Mini-Solaranlage für die Steckdose – Dein eigenes Balkonkraftwerk

Mini-Solaranlage für die Steckdose – Dein eigenes Balkonkraftwerk

Eigenen Solarstrom erzeugen ist aktueller denn je. Kein Wunder: Mit einer Mini-Solaranlage für die Steckdose, kann man für überschaubare Anschaffungskosten die Verbraucher im Haus mit 100% ökologisch erzeugtem Strom betreiben und dabei noch Geld einsparen.

Ist also die Energiewende auf dem eigenen Balkon möglich?

Was du dafür brauchst, ob du auch einfach deine Solartasche oder Solaranlage aus dem Wohnmobil nutzen kannst und wie das rechtlich mit der Anmeldung solcher Kleinanlagen ist: Das alles erfährst du in diesem Artikel.

Selbst Solarstrom erzeugen – Energiekosten sparen

Die Installation einer Mini-Solaranlage (gerne auch Mini PV-Anlage, Balkonkraftwerk oder Balkonmodul genannt), erfreut sich nicht umsonst einer wachsenden Beliebtheit. Die Energiekosten steigen anhaltend und gefühlt ins Unermessliche. Eigens produzierter Strom hat großes Einsparpotenzial. Nach der Anschaffung der Anlage, erzeugt diese über viele Jahre grünen Strom ohne weitere Kosten und Mühen.

Ein weiterer Grund für die Beliebtheit der kleinen Balkonkraftwerke: Viele Menschen warten auf die Energiewende. Strom aus Kohle oder Atomkraft sind leider noch immer an der Tagesordnung. Zwar kann man durch einen Anbieterwechsel dafür sorgen, dass das Stromnetz insgesamt „grüner“ wird, direkt aus der eigenen Steckdose kommt der Ökostrom allerdings nicht. Mit dem direkt an die Steckdose angeschlossenen PV-Modul auf deinem Balkon ist das anders.

Indem du zeigst, dass du auf deinem Balkon einfach eigenen Ökostrom produzierst, kannst du darüber hinaus das allgemeine Interesse an kleinen und größeren Solaranlagen fördern. Wie viele Besitzer von Balkon-Solaranlagen berichten, erregen ihre kleinen Kraftwerke großes Interesse in der Nachbarschaft und nicht wenige Nachbarn beginnen über Kurz oder Lang, ihren eigenen grünen Strom zu produzieren.

Wie entscheiden die Geräte im Haus, welchen Strom sie nutzen?

Die elektrischen Geräte in den Steckdosen einer Wohnung benutzen tatsächlich immer zuerst den Strom einer eingesteckten Mini-Solaranlage. Reicht dieser nicht aus, wird der Strombedarf durch Netzstrom ergänzt. Das Prinzip dahinter ist physikalisch und ganz einfach: Etwas simpel ausgedrückt kann man sich vorstellen, dass das Stromnetz genau so viel Strom in die Wohnung „drückt“, wie von den Geräten gerade abgenommen wird. Ist im Hausnetz schon Strom aus einer Balkon-Solaranlage vorhanden, wird auch weniger Strom aus dem öffentlichen Netz „nachgedrückt“.

Die 600 Watt Grenze

Mini-Solaranlagen für die Steckdose dürfen laut Anwendungsrichtlinie VDE-AR-N 4105 maximal 600 Watt ins Stromnetz einspeisen.

Das liegt daran, dass die Leistungen aus dem Netz und die aus der Solaranlage sich addieren und die gewöhnlich verbauten Leitungen und Sicherungen überlasten können. Bezieht also ein sehr starker Verbraucher gerade Strom aus der selben Leitung, in die eine leistungsstarke Solaranlage bei Mittagssonne Strom einspeist, könnte dies unter Umständen tatsächlich zu einem Brand führen.

Technische Umbauten für mehr als 600 Watt?

Theoretisch bestehen recht simple Lösungen, um auch das Einspeisen von mehr mehr als 600 Watt sicher zu bewerkstelligen. So wäre es denkbar, die Leitungsschutzschalter von normalerweise 16A durch 10A zu ersetzen. Hierdurch wird der entnehmbare Strom auf ein Maß begrenzt, das auf der einen Seite noch den Betrieb von stärkeren Verbrauchern problemlos zulässt, andererseits aber mehr Kapazität zur Aufnahme von Solarastrom schafft.

Eine weitere Möglichkeit wäre die ausschließliche Nutzung einer bestimmten Leitung für den Strom aus der Balkon-Solaranlage. Die an diese Leitung angeschlossenen Steckdosen lassen sich kinderleicht identifizieren, indem eine Sicherung im Sicherungskasten ausgeschaltet wird. Alle Dosen, die nun nicht mehr funktionieren, hängen genau an dieser Leitung und müssten nun entweder abgeklemmt oder verschlossen werden.

ABER: Diese Arbeiten dürfen rein rechtlich nur vom Fachmann ausgeführt werden. Obwohl beide Optionen handwerklich nicht anspruchsvoll sind, dürfen nur Elektriker Leitungsschutzschalter tauschen oder Steckdosen blind legen. Das kostet wiederum Geld und verlängert die Zeit, bis die kleine Solaranlage auch wirklich erste Stromkosten spart. Ob ein Elektrofachbetrieb zu finden ist, der für diese Kleinstarbeit jemanden zu dir in die Wohnung schickt, steht dabei noch einmal auf einem anderen Blatt.

Siehe auch:
Infopapier der Verbraucherzentrale

Der Wechselrichter muss die Leistung der Solarmodule beim Einspeisen in die Steckdose auf 600 Watt begrenzen.
Die Solarmodule dürfen aber natürlich mehr Gesamtleistung als 600 Wp aufweisen, denn in den seltensten Fällen werden diese die volle Leistung bringen. Um am Ende die erlaubten 600 Watt einspeisen und in deiner Wohnung nutzbar machen zu können, müssen die verwendeten Solarmodule im besten Fall also laut Datenblatt mehr liefern können.

Wie viel Solar für Camper und Wohnmobil man wirklich braucht, erklären Martin und Lars von tigerexped

Wie viel Leistung bringt ein Solarmodul mit beispielsweise 300 Wp WIRKLICH?

Welche tatsächliche Leistung du erwarten kannst und wovon das abhängt, zeigt unser Artikel Wie viel Solar für Camper und Wohnmobil – Einflussfaktoren richtig einschätzen, auch unabhängig vom Thema Wohnmobil in ein paar beeindruckenden Vergleichszahlen.

Was kann ich mit 600 Watt betreiben?

Die durchschnittliche Leistung einer kleinen Balkon PV-Anlage ist vor allem geeignet, um die sogenannte Grundlast in einem Haushalt abzudecken. Diese Grundlast kommt vor allem über Verbraucher im Standby-Betrieb zustande und liegt beim durchschnittlichen Haushalt in der Regel bei 300 – 400 Watt. Werden alle Verbraucher bei Nichtgebrauch immer sorgfältig komplett ausgeschaltet und so die Grundlast reduziert, kann etwa auch der Normalverbrauch eines Laptops über die Balkonsolaranlage abgedeckt werden.

Für den Betrieb eines Toasters beispielsweise (ca. 800 bis 1400 Watt) oder eines Haarföns (teilweise über 2000 Watt) reicht die Leistung der Anlage jedoch nicht.

Was passiert, wenn meine Anlage mehr Strom produziert als gerade benötigt wird?

Bist du beispielsweise im Urlaub und verbrauchst zuhause keinen Strom, kann es durchaus passieren, dass die Mini-Solaranlage mehr Strom produziert, als verbraucht wird. Was dann passiert, hängt vom Typ deines Stromzählers ab.

