korrekturschritte nach Kabelquerschnitt berechnen

Keine Sorge: Mit der Rechnung, die wir erstellt haben, ist alles in Ordnung und das Kabel von 1,5 mm² für die USB-Steckdose passt.

Es gibt jedoch noch zwei Schritte, die du beachten solltest.

Temperatur VS. Stromtragfähigkeit

Die Temperatur hat einen großen Einfluss darauf, wie viel Ampere Stromdurchfluss ein Kabel gefahrlos aushalten kann. Um herauszufinden, ob wir mit dem oben ausgerechneten Kabelquerschnitt auf der sicheren Seite sind, schauen wir zunächst in eine Stromtragfähigkeitstabelle, die uns die gewünschten Angaben liefert. Die komplette Tabelle kannst du hier anschauen und herunterladen.

Bei einem Kabel von 1,5 mm² ist laut Tabelle eine Stromtragfähigkeit von 24A bei 30°C und von 17A bei 50°C angegeben. Bei unserem errechneten Maximalstrom von 2,4 A sind wir damit bei Weitem im grünen Bereich.

Kabelquerschnitt vs. Kabel-Verlegeart

Tatsächlich macht es einen großen Unterschied, ob ein Kabel für sich allein irgendwo langläuft oder mit einigen anderen zusammen in einem Kabelkanal verlegt wird. Kabel werden warm und sind sie zu einem dicken Bündel zusammengefasst, wird es natürlich vor allem für die innenliegenden schwieriger, die Wärme loszuwerden.

Es gilt:
Je dicker das Bündel, desto größer das Temperaturproblem – logisch.

In deinem Camper macht es selbstverständlich durchaus Sinn, mehrere Kabel zusammenzufassen und schön geordnet durchs Fahrzeug zu führen. Wie sich dies auf die Stromtragfähigkeit unseres 1,5 mm² Kabels auswirkt, sehen wir in einer weiteren Tabelle, die du ebenfalls unter dem Downloadlink weiter oben findest.

In der Tabelle finden wir die Information, dass z.B. bei acht Kabeln in einem gemeinsamen Kabelkanal, die Stromtragfähigkeit der einzelnen Leitung um den Faktor 0,5 kleiner wird. Das bedeutet ein Kabel, das mit sieben anderen zusammen in einem gemeinsamen Kabelkanal verläuft, nur noch halb so viel Strom aushalten kann, als wenn man es frei verlegen würde.

In unserem Beispiel mit der USB-Dose heißt das allerdings: Selbst bei 50°C Umgebungstemperatur könnte das Kabel immer noch in einem Achter-Bündel im Kabelkanal verlaufen, denn es schafft alleine bei dieser Temperatur noch 17 A und die Hälfte von 17 ist 8,5, was immer noch wesentlich mehr ist, als unsere maximalen 2,4 Ampere.

Da die Auswirkungen von Verlegeart und Umgebungstemperatur jedoch keineswegs zu vernachlässigen sind, wollen wir uns noch ein anderes Beispiel anschauen.

Beispiel: Kabelquerschnitt bei leistungsstarkem Inverter

Große Inverter beispielsweise, die man etwa zum induktiven Kochen oder für den Betrieb eines starken Föhns braucht, ziehen ganz schnell mal 180 Ampere. Solche Stromstärken sind im 12 Volt System schon eine ganz schöne Belastung und auch mit entsprechender Hitzeentwicklung verbunden.

Unter Berücksichtigung des Spannungsabfalls von max. 2% benötigen wir laut Formel ein Kabel von 14,5 mm² und runden auf 16 mm², also die nächste kaufbare Größe auf.

Ein Blick auf die Stromtragfähigkeitstabelle offenbart uns nun Folgendes:

Ein Kabel mit 16 mm² darf bei 30°C Umgebungstemperatur nur mit maximal 98 Ampere belastet werden. Das liegt WEIT unter den von uns benötigten 180. Steigt die Umgebungstemperatur weiter an, wird die Belastungsfähigkeit natürlich noch weiter sinken. Mit dem nach obiger Formel berechneten Kabelquerschnitt kommen wir also absolut nicht hin.

Laut Tabelle müssen wir für 180 Ampere Stromdurchfluss bei 30°C Umgebungstemperatur einen Kabelquerschnitt von mindestens 50 mm² verlegen. Mit einer maximalen Stromtragfähigkeit von 198 Ampere bei 30 Grad, ist aber auch nicht mehr viel Temperaturspielraum nach oben, weshalb wir in diesem Fall definitiv dazu raten, eine Schippe draufzulegen und das nächstgrößere Kabel zu verwenden. Wir sind nun bei einem Querschnitt von 70 mm², womit das Kabel 245 Ampere bei einer Temperatur von 30 Grad verkraftet. Erst jetzt sind wir bei einem sicheren Wert.

70mm² Kabel – in den Kabelkanal?