Generell fließt der überschüssige Solarstrom ins öffentliche Netz. Die Mengen sind allerdings gering und selbst für offizielle Stellen vernachlässigbar. Bei der Anmeldung deiner Stecker-Solaranlage (siehe weiter unten) genügt es zu erklären, dass du nicht vorhast, Strom einzuspeisen und, sollte doch eine geringe Menge den Weg in die Weiten des öffentlichen Netzes finden, du auf eine Energieeinspeisevergütung (EEG-Vergütung) verzichtest.
Je nach Zählertyp gibt es 3 Möglichkeiten:

1. Bei Zählern ohne Rücklaufsperre

Der Zähler läuft rückwärts, wenn die überschüssige Leistung die Anlaufschwelle überschreitet. Die meisten sogenannten Ferraris-Zähler besitzen keine Rücklaufsperre. Solche (alten) Zähler (erkennbar an der drehenden Scheibe in der Mitte) müssen bei der Anmeldung einer Mini-Solaranlage in der Regel ausgetauscht werden. Die Handhabung der Netzbetreiber kann hier allerdings variieren.

2. Bei Zählern mit Rücklaufsperre

Der Zähler bleibt einfach stehen (Die Rücklaufsperre ist durch das Symbol eines Zahnrädchens mit Blockierung zu erkennen)

3. Bei Zwei-Richtungszählern

Diese zählen den abgenommenen Strom und den eingespeisten Überschussstrom separat.

Wo bekomme ich einen neuen Zähler / Zähler mit Rücklaufsperre?

Normalerweise vom betreffenden Energieversorger. Macht dieser Probleme (Verweigern der Umrüstung, Bestehen auf einen teureren Zwei-Richtungs-Zähler, Androhung der Netztrennung), dann wechsle z.B. zu einem Stromanbieter mit Smart-Meter-Tarif. Bei der Auswahl eines neuen Anbieters kann man direkt fragen, wie dieser zur Nutzung von Mini-Solaranlagen steht.
Geld für den eingespeisten Strom bekommen (EEG-Vergütung), kann man mit einer Mini-Solaranlage aber grundsätzlich nicht.

Woraus besteht eine Balkon Mini-Solaranlage für die Steckdose

Die benötigten Bestandteile für ein kleines Balkonkraftwerk sind überschaubar. Du benötigst

  • ein oder zwei Solarmodule (je nach Leistung)
  • einen Wechselrichter
  • Kabel vom Wechselrichter zum Solarmodul
  • Kabel vom Wechselrichter zur Balkonsteckdose
  • Befestigung für das Geländer oder Ständer / Gestell und Schrauben


Ab wann rechnet sich der Betrieb

Das Problem an so einer Rechnung ist: Man weiß nicht, wann der Strom verbraucht wird, bzw. kann man das nur zum Teil steuern. Ungünstigerweise ist der Strombedarf meist am größten, wenn die Sonne nicht scheint.

Die Solaranlage erzeugt den meisten Strom um die Mittagsstunden. Das Problem daran ist, dass viele Leute zu dieser Zeit nicht zu Hause sind und der produzierte Strom daher gar nicht genutzt wird. Oft läuft tagsüber nur der Kühlschrank und Wlan-Router.
Das macht zum Beispiel: Kühlschrank 400Wh + Wlan-Router 120Wh = 520Wh pro 24h.
Die Solaranlage schafft es aber je nach Standort und Jahreszeit, nur ein paar Stunden am Tag diese ca. 500Wh zu erzeugen. Sagen wir mal, wir schaffen das ca. 4h lang.
520Wh geteilt durch 24h = 21,66Wh pro Stunde x4h, macht 86Wh die wir nicht aus dem Netz beziehen müssen.

Wenn die kWh sagen wir mal 0,35€ kostet, dann haben wir 0,000301€ pro Tag gespart. Wenn wir es schaffen, dass z.B. Geschirrspüler und Waschmaschine zu der Zeit laufen, wenn die Solaranlage ihre maximal Leistungsfähigkeit hat, dann kann man vielleicht pro Tag in der Größenordnung von 1-3 kwh pro Tag einsparen, also 0,3€ – 1€ pro Tag.

Die letztgenannte Variante funktioniert aber nur ungefähr 6 Monate im Jahr, den Rest der Zeit wird der Ertrag deutlich schlechter ausfallen. Im Dezember ist der Ertrag so schlecht, dass du egal wie du dich kümmerst vielleicht 0,3€ maximal sparen kannst.

Solartasche aus dem Wohnmobil als Solarkraftwerk

Die Solartasche aus deinem Wohnmobil kann auf dem Balkon natürlich genausogut ausgebreitet werden, wie beim Campen. Gerade bei Modellen mit direkten USB-Anschlüssen, wie unserem big tiger mit 160 Wp, können entsprechende Kleingeräte aus dem Haushalt direkt und sogar ohne Anschluss ans Haus von der Sonne geladen werden.

Solartasche mit 2 USB-A Anschlüssen. Lädt Kleingeräte, die über USB geladen werden können direkt und ohne den Umweg über die Haussteckdose.

Solartaschen ohne USB-Anschlüsse wie, unser big tiger 180 Wp, können wie in Wohnmobil oder Camper, auch auf dem Balkon mit einem 12V Akku verbunden werden, sodass der gespeicherte Strom via Wechselrichter später genutzt werden kann. Zu erwähnen bei dieser Lösung ist, dass es sich hierbei vom Wortverständnis her nicht um ein Balkonkraftwerk handelt, sondern um eine kleine Inselanlage. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass der verwendete Wechselrichter die entsprechende Leistung für das jeweilige Gerät bringen muss und (vor allem bei der Verwendung mit Laptops oder anderen empfindlicheren Geräten) eine geeignete Qualität (Erzeugung einer gleichmäßigen Sinuskurve) aufweist.

Die Anwendung ist dabei denkbar praktisch, da nichts fest montiert wird oder vom Vermieter genehmigt werden muss. Ein Umweg über die Haussteckdose und damit das Anmelden einer Anlage usw. ist damit ebenfalls hinfällig. Die Solartasche kann bei schlechtem Wetter einfach eingepackt und platzsparend verstaut werden.

Zur Einspeisung ins Hausstromnetz muss man selbstverständlich einen passenden Balkonwechselrichter haben. Hierbei ist nur zu beachten, das dieser mit der entsprechenden Panelspannung läuft, also der Wert „Voc“ ausreichend hoch ist damit der Wechselrichter startet.
Achtung: Klassische Kfz 230V Wechselrichter sind für diesen Zweck ungeeignet, da sie keine ENS Schutzeinrichtung besitzen.

Solartasche hinter Fensterglas?

Bei der Verwendung der Solartasche hinter einem Fenster wird ein Teil des eintreffenden Lichts von der Verglasung reflektiert und absorbiert. Wie stark die Leistungseinbußen sind, die hierdurch hervorgerufen werden, hängt auch von der Art des Fensters ab – eine Dreifachverglasung wird die Solartasche stärker beeinträchtigen, als ein Altbaufenster.

Sicher ist: Solartaschen (wie auch normale Solarmodule) können nur stark eingeschränkt unter solchen Bedingungen arbeiten und sind für die Verwendung im Freien, mit direkter Sonneneinstrahlung gedacht.

Wohnmobil an den Hausstromkreis anschließen?

Die Solartasche aus dem Wohnmobil auf dem Balkon zu verwenden ist eine gute Möglichkeit, einmal investiertes „Solargeld“ doppelt zu nutzen. Viele Wohnmobilfahrer haben allerdings auf dem Dach ihres Fahrzeuges weitaus größere Kapazitäten zur Solarstromgewinnung verbaut. Kann man also auch das Wohnmobil selbst ans Hausstromnetz anschließen?

Wir raten davon dringend ab. Es gibt keine Möglichkeiten, den Anschluss der Wohnmobil-Solaranlage ans Hausnetz fachgerecht zu lösen. Was in der Folge bestenfalls nicht funktioniert oder deine elektrischen Komponenten zerstören kann, ist schlimmstenfalls brandgefährlich … im wahrsten Sinne des Wortes.

Muss eine Mini-Solaranlage genehmigt werden

Zurück von den einfach aufzustellenden USB-Solartaschen zu den fest installierten Solaranlagen, also sogenannten „Balkonkraftwerken“ im eigentlichen Sinne.

Es bedarf keiner öffentlichen Genehmigung für den Betrieb einer Mini-Solaranlage für die Steckdose. Es gib allerdings ein paar Punkte, die beachtet werden müssen. So ist beispielsweise eine Anmeldung an gleich zwei Stellen erforderlich und die Anbringung ist an Bedingungen geknüpft. Erfahre in den folgenden Abschnitten mehr dazu:

Muss der Vermieter zustimmen?

Als Mieter muss man den Vermieter um Erlaubnis fragen. Zwar kann dieser einem den Betrieb einer Mini-Solaranlage auf dem Balkon nicht verbieten, die Anbringung von Solarmodulen an der Fassade / Balkon beeinflusst aber die Optik des Hauses und fällt damit in seine Entscheidungsgewalt.

Sollte sich der Vermieter hier tatsächlich querstellen, könnte das Solarmodul auch auf einem Ständer aufgestellt werden. Es wäre beispielsweise denkbar, das Solarmodul zu einem Tisch umzufunktionieren, der auf dem Balkon steht. Der Aufbau auf einem beweglichen Ständer kann sogar den Vorteil haben, das Solarmodul mit der Sonne wandern lassen zu können – denke aber daran, dass der Ständer mindestens so gut zu befestigen oder zu beschweren ist, wie das Solarmodul selbst, damit es keine Gefahr bei starkem Wind darstellt.

Wenn du Teil einer Wohnungseigentümergemeinschaft bist: Lies die Verträge vorher noch einmal durch und frage im Zweifel bei der nächsten Eigentümerversammlung einmal nach, wie die anderen dazu stehen.

Anmeldung der Mini-Solaranlage

Auch wenn keine Vorab-Genehmigung eingeholt werden muss: Dein kleines Balkonkraftwerk muss an zwei Stellen angemeldet werden.

Anmeldung beim MaStr, dem Marktstammdatenregister

Dieses behördliche Register aller Anlagen und Einheiten auf dem deutschen Strom- und Gasmarkt, wird von der Bundesnetzagentur geführt. Die Anmeldung in diesem Verzeichnis geht online unter www.marktstammdatenregister.de und dauert nur wenige Minuten. Danach einfach die Anmeldung in den eigenen Unterlagen ablegen – fertig.

Ist es strafbar, die Anlage nicht anzumelden?

Für nicht registrierte Anlagen die theoretisch Strom ins öffentliche Netz einspeisen können, wäre es der Bundesnetzagentur in der Tat möglich, ein Bußgeld verhängen (§ 21 MaStRV). Praktisch werden aber eher keine Sanktionen verhängt, zumal du für deine Mini-Solarstromanlage keine EEG-Vergütung in Anspruch nehmen willst. Da die Anmeldung aber kostenlos, schnell und einfach geht … wieso es nicht einfach tun.

Anmeldung beim Netzbetreiber

Die Mini-Solaranlage muss beim eigenen Netzbetreiber angemeldet werden. Das Anmeldeverfahren und die Unterlagen sehen von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich aus. Falls sie auf den entsprechenden Webseiten nicht zu finden sind, nimm Kontakt auf und bitte darum, dass man dir die entsprechenden Formulare zukommen lässt.

Darf der Netzbetreiber die Anmeldung verweigern?

Manchmal hört man, dass sich der Netzbetreiber querstellen will und sogar mit der Trennung des Haushalts vom Stromnetz droht. Dazu hat er nicht das Recht, es sei denn, deine Anlage würde nachweisbar das öffentliche Stromnetz schädigen.
Mit einem Wechselrichter, der die Normen VDE AR-N 4100 und die VDE-AR-N 4105 erfüllt (diese schließen genau das aus, da sie für Anlagen verwendet werden, die zur Einspeisung ins öffentliche Netz bestimmt sind), bist du auf der völlig sicheren Seite. Sollte es weiterhin Probleme geben, hilft ein Anbieterwechsel.

Braucht man eine besondere Steckdose für die Balkon-Solaranlage?

Für fertig kaufbare Mini-Solaranlagen, die dem DGS Sicherheitsstandard für „steckbare Stromerzeugnisgeräte (DGS 0001) entsprechen, reicht eine ganz normale Schuko-Steckdose.
Falls sowieso eine neue Steckdose gelegt werden soll oder nach Art der Anlage eine spezielle Steckdose benötigt wird, empfiehlt die DGS solche mit Steckverbindung nach DIN VDE 0628-1 (Wieland RST20i3).

Darf ich mehrere Solar-Kleinanlagen an eine Steckdose anschließen?

NEIN! Jede Minisolar-Anlage muss an eine separate Steckdose angeschlossen werden. Mehrere Wechselrichter an einer Schuko-Mehrfachsteckdose sind nicht erlaubt.
Die Beschränkung gilt übrigens nicht nur für die Anzahl von Solaranlagen pro Steckdose. Generell ist pro Haushalt nur eine Mini PV-Anlage in Deutschland vorgesehen und erlaubt.

Liegt Spannung am Modul? Ist es also gefährlich, den Stecker des Solarmouls zu berühren, wenn er nicht in der Steckdose steckt?

Dank einer eingebauten Freischalteinrichtung (ENS), ist das Berühren der Steckerkontakte völlig ungefährlich, selbst wenn das Solarmodul gerade von der Sonne angestrahlt wird. ENS sorgt dafür, dass innerhalb von Bruchteilen von Sekunden kein Strom mehr am Stecker fließt, wenn dieser nicht in der Dose steckt.

Muss die Elektrik von einem Fachmann überprüft oder abgenommen werden?

Die Kleinanlagen bis 600 Watt für die Steckdose, die auch dem vereinfachten Anmeldeverfahren unterliegen, dürfen vom Laien aufgestellt und angeschlossen werden. Eine Überprüfung durch einen Elektriker ist dabei nicht notwendig.

Geeigneter Standort

Ideal ist ein Balkon zur Südseite. Ost- und Westlage können aber auch noch einen guten Ertrag ermöglichen. Der Platz sollte weiterhin natürlich den größten Teil des Tages unverschattet sein, sonst kann das Solarmodul nicht arbeiten. Ein guter Ort zur Befestigung ist die Außenseite des Balkongeländers mit einem leichten Neigungswinkel zum Himmel.

Wie weiter oben bereits angesprochen, kommt hier der Vermieter ins Spiel, sofern einem der Balkon nicht gehört. Da die Fassade nicht Mietgegenstand ist und deren Optik durch die Solarmodule verändert wird, muss der Vermieter sein Okay geben. Die Anlage nicht außen, sondern innen auf dem Balkon aufzustellen ist zwar ebenfalls möglich, man sollte aber bedenken, dass hier wahrscheinlich mehr Schatten auf die Module fallen könnte, was sie am Strom produzieren hindern und die Anlage damit wertlos machen könnte.