Bist du in deinen Berechnungen bei solchen Kabelstärken angekommen, erübrigt sich der Blick in die Verlegearttabelle. Ein Kabel dieses Querschnitts darf nicht zusammen mit anderen Kabeln verlegt werden, damit diese sich nicht gegenseitig erwärmen und die Stromtragfähigkeit sinkt.

Korrekturschritte – in welchen fällen wahrscheinlich notwendig

Kabel führen Wärme über ihre Oberfläche ab. Weil wir nun aber gerade Kabel, über die sehr viel Strom fließen soll, möglichst kurz halten wollen, wird dies zu einem Nachteil für die Wärmeabgabe.

Denke also vor allen bei leistungsstarken Verbrauchern, die zur Vermeidung eines großen Spannungsabfalls nahe an der Batterie verbaut werden, nach dem Berechnen des Kabelquerschnitts noch daran, in die beiden Tabellen zu schauen. Erst sie können dir zweifelsfrei sagen, ob das Kabel auch unter diesen Gesichtspunkten noch ausreicht und eine Brandgefahr damit ausgeschlossen werden kann.

Korrekturschritte – im video erklärt von tiger Martin

Zusammenfassung Schritt für Schritt:


1. Lade dir die beiden Tabellen herunter – wenn noch nicht oben geschehen, hier nochmal der Link.

2. Den Kabelquerschnitt berechnen, wie im ersten Teil des Artikels besprochen.

3. Den errechneten Querschnitt überprüfen – hält er bei der gewählten Verlegeart und 50° C noch durch?

Fazit

Den Kabelquerschnitt berechnen ist gar nicht schwer, meist ist man mit einer einzigen kleinen Formel schon am Ziel. Und gerade weil es so einfach ist: Vertraue Online-Rechnern erst, wenn du wenigstens ein oder zweimal stichprobenartig kontrolliert hast, dass diese keinen Quatsch ausrechnen.

Denke bei leistungsstarken Verbrauchern auch unbedingt daran, dass die Formel zum Kabelquerschnitt berechnen nur die halbe Wahrheit sein könnte. Ein Blick in die Stromtragfähigkeitstabelle und die Berücksichtigung der Verlegeart sind hier Pflicht, um die Gefahr von Kabelbränden zu vermeiden.

Damit im Zweifel auch wirklich die Sicherung durchbrennt und das Kabel hält: Verpasse nicht unseren Artikel zur Sicherungsdimensionierung, der in Kürze erscheint!

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Victron Energy Smart Batterie – wie lange lagern, wann laden

Victron Energy Smart Batterie –
wie lange lagern, wann laden

Du hast eine Victron Energy Smart Batterie für dein Reisefahrzeug gekauft, aber noch nicht eingebaut?

Hier erfährst du: Wie du herausfindest, ob sie ohne Probleme noch länger gelagert werden kann, oder sie dringend mal geladen werden müsste, um keinen Schaden zu nehmen.

NICHT EINGEBAUTE VICTRON ENERGY SMART BATTERIE LADEN:
WAS DU BRAUCHST

Je nach Vorgehen, benötigst du

  • ein Android oder iOS Smartphone mit der Victron Connect App.
  • ein Multimeter
  • ein normales 12V (Auto)Batterieladegerät

Lade die Victron Connect App direkt herunter:

Batteriespannung kontrollieren und beurteilen

Installiere die App und verbinde dich mit der /den Batterie/n.

Du kannst nun in der App die einzelnen Zellspannungen sehen. Solange keine der Zellen unterhalb von 2,9V liegt, ist alles okay. Wenn du regelmäßig alle paar Wochen mal kontrollierst, wirst du feststellen, dass die Spannung nur sehr langsam sinkt. Also keine Panik bei 3V.

Sollte 2,9V angezeigt werden, wird es auf jeden Fall Zeit sich Gedanken darum zu machen, wie die erste Ladung bewerkstelligt werden kann.

Bei 2,8V solltest du dich JETZT ums Laden kümmern, bei 2,5V … ist es allerhöchste Eisenbahn! Deine Batterie kann ansonsten bleibende Schäden erleiden.

Victron Connect App

BATTERIE LADEN – SO GEHT’S

Das Beste wäre, einfach dein System nach Plan in dein Reisefahrzeug einzubauen und die Batterie dort zu laden. Wenn das noch nicht möglich ist, gibt es zwei Varianten.

Variante 1:
Das Sicherste und Beste wäre, du installierst alle Komponenten zum Laden nach Plan provisorisch. Hast du ein tigerexped power pro System, kannst du das ganz einfach anhand der Schaltplanteile Speicher & 230V machen. Alle anderen Komponenten kannst du weglassen, die beiden genannten Teile müssen jedoch vollständig installiert werden.

Variante 2:
Bei diesem alternativen Vorgehen musst du den Ladevorgang im Auge behalten, denn du umgehst die Schutzschaltung der Batterie, somit kann sie sich nicht vor Überladung schützen! Verwende hierzu ein Multimeter, das standardmäßig zum Umfang deines Werkzeugs für die Installation gehören sollte. Wenn nicht, ist spätestens jetzt der Moment gekommen sich eins zu besorgen.