Wie befestige ich eine Mini-Solaranlage?

Welche Montagart zulässig ist, gibt der Hersteller vor. Wichtig ist, dass die Befestigung in jedem Fall starken Windböen standhält und ein eventuell mobiles Gestell ausreichend beschwert wird.

Eine Befestigung mit Kabelbindern ist in keinem Fall ausreichend (zumal diese durch UV-Einwirkung brüchig werden)! Hält man sich exakt an die Herstellervorgaben, ist dieser auch dafür verantwortlich, dass die gewählte Befestigungsart den geforderten Sicherheitsrichtlinien entspricht.

Zusätzlich muss die Befestigung eventuelle Anforderungen des Baurechts einhalten.
Normale Glas-Folien-Module dürfen nur bis in maximal 4 m Höhe angebracht werden, wenn außerdem niemand direkt unter die Verglasung treten kann. Soll die Anlage in größerer Höhe befestigt werden, muss auf Glas-Folien-Module mit Sicherheitsglas oder am besten Kunststoff-Module zurückgegriffen werden. Kunststoffmodule wie unsere black tiger SUPER-FLACH, wiegen deutlich weniger und können nicht brechen. Damit wird der Sicherheit für Fußgänger Rechnung getragen und auch künftige Umzüge erleichtert.

Ist eine Notstromversorung mit einer Solaranlage für die Steckdose möglich?

Leider nein. Genau wie auch größere PV-Anlagen, muss eine Mini-Solaranlage auf dem Balkon aus Sicherheitsgründen automatisch abschalten, wenn der öffentliche Strom ausfällt. Um eine netzunabhängige Versorgung zu ermöglichen, müsste die Anlage als sogenannte Inselanlage aufgebaut werden. Dies zieht allerdings wieder neue Regularien als die hier besprochenen nach sich.

Mini-Solaranlage mit Speicher

Solaranlagen für die Steckdose sind normalerweise dazu gedacht, den produzierten Strom direkt zu verbrauchen – keine Einspeisung ins öffentliche Netz, keine Speicherung. Daher auch die vereinfachte Anmeldung beim Marktstammdatenregister und den Netzbetreibern gegenüber größeren PV-Anlagen.

Sinnvoll ist es daher, vor allem kleine Haushaltsgeräte mit Akku zu laden, während die Anlage arbeitet. Von elektrischen Zahnbürsten bis zum Handy, finden sich sicher in jedem Haushalt genügend Verbraucher, um keinen Strom ungenutzt zu lassen. Wie oben bereits besprochen, ist aber auch der gezielte Stromverbrauch durch Laufenlassen von leistungsstarker Geräten zur richtigen Zeit, eine gute Möglichkeit der optimalen Nutzung ohne Speicher.

Dennoch ist es technisch möglich, den Strom der Solaranlage zu speichern. War man den ganzen Tag nicht zuhause und konnte den Strom nicht wirklich nutzen, steht er damit zum Beispiel am Abend zur Verfügung, wo man ihn verbrauchen kann.

Wie beim Thema Notstrom bereits erwähnt, handelt es sich dann allerdings nicht mehr um eine explizite Stecker-Solaranlage, wie sie vom Gesetzgeber für das vereinfachte Anmeldeverfahren anerkannt und genehmigt ist.

Fazit

Eine Balkon-Solaranlage für die Steckdose oder die Solartasche aus dem Camper als stationäres Modul im Haus verwendet, kann einen Beitrag zur Kosteneinsparung im Haushalt und darüber hinaus zum allgemeinen Umdenken leisten.
Wichtig für eine möglichst rasche, finanzielle Amortisierung ist die Nutzung der ertragreichen Mittagsstunden. Eine Speicherung des Energieertrags zur Nutzung des Stroms in den Abendstunden ist technisch möglich, fällt aber rechtlich nicht in die Kategorie der Balkon-Solaranlagen mit vereinfachter Anmeldung.


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Energiemenge im Camper – So berechnest du deinen Strombedarf

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Was sind die großen Knackpunkte beim Energieverbrauch im Camper und wie wird berechnet, mit welchem Tagesverbrauch man ungefähr rechnen muss?

Lars und Martin erklären, wie die benötigte Energiemenge ganz einfach ausgerechnet wird und nach welchen Kriterien auch die stark schwankende Leistungsaufnahme bestimmter Verbraucher leicht auf einen durchschnittlichen Wert für eine sinnvolle Berechnung gebracht werden kann.

Energiemenge im Camper – Das Video zum Thema

Wattstunden vs. Amperestunden

Wenn du eine Energiemenge als durchschnittlichen Tagesbedarf bestimmen und dafür die passende Batterie auswählen möchtest, gibt es ein Problem. Während der Stromverbrauch normalerweise in Wattstunden angegeben und berechnet wird, weist das Etikett der Batterie die Angabe Amperestunden auf. Die Werte lassen sich also nicht auf den ersten Blick vergleichen.

Warum also überhaupt in Wattstunden rechnen und was ist eigentlich der Unterschied?

  1. Die Spannung im System schwankt. Je nach Ladezustand der Batterie usw. stimmt die Angabe Amperestunden nur so ungefähr.
  2. Ein Großteil der Reisefahrzeuge hierzulande arbeitet mit einer Bordnetzspannung von 12V … einige aber auch mit 24V. Außerdem sind fast immer 230V oder sogar noch 110V Steckdosen eingebaut. Die zur Verfügung stehenden Amperestunden sind bei all diesen Systemen unterschiedlich (da der Strom in Ampere proportional zur Spannung steigt).

Wattstunden dagegen bleiben immer gleich, egal von welcher Spannung die Rede ist. Wir vergleichen also nicht etwa Äpfel mit Birnen und rechnen dabei auch genauer und mit weniger Fehlern.

Nicht umsonst sind Wattstunden die universelle Einheit, die zur Angabe von Energiemengen herangezogen wird. Egal, ob es sich um die Rechnung vom Stromanbieter zuhause handelt, um einen möglichen Solarertrag oder die Angabe zur Leistungsaufnahme eines elektrischen Gerätes – alles wird in Wattstunden angegeben.

Beim Vergleich und der Berechnung von Energiemengen kommen wir mit dieser Einheit also gut zurecht, ohne ständig umrechnen zu müssen.

Benötigte Energiemenge für den Camper berechnen – So geht’s

Die meisten Reisefahrzeuge, egal ob zu Lande oder auf dem Wasser, sind mit einer gewissen Grundausstattung an elektrischen Verbrauchern ausgerüstet. Dazu zählen etwa ein Kompressorkühlschrank / Kühlbox, Heizung, Wasserpumpe, Licht usw.

Bei der Berechnung der benötigten Energiemenge machen uns dabei natürlich die größten Verbraucher auch die größten Sorgen. Wie wir gleich sehen werden, fällt im Verhältnis dagegen ein kleiner LED-Spot, der am Abend leuchtet, kaum ins Gewicht und macht an der grundsätzlichen Entscheidung für eine zu verbauende Batteriekapazität nicht viel aus.

Um zu berechnen, wie viel Energie wir beispielsweise an einem Tag verbrauchen, benötigen wir die Leistungsaufnahme der Geräte in Watt und die Zeit in Stunden, in der jedes einzelne davon ungefähr pro Tag betrieben wird. Denn die Rechnung ist ganz einfach:

Leistung in Watt x Zeit in Stunden = Wattstunden.

Diese sehr einfache Rechnung funktioniert ohne weiteres Nachdenken mit allen Geräten, die auf einer feststehenden Stufe entweder ein- oder ausgeschaltet sind. Eine Lampe zum Beispiel. Wie viel Watt das Leuchtmittel hat, steht drauf und wenn diese abends zwei Stunden zum Lesen eingeschaltet wird, ist unsere Rechnung schon komplett.

Gehe also durch deinen Camper und multipliziere die Leistung in Watt jedes Verbrauchers, mit der Zeit, die du ihn pro Tag benutzt.

Addiere zum Schluss alle Werte und du erhältst deinen Tagesbedarf.

So weit, so einfach. Es gibt jedoch auch Geräte, die es uns etwas schwieriger machen.

Der Kühlschrank

Auf Kühlschränken und -boxen ist wie auf den allermeisten elektrischen Geräten eine Leistungsaufnahme in Watt auf dem Datenblatt angegeben.

Doch wie groß ist die Zeit, die du für den Betrieb ansetzen musst? Eingeschaltet ist der Kühlschrank in der Regel ja ständig, der Kompressor läuft jedoch nur, wenn die gemessene Innentemperatur einen gewissen Wert unterschreitet.

Herstellerübergreifend gibt es hierfür einen Richtwert, der besagt:

Ein Kühlschrank läuft bei 25°C Umgebungstemperatur 30% der Zeit.

Das heißt, bei 25°C im Reisefahrzeug, würde der Kompressor des Kühlschranks ungefähr 8 Stunden am Tag die auf dem Typenschild angegebene Leistung (je nach Größe oft so um die 60 Watt) verbrauchen.

Bei höhere Umgebungstemperatur springt der Kühlschrank öfter an, bei kühlerer seltener.

Beachte also: Wenn du die Sahara oder klimatisch heiße Länder wie Mexiko bereist, musst du damit rechnen, dass der Kühlschrank eventuell nicht 30% der Zeit, sondern im Extremfall sogar 24 Stunden läuft. Er verbraucht daher um ein Vielfaches mehr Energie, als die, mit der du gerechnet hast. Schnell werden Batteriekapazitäten so gesprengt und der Mehrverbrauch kann nur durch das vermehrte Nachladen von Strom (Landanschluss, Solar, Lichtmaschine …) kompensiert werden. So erging es zum Beispiel Anna und Anne, die sich in Mexiko eine zusätzliche Solartasche anschaffen mussten, um den Bedarf des Kühlschranks zu decken und die Lebensmittel in der großen Hitze weiter frischhalten zu können.

Für „normale Gefilde“ mit durchaus sommerlichen Temperaturen (aber guter Isolierung, damit der Camper nicht zur Sauna wird), lautet die ganz simple Rechnung mit unserem 60 Watt Beispielkühlschrank also wie folgt:

60 Watt x 8 Stunden = 480 Wattstunden

Auch dieser Verbrauch lässt sich natürlich noch etwas steuern. Steht die Kühlstufe auf Maximum oder legt man ständig warme Getränkedosen oder -flaschen nach, wird der Verbrauch selbstverständlich ebenfalls etwas höher ausfallen. Wenn dagegen keine leicht verderblichen Lebensmittel aufbewahrt werden und man eine kleine Kühlstufe wählen kann, liegt der Verbrauch je nach Umgebungstemperatur möglicherweise darunter.

Wie wir sehen, kann der Verbrauch des Kühlschranks ziemlich variieren. Gleichzeitig ist er ein großer Posten auf der Liste der Geräte, die mit elektrischem Strom versorgt werden wollen. Man sollte also ungefähr wissen, womit man kalkulieren muss und die dafür veranschlagte Energiemenge eventuell auch nach den Reisezielen ausrichten, um auf Nummer Sicher zu gehen.

Die Heizung

Unsere robusten Dieselstandheizungen beispielsweise machen es einem auf den ersten Blick noch schwieriger. Hier sind direkt zwei Leistungsangaben in Watt zu finden – nämlich 29 und 2000 (respektive sogar 4000) Watt.

Auch wenn man angesichts der Menge von 2000 Watt erst einmal erschrickt: Für die hierbei gemeinte Heizleistung ist natürlich der Diesel zuständig, der zur Erwärmung der Raumluft verbrannt wird. Diese Angabe kann zur Berechnung des Strombedarfs also getrost hintenüberfallen.

Strom verbraucht die Standheizung aber trotzdem. Lüfter, Steuerungselektronik, Kraftstoffpumpe, Display … das alles will mit elektrischer Energie versorgt sein. Beim Hochfahren der Heizung aus dem kalten Zustand kommt auch noch eine Glühkerze zum Vorwärmen der Brennkammer hinzu. Das heißt, wenn die Heizung anläuft, verbraucht sie erst einmal eine ganze Menge mehr Strom als im anschließenden Normalbetrieb.

Mit wie viel Watt rechnet man durchschnittlich also wirklich?

Als Experten für Autoterm Standheizungen rechnen wir mit einem Verbrauch von ca. 18 bis 20 Watt im Normalbetrieb.

Ob die Heizung über einen bestimmten Zeitraum mehr oder weniger Strom verbraucht, variiert also durch die Anzahl der Starts und das erneute, energieintensive Vorheizen des Brennraums. In vielen Fällen ist es sinnvoller, die Heizung durchlaufen zu lassen, als sie ständig manuell, oder über den entsprechenden Modus automatisch ein- und ausschalten zu lassen – und dies nicht nur aufgrund des Stromverbrauchs.

Autoterm Standheizung Komplettset von tigerexped

Mehr Infos zu unseren Autoterm Dieselstandheizungen und praktisch zusammengestellten Sets, die alles enthalten, was du brauchst:

Ist es draußen knackig kalt und es lohnt nicht, die Heizung zwischendurch abzuschalten, weil das Reisefahrzeug sofort anfängt auszukühlen, muss man im Extremfall also mit 24 Stunden mal ca. 20 Watt rechnen. Neben dem Kühlschrank kommen wir so auf die nächste halbe Kilowattstunde.

Im schlimmsten Fall (also im „Winter“), liegen wir in unserem Camper also mit 24 Stunden Heizbetrieb und einem Kühlschrank, der mit 60 Watt Verbrauch täglich 8 Stunden läuft, schon bei 1 kWh Energiebedarf pro Tag. Bei Verwendung einer kleineren Kühlbox und milden Umgebungstemperaturen, die einen stundenweisen Heizbetrieb zulassen, kommen wir dagegen mit einer halben Kilowattstunde aus.

Wie wir hier schon leicht erkennen können, ist Winterurlaub im Camper mit wesentlich höherem Energiebedarf verbunden, zumal durch die kürzeren Tage beispielsweise das Licht länger eingeschaltet wird. Gleichzeitig kommt weniger Strom durch Solarenergie rein. Dem Winterbetrieb muss bei der Berechnung der zu verbauenden Batteriekapazität also unbedingt Rechnung getragen werden.

Induktives Kochen

Kochen mit Strom auf dem Induktionskochfeld stellt eine energie- und kostenintensive Entscheidung dar und sollte deshalb gut überlegt werden.

Lars und Martin haben einen üblichen Energiebedarf beim Kochen mit Strom einmal durchgerechnet. Sie kommen dabei auf ein Minimum von 700 Wattstunden, üblicherweise jedoch eher über 1000 Wattstunden pro Tag, allein fürs induktive Kochen.