Zum Laden selbst, kannst du ein beliebiges 12V (Auto)Batterieladegerät verwenden.

Als erstes schließt du Ladegerät und Multimeter an deine Batterie an. Dann schaltest du das Multimeter auf Gleichspannungsmessung (Volt DC), dies sollte jetzt in etwa denselben Wert anzeigen wie die Spannung in der App – in diesem Beispiel 12,8V.
Wenn deine Einzelzellen nur noch 2,5V haben, zeigt dein Multimeter jetzt 10V.
Multimeter, Lifepo4 Batterie, Ladegerät verbinden

Victron LiFePo Batterie laden
Ladegerät an Victron LiFePo Batterie anschließen

Jetzt kannst du das Ladegerät in Betrieb nehmen und beobachten, wie die Spannung (sehr) langsam steigt – ja, spannend ist das auch, aber wir meinen hier natürlich die Spannung in Volt am Multimeter.

Ab diesem Zeitpunkt musst du regelmäßig die Spannung kontrollieren. Wenn die Spannung am Multimeter ca. 13-13,2 Volt erreicht hat, beende den Ladevorgang.

Nun kannst du deinen Akku wieder einige Zeit lagern. Kontrolliere in regelmäßigen Abständen die Zellspannung und wiederhole den Vorgang wenn nötig.


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Zusätzliche Trenndiode für mehr Solarertrag bei Teilverschattung

Zusätzliche Trenndiode für mehr Solarertrag bei Teilverschattung

Bei tigerexped-eigenen Produkten legen wir größten Wert auf höchste Qualität und beste Technik. Aus diesem Grund werden wir sie auch immer weiter verbessern. Unsere black tiger Solarmodule kommen deshalb ab jetzt mit einer zusätzlichen Trenndiode.

Wofür sind Trenndioden in Solarmoulen gut

Häufig wirken sich zwei Situationen negativ auf den Solarertrag des kompletten Moduls aus, die in Wirklichkeit nur einen winzigen Bereich davon betreffen:

  1. Wenn das Modul ein bisschen Schatten abbekommt (also Teilverschattung),
  2. wenn eine Zelle oder ein kleiner Zellbereich beschädigt ist (z.B. unsichtbare Risse durch Vibration beim Fahren, Hagel- oder Astschlag).

Trenndioden oder auch Bypassdioden sorgen in Kombination mit einer geschickten Verschaltung dafür, dass die nicht betroffenen Bereiche des Solarmoduls dennoch weiterarbeiten und nicht durch die unterbrochene Weiterleitung ebenfalls ausfallen.

black tiger Solarmodule jetzt mit 3 statt 2 trenndioden

black tiger Solarmodule mit 115, 120, 150 und 180 Wp sind ab jetzt noch durchdachter verschaltet und mit einer zusätzlichen Trenndiode (somit 3 statt 2) ausgestattet.

Auch wenn dein Stellplatz teilweise von einem Baum beschattet wird – deine Anlage holt das Optimum aus den in der Sonne befindlichen Modulteilen heraus.

Technische Optimierung für mehr SolarStrom pro Fläche

Unsere black tiger Solarmodule kommen natürlich weiterhin mit all den bereits zuvor integrierten technischen Optimierungen:

  • Größeres nutzbares Lichtspektrum für Solarertrag bei schlechten Lichtverhältnissen und sogar bei Dämmerung
  • Verbesserter Temperaturkoeffizient für bis zu 25% mehr Leistung bei Hitze
  • Sonderformate für die bestmögliche Nutzung der zur Verfügung stehenden Dachflächen, z.B. bei Dachfenstern und kürzere Seitenlängen für geringere Ausfallanfälligkeit durch Vibration
  • Vollflächige Kupferkontaktschicht für höchste Ausfallsicherheit
  • edel in schwarz eloxierter Rahmen und passende, schwarze Montageecken und Kabeldurchführungen

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Elektrik-Workshops 2022

Neue Termine:
Elektrik-Workshops 2022

Die Elektrik bereitet den meisten Selbstausbauern immer noch das größte Kopfzerbrechen. Wir bringen Licht ins Dunkel und schulen ambitionierte Selbermacher bei unseren Elektrik-Workshops in Theorie und Praxis.


Nach dem großen Spaß und Lernerfolg, den die Teilnehmer der Elektrik-Workshops 2020 und 2021 hatten, stehen nun die Termine für das neue Jahr. An folgenden Wochenenden wollen wir wieder mit euch die wichtigsten Formeln pauken, einige Kabel crimpen und individuelle Anlagen planen:

Workshop 1: 14. und 15. Mai 2022

Workshop 2: 17. und 18. September 2022

Workshop 3: 24. und 25. September 2022

Wie die letzten Jahre wollen wir aber wieder nicht nur gemeinsam etwas über Camper-Elektrik lernen, sondern auch zusammen campen und uns an der Feuertonne gemütlich mit Gleichgesinnten austauschen … wer möchte oder noch kein Fahrzeug hat, kann sich natürlich aber auch ein Zimmer in der nahegelegenen Pension reservieren.

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Durchschnittlicher Solarertrag – Das liefert dein Modul wirklich

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Bei der Berechnung einer Solaranlage für Wohnmobil und Camper ist es wichtig, von realistischen Werten auszugehen – ein tatsächlicher, durchschnittlicher Solarertrag, ist etwas gänzlich anderes als die Watt Peak Angabe auf dem Datenblatt. Warum dieser von den Kennzahlen abweicht und welch große Rolle dein Reiseverhalten dabei spielt, klären wir in diesem Artikel.

Was das Datenblatt nicht wissen kann

Beim Kauf von Solarmodulen bietet das Datenblatt mit Kennzahlen wie Nennleistung, Wirkungsgrad und Angaben zur Zell- und Modulqualität, wichtige Informationen. Dein zu erwartender, durchschnittlicher Solarertrag hängt sehr wohl mit diesen Daten zusammen, denn sie geben Auskunft darüber, wie viel Leistung das Modul aus einer bestimmten Situation herausholen kann. Danach gibt es effektivere und nicht so effektive Module.

Was für ein Ertrag am Schluss auf deinem Überwachungsmonitor steht, hängt aber eben auch von dieser gegebenen, äußeren Situation ab. Diese vorher, bei der Planung der Anlage einzuschätzen, entscheidet über die Dimensionierung der Anlage für einen spezifischen Leistungsbedarf.

Ob du den Bedarf deiner Verbraucher decken kannst, hängt, neben Nennleistung, Qualität und eventueller Verschmutzung des Panels, auch ab von:

  • der an Deinem Aufenthaltsort herrschenden Globalstrahlung in der jeweiligen Jahreszeit
  • der Einstrahlungssituation, das heißt Ausrichtung und Neigung des Moduls.
  • hinzu kommen andere äußere Einflüsse, wie etwa Verschmutzungen auf den Zellen, Hitze oder Kälte

Solarertrag – Was sagt der Begriff eigentlich aus

Der Solarertrag bezeichnet die Menge an PV (Photovoltaik) Energie, die die Solaranlage erzeugt. Sie wird in der Einheit Kilowattstunden (kWh) pro Tag angegeben.

Die Globalstrahlung

Die Globalstrahlung gibt die gesamte Strahlung der Sonne an, die einen Standort durchschnittlich pro Tag / Monat / Jahr erreicht. Durch die Krümmung der Erdoberfläche und der Stellung der Erde zur Sonne, unterscheidet sie sich stark je nach Breitengrad und Jahreszeit. In Äquatornähe ist die Globalstrahlung grundsätzlich am stärksten.

Für’s Reisen bedeutet das natürlich: Fährst Du von hier aus nach Süden, wird dein tatsächlich möglicher, durchschnittlicher Solarertrag höher, nach Norden hin erheblich geringer.

Praktisch möglicher Solarertrag

Der praktisch mögliche Solarertrag der Anlage auf deinem Camper, hängt, wie oben bereits angedeutet, von sehr vielen Kriterien ab und bezieht technische Werte, bzw. Verluste der jeweiligen Anlage / Solarmodule mit ein. Auch Verschmutzungen oder Wasserflecken tragen dazu bei, dass ein Solarmodul keine Leistungswerte wie unter Laborbedingungen bringen kann.

Mit Abstand am Stärksten, wird dein möglicher Solarertrag aber beeinflusst von der am Aufenthaltsort eintreffenden Globalstrahlung und der Ausrichtung der PV-Module zur Sonne.

durchschnittlicher Solarertrag – Wo kann ich mit wie viel rechnen

Exemplarisch haben wir die Werte für einen möglichen Solarertrag in drei unterschiedlichen Regionen und ohne besondere Ausrichtung zur Sonne berechnet – d.h. flach liegend auf deinem Camper. Die Angaben spiegeln das durchschnittliche Wetter des jeweiligen Monats in der angegebenen Region wider – natürlich kann es auch im sommerlichen Lissabon ausgerechnet zur Zeit deines Aufenthalts bewölkt sein, sodass die Ausbeute wesentlich geringer ausfällt. Umgekehrt ist aufgrund der Erdkrümmung eher kaum mit einer höheren Globalstrahlung in Reykjavik während einer Winterreise zu rechnen. Die generellen Unterschiede an den jeweiligen Standorten werden durch den Graphen mehr als deutlich.

Durchschnittlicher Solarertrag bei 120Wp in Lissabonn, Paris, Reykjavik

Solarertrag erhöhen – Ausrichtung / Winkel des Panels anpassen

Den höchsten Solarertrag liefert ein Modul, das rechtwinklig zum eintreffenden Sonnenlicht ausgerichtet ist. Am Äquator ist man mit liegend auf dem Dach des Wohnmobils montierten Panels somit gut aufgestellt. Anders sieht es aus, wenn wir uns von dort aus in Richtung der Pole bewegen. Hier, in der Mitte Deutschlands, bietet eine Neigung von 38° (in Richtung Süden) dem Sonnenlicht einen optimalen Einfallswinkel. Die Strahlung trifft so direkt auf die Zellen und wird geringstmöglich von der Oberfläche des Moduls ungenutzt reflektiert.