Neben der Auslegung der Größe von Batterien hängt die Dimensionierung der gesamten elektrischen Anlage mit dieser Entscheidung zusammen.


Der Artikel „Kochen mit Strom – Lohnt sich das für mich, oder doch lieber Gas?“ erscheint in Kürze in unserem Magazin. Abonniere den tigerexped Newsletter, um keine interessanten Themen oder News zu neuen Produkten zu verpassen.

Wenn du in der Planungsphase und unsicher bist: Lass dich von Lars oder einem unserer anderen Experten telefonisch beraten. Sie erstellen ein Komplettangebot für eine Anlage, die deine persönlichen Wünsche erfüllt und zu deinem individuellen Budget passt – bis hin zur kleinsten Sicherung, damit alles perfekt funktioniert. Einbauen kannst du die Anlage dann im Baukastensystem mit Schaltplänen und Einbauanleitung. Unsere Beratungen sind kostenlos und unverbindlich.

Arbeiten unterwegs

Arbeiten am Laptop kann ebenfalls zu einem erheblichen Posten beim Stromverbrauch werden.

Um einen Anhaltspunkt für den üblichen Verbrauch des eigenen Laptops zu bekommen: Der auf dem Netzteil angegebene Wert in Watt, gibt den Verbrauch bei maximaler Leistung, maximaler Helligkeit des Displays und leerem Akku an.

Im Normalbetrieb, für ein bisschen Büroalltag mit E-Mails bearbeiten usw., können wir realistischerweise von ca. 30% des angegebenen Wertes ausgehen. Diesen multiplizieren wir, wie immer, mit den Betriebsstunden und kommen so auf eine Wattstunden-Größenordnung für unseren Arbeitstag.

Mit oftmals ca. 25 – 30 Watt x Arbeitszeit, ist man in der Regel auf der sicheren Seite.

Anders sieht es aus bei 4K Videorenderings für YouTube oder auch Gaming usw. In diesen Fällen ist eher von 70% der maximalen Stromaufnahme auszugehen, was bei den dafür ausgelegten Rechnern dann auch ganz erheblich in die Berechnung der benötigten Gesamtenergiemenge einfließt.

Denke dabei auch an eventuell zusätzliche Monitore, die in die Rechnung eingehen müssen. Ihre Auswirkung ist groß. Bei 50 Watt für ein 27-Zoll-Display und 8 Stunden Arbeit = 400 Wattstunden, übersteigt der Energiebedarf den der reinen Büroarbeit, mit z.B. 30 Watt x 8 Stunden = 240 Wattstunden.

Zwei Personen, die beide remote am Rechner arbeiten und einen externen Monitor betreiben, haben daher einen ähnlichen Energiebedarf wie das induktive Kochen!

Andere Verbraucher

Das Typenschild mancher elektrischen Verbraucher im Camper, wartet mit enormen Angaben zur Leistungsaufnahme auf. Die Druckwasserpumpe z.B., die mit 60, 70 oder auch mal 100 Watt ein Stromfresser zu sein scheint, fällt letztlich wenig ins Gewicht. Die aktive Zeit ist einfach zu kurz, um einen entscheidenden Ausschlag zu geben. Bei maximal 5 Minuten Betrieb pro Tag, ziehen selbst 100 Watt Verbrauch die Batterie nicht leer.

Andersherum ist es mit Verbrauchern wie Beleuchtung oder dem Laden von Smartphones. Selbst bei längerem Aufenthalt im Camper an dunklen, langen Wintertagen: Betrachten wir uns den Energiebedarf eines LED-Spots mit 3 oder 6 Watt, fällt dieser im Vergleich zu den bereits genannten Verbrauchern kaum ins Gewicht. Der Unterschied zwischen einer kurzen Betriebszeit von einer Stunde oder einer längeren von drei ist geradezu vernachlässigbar.

Bei schicken LED-Streifen können auch mal 15 oder 20 Watt als Nennwert auf dem Typenschild zu finden sein. Der Energiebedarf für 5 LED-Beleuchtungen muss aber natürlich auch nicht addiert werden, wenn man nur dort das Licht einschaltet, wo man es gerade braucht. Gerechnet mit einem Durchschnittswert von ca. 20 Watt für Beleuchtung, sollte man also auf der sicheren Seite sein.

Auch in einen Handyakku passt nicht genug elektrische Energie, um unsere Entscheidung für eine bestimmte Größenordnung an zu verbauender Akkukapazität ernsthaft überdenken zu müssen.

Energiebedarf für den eigenen Camper berechnen – Fazit

Es gibt beim Berechnen der benötigten Energiemenge in Camper, Wohnmobil oder Boot, bestimmte Knackpunkte, die die Planung der elektrischen Anlage in ganz neue Bahnen lenken.

Dazu gehört das Kochen auf Induktion, wie auch der tägliche Gebrauch eines Elektro-Backofens.

Der zweite Knackpunkt ist das Arbeiten unterwegs, das je nach Aufgabengebiet erheblichen Einfluss auf die Berechnung nimmt.

Bist du unsicher bei der Berechnung oder kennst dich mit der Auswahl der Komponenten nicht aus:
Wir helfen dir weiter und stellen mit dir eine sinnvoll nach Bedarf und Budget dimensionierte, sowie fachgerecht kombinierte Anlage zusammen.

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Autark im Camper – Welches Stromkonzept passt zu dir

Autark im Camper –
Welches Stromkonzept passt zu dir

Autarkie ist das Zauberwort für Camper und Wohnmobilfahrer, die die Freiheit des mobilen Reisens nicht unbedingt in einer Campingplatzparzelle suchen. Abseits der dort vorhandenen Infrastruktur sein Lager aufzuschlagen bedeutet jedoch auch selbst dafür zu sorgen, dass z.B. der Strom nicht ausgeht, statt das Reisemobil einfach an die Ladesäule anzuschließen.

Was bedeutet Autarkie eigentlich

Jeden Tag erreichen uns Mails und Anrufe mit der Frage: Wie mache ich meinen Camper autark?

Gemeint ist dabei meist das Stromkonzept, denn nicht im Dunkeln zu sitzen, Lebensmittel im strombetriebenen Kühlschrank frischzuhalten und das Handy laden zu können, sind elementare Anforderungen an das Reisemobil.

Wie autark kann man sich unter welchen Umständen also machen und was braucht es dafür?

Obwohl (oder gerade weil) wir im Verlaufe dieses Artikels zu dem ernüchternden Schluss kommen werden, dass stromautarkes Reisen mit dem Fahrzeug in manchen Situationen ziemlich schwierig ist, möchten wir noch etwas Weiteres zu bedenken geben:

Beachte bei der Planung deines Fahrzeuges, dass die Autarkie oft gar nicht vom Strom, sondern von ganz anderen Dingen begrenzt wird. Man kann dabei eher von autarken Phasen sprechen. Das betrifft die Verfügbarkeit frischer Lebensmittel zum Beispiel. Auch ohne dass dem Kühlschrank der Strom ausgeht, ist das Gemüse irgendwann verschrumpelt und sämtliche Haltbarkeitsdaten abgelaufen – oder der Kühlschrank ist einfach leergefuttert.

Die Kapazität der Frischwassertanks ist ebenfalls ein häufig begrenzender Faktor, sowie die Auffangmöglichkeiten für das Abwasser. Belastet mit Spül- oder Pflegeprodukten, sollte dies selbstverständlich an einer entsprechenden öffentlichen Einrichtung und nicht in der Natur entsorgt werden.