Fans von Nordlichtern, die unter den eh schon schwierigen Lichtverhältnissen noch etwas aus ihrer Solaranlage herausholen wollen, müssen also aufrüsten. Entweder mit fest montierten Modulen, die aufstellbar verbaut sind oder mit flexibel aufstellbaren Solartaschen, die nicht fest am Fahrzeug montiert sind.

Wer wirklich auf diese Verhältnisse optimieren möchte, sollte sich sogar überlegen, Solarmodule an den Seiten des Reisefahrzeugs zu verbauen. Aus Erfahrung kann man sagen, dass aufstellbar montierte Solarmodule während einer Reise nur sehr selten wirklich aufgestellt werden – der Aufwand ist meist einfach zu groß. Eine handliche Solartasche, die wahlweise mal schnell hinter die Frontscheibe gelegt oder vor den Camper gestellt werden kann, ist meist die bequemere Lösung.

Solarertrag berechnen

Wenn du dich dafür interessierst, mit welchem Solarertrag du an deinem bevorzugten Reiseziel rechnen kannst, findest du entsprechende Angaben zur Globalstrahlung in sogenannten Solaratlanten oder Globalstrahlungskarten.

SolarGIS © 2011 GeoModel Solar s.r.o., SolarGIS-Solar-map-Europe-de, CC BY-SA 3.0

Um den idealen und den praktisch möglichen Solarertrag zu berechnen, muss die am Standort herrschende Globalstrahlung auf die Anlage mit ihren spezifischen Kennzahlen sowie Ausrichtung und Neigung umgerechnet werden. In der Praxis macht diese Rechnung jedoch nur für große, stationäre Anlagen Sinn.

Wichtig bei der Planung der Anlage für ein Reisefahrzeug, ist zu bedenken, dass ein gewisser Prozentsatz der möglichen Leistung eines Solarmoduls sehr wahrscheinlich nicht abgerufen werden kann und man dementsprechend die Anlage möglicherweise anpassen muss, um einen bestimmten Bedarf zu decken. Dies kannst du entweder mittels größerer Solar-Gesamtfläche gelösen oder durch eine (zumindest zeitweise) Steigerung des Solarertrags über eine Anpassung der Ausrichtung, bzw. dem Neigungswinkel der Module.

Der Kauf von Panels mit möglichst hohem Wirkungsgrad, einem optimierten Temperaturkoeffizienten und großem, nutzbaren Lichtspektrum, ist für eine möglichst hohe Leistungsausbeute natürlich obligatorisch. Wir legen bei der eigenen Produktion deshalb besonders viel Wert auf technische Optimierung – so kannst du immer die größtmögliche Leistung aus den äußeren Gegebenheiten herausholen.

Solarmodule mit höchstem Wirkungsgrad - tigerexped solar

Technisch optimierte Hochleistungs-Solarmodule mit
– höchstem Wirkungsgrad,
– verbessertem Temperaturkoeffizienten,
– großem, nutzbaren Lichtspektrum,
– vielen Sonderformaten für beste Dachflächennutzung,
– gerahmt, semiflexibel oder als Solartasche
findest du in unserem Shop unter:
tigerexped solar

Städte im Globalstahlungsvergleich

Hier noch einmal ein Überblick, was du von Solarmodulen verschiedener Leistungsklassen in unseren Beispielregionen im Jahresverlauf erwarten kannst.

Durchschnittlicher Solarertrag Lissabonn, Paris, Reykjavik

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Kochen mit Induktion im Camper – Liebhaberei oder die Zukunft?

Kochen mit Strom im Van?
Manu probiert’s aus

Ein Gastbeitrag von Busbastler Manuel Lemke


Servus! Ich bin der Manu. Selbstausbauer, Busbastler und als Schalldose on Tour im Internet unterwegs. 

Als ich ende 2019 meinen MAN TGE 3.180 abholen durfte, stand ich vor einem ganzen Berg an offenen Fragen und Entscheidungen, die getroffen werden mussten.

Wärme vor Strom

Vor dem schwierigen Thema Strom hatte ich mich entschieden, erst mal eine Heizung einzubauen und dann mal die ersten Erfahrungen zu sammeln. Wobei: Das stimmt nicht ganz. Ich habe mir das Twin-Kit eingebaut, also insgesamt 4kW Heizleistung, die ich anfangs auch dringend gebraucht habe. 

Aus einem alten Holzregal habe ich mir ein Bettgestell zusammengeschraubt, eine Matratze drauf geworfen und dann war ich eine Woche in meinem völlig nackten TGE eine gute Woche unterwegs. Da war ich froh über die 4kW, denn die leere Blechkiste hat alles an warmer Luft direkt wieder ausgekühlt. Also als nächstes Dämmung rein und dann mal über das Thema Technik Gedanken gemacht:

Genug Strom im Van ist für mich super wichtig

Als Voraussetzung war für mich gegeben, dass ich in meinem Fahrzeug arbeiten kann. Das bedeutet, es muss genug Strom zur Verfügung stehen, sodass Laptop, Akkus und Licht zu jeder Zeit mit Energie versorgt werden können. Und dazu noch elektrisch kochen?

Gas, Spiritus, Diesel – mögliche Alternativen

Wenn man Aufwand und Nutzen betrachtet, tendieren die meisten wohl zu recht zu einer Gas-Lösung. Ich für meinen Teil fühle mich mit Gas aber alles andere als wohl. Das ist vermutlich irrational und völlig unbegründet, aber ich wollte gerne versuchen eine große Gasinstallation zu vermeiden.

Die Lösung mit einem Kartuschenkocher war auch recht schnell hinfällig, da mir diese Kocher zum einen aus optischen Gründen nicht gefallen, es kaum welche mit einer Zulassung für den Innenraum gibt und mein TÜV-Prüfer von vornherein schon abgewunken hat. So einen Kocher würde er für die Wohnmobilabnahme nicht gelten lassen. Interessanterweise wäre er bei einem Spirituskocher weniger abgeneigt, aber auch dieser müsse natürlich fest verbaut werden, damit man das gelten lassen könne.

Bis zu diesem Gespräch hatte ich das Thema Spirituskocher noch gar nicht auf dem Schirm, aber die Recherche ergab recht schnell, dass es hier nur wenige wirklich gute Kocher gab und dass das Kochen auf Spiritus auch etwas mehr Geduld erfordert, als das Kochen mit Gas.

Eine weitere Alternative wäre ein Dieselkochfeld gewesen. Vorteil: Man fährt den Energieträger ohnehin mit sich herum und man heizt im Winter beim kochen gleichzeitig das Fahrzeug. Nachteil: Die Dieselkocher sind sehr träge, man kann sich nicht „mal eben“ einen Kaffee machen und man heizt im Sommer beim kochen gleichzeitig das Fahrzeug.

Was immer wieder als „Workaround“ für eine Wohnmobilzulassung zu lesen ist: „Bau Dir einfach eine Induktionsplatte ein, die Du dann einfach mit Dir rum fährst und zum Beispiel auf dem Campingplatz über den Landstrom nutzen kannst“.

Hmmm. Induktion. Finde ich zu Hause ja schon sehr cool, aber unterwegs? Geht das? Ich erinnerte mich an das Freiheitsmobile Treffen in Luxemburg. Dort habe ich einen Teilnehmer mit einem Crafter kennengelernt, der autark mit Induktion gekocht und offensichtlich keine Probleme damit hatte. Wohlgemerkt im Sommer. Nun war meine Idee aber, das ganze Jahr unterwegs zu sein und ob kochen mit Strom auch im Winter möglich wäre, konnte ich mir nur schwer ausmahlen. Zumal Elektrik eigentlich ein echtes Hassthema für mich ist.

Unzählige Bauteile habe ich schon in die ewigen Jagdgründe geschickt, weil ich irgendwo irgendwas falsch angeschlossen hatte. Also musste ich jemanden fragen, der sich damit auskennt. Und so entstand ein sehr intensiver Kontakt zu Martin (siehe tigerexped: über uns), der mir am Anfang erst mal die rosarote Brille abgenommen und diese ganz weit weg geworfen hat.

Weg mit der rosaroten Elektrik-Brille

Dass Kochen mit Strom einen derartigen Rattenschwanz an Konsequenzen nach sich zieht, hat mich im ersten Moment ziemlich umgehauen. Die Dimensionierung der Akkus, Ladebooster und Wechselrichter war eine ziemlich knifflige Sache, bei der wir sehr genau darauf achten mussten, was mit aktuellen Komponenten überhaupt möglich ist, und unter welchen Voraussetzungen das Setup sinnvoll sein kann.

Ein großer Vorteil ist hier, dass ich selten lange Zeit an einem Ort stehe. Ich bin viel und auch oft lange Strecken unterwegs, so dass ich meinen Speicher im Winter in der Hauptsache über die Lichtmaschine voll bekomme. Dennoch kommt es aber auch vor, dass wir mal 2-3 Tage z.B. bei einer unserer Busbastler Veranstaltungen stehen. Da sollte auch im Winter zumindest ein Teil der entnommenen Kapazität durch Photovoltaik wieder rein kommen.

Also war dann auch recht schnell klar, dass das Dach komplett mit Solarpanels belegt werden muss. Zu den Zahlen komme ich dann gleich noch. Vorher war dann aber noch zu entscheiden, welche Panels es werden sollen. Die meisten auf dem Markt erhältlichen Panels waren von den Abmessungen für mich so unpraktisch, dass ich immer relativ viel Platz hätte verschenken müssen, oder dass die Panels seitlich so weit über das Fahrzeug hinaus ragen hätte müssen, dass ich das schon allein aus optischen Gründen nicht machen konnte.