Es ist also wenig sinnvoll, 10.000 Euro zusätzlich in Stromautarkie für längeres Verweilen auf den Traumplätzen zu investieren, wenn dich andere Ressourcen sowieso zum Fahren und „in die Zivilisation“ zurückzwingen, um z.B. einzukaufen.

All das und noch mehr, z.B. ein persönlicher Vorrat an benötigten Medikamenten, ist natürlich auch „Autarkie“ und selbstverständlich kann man auch hier an diversen Stellschrauben drehen.

In diesem Artikel soll es jedoch explizit darum gehen, wie du (möglichst) strom-autark werden kannst.

Strom-autark sein

Wenn wir nicht auf den Anschluss an Landstrom angewiesen sein wollen, bedeutet das entweder

  • wir müssen den benötigten Strom für die „autarke Zeit“ in Form voller Batterien mitbringen, oder
  • den Strom, den wir verbrauchen, müssen wir selbst irgendwie erzeugen, um die Batterien wieder auffüllen.

Mit moderner LiFePO4 Akkutechnik, einer großen, mitgeführten Kapazität in Form mehrerer Batterien oder ganzer Batteriebänke (Achtung, preisintensiv!) bei gleichzeitig gering gehaltenem Verbrauch, ist Unabhängigkeit ohne eigene Stromerzeugung für begrenzte Zeit gegeben. Autarkie erreichen wir damit jedoch nicht, denn der Vorrat an Energie, den wir von Zuhause mitnehmen können, ist endlich – und endlich bedeutet nicht autark. Schaffen wir es nicht, den Strom, den wir verbrauchen, auch wieder aufzufüllen, sind selbst die besten Batterien irgendwann leer.

Begrenzt wird diese Art der Unabhängigkeit vom vorhandenen

  • Budget für die Anschaffung der Batterien,
  • vom Einbauplatz im Fahrzeug und dem
  • zugeladenen Gewicht, denn Akkus sind schwer.

Umgekehrt können wir eine gewisse Autarkie selbst vollkommen ohne Bordakku erreichen.

Welche Möglichkeiten der Stromerzeugung bieten sich an

Im Camper stehen uns verschiedene Optionen der Stromerzeugung zur Verfügung. Jede davon hat ihre Vor- und Nachteile und funktioniert unter bestimmten Bedingungen besser oder schlechter. Wir werden sehen, dass daher eine auf den persönlichen Bedarf und die bevorzugten Reiseziele abgestimmte Kombination an Systemen immer am sinnvollsten ist.

Wie viel Gewicht bei der Dimensionierung der Gesamtanlage auf welches System gelegt wird, richtet sich nach dem individuellen Reiseverhalten und kann auf dieses abgestimmt und berechnet werden. Unsere Techniker sind darauf spezialisiert und helfen dir gerne dabei, wenn du eine elektrische Anlage planst (mehr zu unserem Beratungsangebot).

Die wichtigsten Optionen sind:

Solar

Eine Solaranlage stellt kurzgesagt die beste Möglichkeit der Stromerzeugung für autarkes Campen oder auch Wohnen dar. Einmal angeschafft, fallen hierbei keinerlei nachträgliche Kosten für den Betrieb an und die Anlage arbeitet sauber, selbstständig, geräuschlos und ohne weitere Betriebsmittel oder Abgase.

Nicht umsonst ist eine Solaranlage die effizienteste Möglichkeit der persönlichen Energiewende und wenn es um die Nachhaltigkeit von Wohnhäusern geht ganz vorn mit dabei.

„Die Sonne schreibt keine Rechnung“, wie Techniker Lars so schön zu sagen pflegt.

Nachteil: Keine Sonne – kein Strom.

8 x 180 Wp black tiger Hochleistungs-Solarmodule für ein auf Solarenergie basierendes Stromkonzept. Ladebooster und Landstromanschluss ergänzend.

Ladebooster / b2b Lader

Die Bordbatterie kann durch das Fahren des Fahrzeugs geladen werden. Ein b2b Lader versorgt dabei die Batterie mit Strom, der von der Lichtmaschine erzeugt wird. Praktisch, gerade wenn keine Sonne scheint und die Solaranlage wenig Leistung bringt. Nachteil: Um eine Batterie vollzuladen, reicht es nicht, ein paar Minuten im Kreis zu fahren, oder das Fahrzeug ein bisschen im Leerlauf vor sich hinblubbern zu lassen.

Lars berechnet in unserem Video zum Beispiel, dass man, um einen typischen, durchschnittlichen Tagesverbrauch von 1 kWh wieder reinzuholen, in der Regel ca. drei Stunden fahren müsste. Verschiebt man das durch genügend Akkukapazität um drei Tage nach hinten, müsste man also schon 9 Stunden am Stück fahren, um anschließend wieder drei Tage gemütlich an einem schönen Plätzchen stehen zu können.

Integriert man geplante Fahretappen zur Energiegewinnung als Taktik in seinen Reisealltag, kann dies für die stromseitige Autarkie allerdings durchaus eine Lösung sein.

Ein weiterer Nachteil ist jedoch: Die zusätzliche Belastung der Lichtmaschine führt zu mehr Kraftstoffverbrauch, da der Motor durch den Antrieb der Lichtmaschine quasi mehr arbeiten muss. Fazit: Wir müssen mehr Geld an der Tankstelle ausgeben (erreichen also auch keine echte Autarkie, denn wir sind auf die Verfügbarkeit von Kraftstoff angewiesen) und leisten nicht gerade ein Beitrag zu einem kleineren ökologischen Fußabdruck beim Reisen.

Generator

Selbstredend, dass das Stromerzeugen durch einen extra laufenden Motor und ohne dabei wenigstens noch Fahrstrecke zurückzulegen, die oben bereits genannten Nachteile verschärft. Als Verbrenner fossiler Kraftstoffe, mit dazu noch kleinem Wirkungsgrad, ist er keine erstrebenswerte Lösung, sondern eher ein absolutes Notprogramm.

Dazu kommt ein hohes, zusätzliches Gewicht und ein erheblicher Platzverbrauch, sowie das gesonderte Mitführen einer zusätzlichen Kraftstoffmischung. Die entstehende Geräuschbelästigung durch den Betrieb eines Generators spricht ebenfalls gegen den Einsatz eines solchen.

Eine weitere Einschränkung ergibt sich bei niedrigen Temperaturen oder in Höhenlagen. Hier wird der Betrieb von Generatoren schwierig, da die Vergaser einfrieren können und die Kraftstoffmischung nicht an die veränderten Luftdruckbedingungen angepasst wird.

Aus all diesen Gründen sind Generatoren in europäischen Reisefahrzeugen auch nicht sonderlich verbreitet.

Windräder

Ein Windrad kann eine Alternative, oder besser eine Ergänzung zur Solaranlage sein. Herrscht mehr Wind als Sonne, ermöglicht es die Stromproduktion bei stehendem Fahrzeug, wenn die Solaranlage es nicht oder nur teilweise kann.

Leider sind Windräder noch nicht mit dem besten Wirkungsgrad gesegnet und verursachen außerdem ein recht lautes Laufgeräusch.

Brennstoffzellen

Brennstoffzellen ermöglichen uns nicht wirklich Autarkie. Für ihren Betrieb muss reines Methanol mitgeführt werden. Da der Umgang mit Methanol gefährlich sein kann, sind die Brennstoffzellen in der Regel so konzipiert, dass ein einfaches Nachfüllen „aus dem Fass“ nicht unterstützt wird und spezielle Tankpatronen dafür ausgewechselt werden müssen. Je nach Energiebedarf sind diese allerdings auch relativ schnell verbraucht und für eine lange Reise oder längere autarke Phasen, müsste ein nicht unerheblicher Vorrat an Methanol mitgeführt werden.