900 Wp auf dem Kastenwagen

Glücklicherweise fiel diese Entscheidung relativ genau mit der Veröffentlichung der neuen Produktlinie von tigerexped solar zusammen, und hier haben die Tiger für mich zu 100% ins Schwarze getroffen. Perfekte Abmessungen, idealer Wirkungsgrad und dann auch noch in schickem Schwarz. Ich war schockverliebt und dank eines extra dafür angefertigten Dachträgers passen nun fünf Panels mit insgesamt 900Wp auf mein Dach. Ein Setup, das man sonst eher in Expeditionsfahrzeugen, aber nicht in einem Kastenwagen findet.

black tiger Solarmodule gibt es in diversen Sonderformaten zur perfekten Nutzung der Platzverhältnisse auf dem Camperdach.

Die Weiteren Rahmendaten: 480Ah Speicher, 3000W Wechselrichter, alles soweit es geht mit Bluetooth ausgestattet und ohne plakative Displays im Wohnraum kontrollier- und steuerbar.

Erste Erfahrungen

Alles in allem habe ich jetzt schon ein paar Wochen im Winter mit diesem Setup verbracht und kann sagen: Wenn man das System etwas im Auge behält, lässt sich damit auch im Winter gut auskommen.

Dass das funktioniert liegt aber vor allem an der guten Beratung und der passenden Auswahl der Komponenten. Ich war anfangs etwas irritiert, dass die Elektrikmodule im Shop nicht einfach direkt kaufbar sind, aber das liegt daran, dass man Leute wie mich davor schützt, blind irgendetwas zu bestellen, dass am Ende vielleicht gar nicht passt.

Hier mein Tipp:

Nutzt den Beratungs-Service, wenn ihr Elektrik-Laien seid. Als absolutes Plus und Sahnehäubchen: Für die bestellten Komponenten gab es einen passenden Stromlaufplan und eine Einbauanleitung dazu, sodass ich ganz genau nachvollziehen konnte, welches Bauteil wie mit welchem anderen Bauteil verbunden werden musste.

Trotzdem kann ich nur immer wieder zur Vorsicht aufrufen: Strom ist gefährlich und wenn man keine Ahnung hat, nimmt man sich am besten auch einen Fachmann zur Installation dazu, sonst kann das auch mit der besten Planung ganz böse ins Auge gehen. Oder man belegt einen einschlägigen Kurs für Camper-Elektrik, in dem man die Grundlagen lernt und sich so auch anschließend mit seiner Anlage auskennt, falls mal Fehler auftreten.

Fazit

Um nun endlich und abschließend zu beurteilen, ob Kochen mit Induktion eher Liebhaberei oder die Zukunft im Camper ist, würde ich sagen: Im Moment vielleicht beides. Aktuell muss man für ein ordentliches Setup schon noch einige Kröten schlucken, oder selbige ausgeben, aber im Idealfall wird man dadurch ein ganzes Stück weit unabhängiger, vor allem da unser Alltag immer mehr von elektronischen Begleitern geprägt ist.

In Zukunft wird sich hier mit Sicherheit noch sehr viel tun. Bessere Akkus, noch effizientere Photovoltaik-Komponenten und sparsamere Verbraucher werden nach meiner Meinung bald dafür sorgen, dass klobige Gasflaschen und -leitungen bald aus dem modernen Campingfahrzeug verschwinden. 

Tja. Und so fährt der Typ der Strom nicht mag nun mit einem ziemlich potenten Stromkraftwerk durch die Gegend und ist damit ziemlich happy.


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Solarladeregler berechnen – Passt der Regler zum Modul?

Solarladeregler berechnen –
Passt der Regler zum Modul

Welchen Solarladeregler man fürs Wohnmobil braucht, ist zum Glück gar nicht so schwer zu berechnen. Ob Solarmodul und Regler zusammen passen, kriegst Du mit nur zwei Angaben und einer ganz einfachen Rechnung heraus. Hier erfährst Du, wie das geht.

SOLARLADEREGLER PASSEND ZUM SOLARMODUL

Bei der Planung einer Solaranlage fürs Wohnmobil wird es in der Regel so sein, dass zunächst Module ausgesucht werden, die laut Datenblatt gute Werte liefern und deren Maße gut auf das Dach des betreffenden Fahrzeugs passen. Der Solarladeregler wird nach dieser Entscheidung an die Leistung des Moduls oder der Module angepasst.

Wir wollen uns hier ein Beispiel ansehen und nehmen an, dass unser semiflexibles Modul black tiger 110 sf sich unter diesen Gesichtspunkten gut für das Camperdach eignet und wollen nun einen passenden Solarladeregler dafür finden.

Leerlaufspannung

Die erste, sehr wichtige Größe, findet sich auf dem Datenblatt, bzw. in den technischen Daten des betreffenden Moduls: Die Leerlaufspannung (Open Circuit Voltage = Voc). Es handelt sich dabei um die Spannung (Volt), die maximal am Regler anliegt, er muss diesen Wert also aushalten.

Bei unserem Beispiel-Solarmodul steht in der Zeile „Leerlaufspannung“ der Wert 40,8 Voc.

Das Datenblatt mit den wichtigsten Daten findest du bei unseren semiflexiblen „black tiger“ Solarmodulen direkt auf dem Panel

Angaben auf dem Solarladeregler

Ein Solarladeregler vom bewährten und häufig gekauften Lieferanten Victron Energy hat die wichtigsten Werte (maximale Photovoltaik-Leerspannung und Nennladestrom) praktischerweise direkt in den Namen des Produktes integriert. Bei allen anderen Herstellern sind sie selbstverständlich in den technischen Daten des Gerätes zu finden.

Für unser Beispiel haben wir also zum Beispiel einen MPPT 75/10 Laderegler. Weitere Größen wären etwa 75/15 oder 150/35.

Die erste Zahl steht dabei für die maximal verarbeitbare Spannung, bei diesem Regler somit 75 Volt. Unserem Modul mit seinen 40,8 Volt, überschreitet diesen Wert nicht – passt!

Maximaler Ladestrom

Der zweite wichtige Wert ist der maximal verarbeitbare Ladestrom – die zweite Zahl auf unserem Regler.

Um festzustellen, ob das Solarmodul zu den hier genannten 10 Ampere passt, suchst du in den technischen Daten des Solarmoduls nach der maximalen Leistung, die es abgeben kann: Der Nennleistung oder Nominal Peak Power, angegeben in Watt peak (Wp). Im Falle von black tiger sf 110 sind das 110 Watt.

AUS DER ANGABE WATT PEAK DEN MAXIMALEN LADESTROM BERECHNEN

Ladestrom verändert sich

Verändert sich im Stromkreis ein Wert, bedingt dies eine Veränderung von anderen Werten. Grundsätzlich gilt und ist hier für uns wichtig: Wenn die Spannung kleiner wird, wird der Strom größer!

Wie klein kann die Spannung werden

Die Spannung bei Blei- oder Lithiumbatterien in 12V Systemen fällt natürlich mit zunehmender Entladung ab. Dass ein Ladegerät mit Spannungen unterhalb von 12,8 V zurechtkommen muss, ist jedoch nicht realistisch. Man rechnet im 12 V System also mit etwa 12,8 V niedrigster Spannung.

Berechnen

Unsere super einfache Rechnung lautet: Leistung geteilt durch Spannung. Das Ergebnis muss in den auf dem Laderegler angegebenen, zweiten Wert, den Nennladestrom passen.

Wir haben also hier eine Leistung von 110 Wp, geteilt durch 12,8V Spannung. Das ergibt einen maximalen Strom von 8,59 Ampere. Damit könnte man den kleinen Regler für eines von diesen 110 Wp Modulen problemlos verwenden.

Solarladeregler für mehrere Module berechnen

Was ist, wenn man nicht eines, sondern mehrere Solarmodule an einen Solarladeregler anschließen möchte: In diesem Fall ist nur eine Sache wirklich wichtig, nämlich die maximale Spannung und dabei kommt es auf die Verschaltung deiner Module an.

LADEREGLER VERSCHALTEN

Reihenschaltung

Bei einer Reihenschaltung ergeben sich bei zwei Modulen mit 110 Watt, 220 Watt und ÜBER 75 V, nämlich 81,6 V. Somit könnte der Laderegler 75/10 nicht mehr verwendet werden.

Parallelschaltung

Alternativ könnte man die beiden Solarmodule parallel schalten. Das ergibt immer noch 220 Watt Leistung, die Spannung erhöht sich aber nicht. Was sich neben der Leistung allerdings ebenfalls verdoppelt ist der Strom. Somit wären wir nicht bei 8,5 Ampere, sondern 17 Ampere – und unser kleiner Laderegler 75/10 ist auch damit aus dem Rennen.

12V oder 24V System

Welchen Laderegler man verwendet hängt also zum einen davon ab, ob man die Solarmodule in Reihe schaltet oder parallel und welche Gesamtleistung am Ende im System ankommen soll.

Möchte man, wie in unserem Beispiel, mit dem 110 Wp Modul in einem 24 V System eine Batterie laden, braucht der Laderegler nur halb so groß zu sein. Die 110 Watt werden schließlich nicht mehr durch 12,8, sondern durch etwa das Doppelte geteilt. Das bedeutet auch: Man kann einen günstigeren Regler kaufen.

Ein Ladewandler wird teurer, je höher seine maximal verarbeitbare Spannung und der maximale Strom ist. Im 24 V Bordnetzsystem kann man hier also sparen.

Natürlich haben sowohl 12 V wie 24 V Systeme ihre Vor- und Nachteile, die anhand des persönlichen Bedarfs abzuwägen sind. Will man zum Beispiel Ladewandler ab 3000 Watt zum Einsatz bringen, ist ein 12 V System keine Option. Mehr zu diesem Thema werden wir aber an anderer Stelle behandeln.

Solar FAQ-Video mit unseren tigern Martin und Nico – Noch mehr Solarwissen


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