Eine Brennstoffzelle kann zwar also unsere Akkus laden, doch das Laden der Brennstoffzelle selbst unterwegs ist schwierig, selbst wenn Bezugsquellen für reines Methanol vorhanden sein sollten.

Autark campen – Die Reise bestimmt wie

Wohin wir wollen und wann im Jahr, bestimmt darüber, welche der oben genannten Möglichkeiten für uns die Richtige ist. Da die Bedingungen, unter denen Strom produziert wird, dabei sehr unterschiedlich sind, macht es immer Sinn, die verschiedenen Möglichkeiten miteinander zu kombinieren und diese Kombination in ein passendes Verhältnis zum persönlichen Stromverbrauch und der verbauten Akkukapazität zu setzen.

Ein Beispiel:

Bei einem Reisegebiet von Nord- bis Mitteleuropa und einer Reisezeit zwischen Oktober und März, ist es sicherlich unrealistisch, mit einer Autarkie durch Solarertrag zu rechnen, da der Ertrag in dieser Zeit sehr schlecht ist (siehe dazu unbedingt auch unseren Artikel Wie viel Solar für Camper und Wohnmobil – Einflussfaktoren richtig einschätzen). Ebenso unrealistisch ist es, bei dieser Reise genug Akkukapazität dabeizuhaben, um 10 Tage autark am See stehen zu können und nach Verbrauch einfach alles durch eine Fahretappe wieder aufzufüllen.

Abhilfe kann bei dieser Reiseregion und Jahreszeit ein verändertes Reiseverhalten schaffen. Verkürzte Standzeiten und mehr Fahretappen, bei denen man beispielsweise 2 – 3 Stunden Fahrzeit pro Tag einplant. Ist das Wetter schlecht und bringt keinen Solarertrag, möchte man vielleicht sowieso lieber da hin, wo das Wetter besser ist?

Jemandem, dem es nicht auf Sonne ankommt, sondern mehr auf Wind, weil seine Leidenschaft das Kiten ist, sieht das vielleicht aber schon wieder anders und stellt sich lieber ein zusätzliches Windrad mit aufs Dach.

Solltest du ein echter Winterfan sein und in der kalten Jahreszeit Richtung Nordkap fahren wollen, könnte ein Konzept lauten: Fahren, fahren, fahren, denn mit Solar wirst du hier nichts ausrichten können.
Im Gegensatz dazu kann man bei einer großen Fern- oder Langzeitreise versuchen, dem Sommer hinterherzufahren und Stromautarkie durch ein passendes Timing bei der Planung der Reiseroute aufrechtzuerhalten.

Wie viel Solar für Camper und Wohnmobil man wirklich braucht, erklären Martin und Lars von tigerexped

Was kannst du von einem Solarmodul wirklich an Leistung erwarten und wie viel Solar brauchst du am Ende also auf dem Dach?

Mache mit Lars und Martin eine virtuelle Reise von Norwegen Richtung Äquator, bei der sie realistische Solar-Setups als Beispiele durchdenken.

Autark ist, was du daraus machst

Optionen, die man erst einmal weniger unter dem Begriff Autarkie verbuchen würde, können ebenfalls ein probates Mittel sein. Wer zu wenig Solar hat, um seinen Verbrauch komplett zu decken, aber dazu genügend Akkukapazität, um bei seinem persönlichen Verbrauch zwei Wochen autark zu sein, kann möglicherweise alle zwei Wochen doch mal eine Nacht auf dem Stellplatz nehmen und das Fahrzeug an die Ladesäule hängen. Eine solche Menge an Strom per Lichtmaschine im wahrsten Sinne „reinzufahren“, macht in den meisten Fällen eher wenig Sinn. Außerdem muss nach zwei Wochen wahrscheinlich auch mal Wasser aufgefüllt und abgelassen, eine Waschmaschine genutzt werden oder ähnliches, was die Kosten für die Übernachtung relativiert. Frisch ver- und entsorgt kann es dann wieder in die autarke Freiheit gehen.

Bei aller Liebe zum autarken Campen und Freistehen, ist die Möglichkeit das Fahrzeug an Landstrom anschließen zu können, auf jeden Fall immer noch eine, die man nicht komplett verwerfen sollte.

Den passenden Mix finden

Vor allem die Dimensionierung der Solaranlage auf den persönlichen Bedarf und das individuelle Reiseverhalten, bedarf einer gewissen Erfahrung und der Auswertung vieler Zahlen.

Abgestimmt auf die in dem jeweiligen Fahrzeug genutzten Verbraucher und Reisenden, kann man am Ende ein Optimum herauszuholen, ohne über ein realistisches Ziel hinauszuschießen und völlig unnötig viel zu viel Geld auszugeben. Dazu gehört auch das Erörtern von Wünschen und Erwartungen und diese ins Verhältnis zu Machbarkeit und Kosten zu setzen.

Ist induktives Kochen zum Beispiel unabdingbar? Allein dieser Wunsch ist eine große Hürde auf dem Weg zum (strom)autarken Campen und seine Verwirklichung sprengt so manches Budget.

Lerne in unseren weiterführenden Videos und Artikeln mehr zur Dimensionierung einer Solaranlage.

Unsere empfohlenen Artikel:

Du bist unsicher: Lass dir helfen.

Lars oder einer unserer anderen reiseerfahrenen Techniker ermitteln in einem telefonischen Gespräch gerne deine individuellen Wünsche, schauen, was zu dir und deinem Budget passt und erstellen ein Gesamtkonzept mit aufeinander abgestimmten Komponenten, damit alles sicher funktioniert.

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Wie viel Solar für Camper und Wohnmobil – Einflussfaktoren richtig einschätzen

Wie viel Solar für Camper und Wohnmobil – Einflussfaktoren richtig einschätzen

Mit Camper oder Wohnmobil ist man vollkommen flexibel unterwegs, denn die Unterkunft ist da, wo man gerade parkt. Um bei der Auswahl des Übernachtungsplatzes aber nicht vom Vorhandensein eines Landstromanschlusses abhängig zu sein, möchten die meisten Camper sich unabhängig(er) von Ladesäulen auf Camping- und Stellplätzen machen. Nicht alle Möglichkeiten der Stromgewinnung auf Reisen sind jedoch gleich empfehlenswert.

Die mit Abstand beste ist die Energieerzeugung über Solar. Im Gegensatz zum Laden über die Lichtmaschine oder gar einen Generator, muss eine Solaranlage nur einmal angeschafft werden und erzeugt dann für viele Jahre völlig kostenlos Strom. Ein höherer Kraftstoffverbrauch beim Fahren oder gar das Verbrennen einer gesondert mitgeführten Kraftstoffmischung entfällt. Bei den derzeitigen Spritpreisen spart dies nicht nur Kosten, sondern ist natürlich im Sinne unserer Umwelt absolut vorzuziehen.

Solaranlagen verfügen im Verhältnis zu alternativen, nachhaltigen Methoden der Stromerzeugung (z.B. ein Windrad) zusätzlich über die beste Energieeffizienz.

Die Frage ist jedoch: Wie viel Solar braucht man und was kannst du von einer Solaranlage erwarten? Macht sie dich wirklich unabhängig von Landstrom und wie müsste sie dafür beschaffen sein? Muss auf große Energiefresser eventuell von vorn herein verzichtet werden?

Unsere beiden Produktentwickler / Techniker Martin und Lars, sind Spezialisten auf diesem Gebiet und selbst Camper mit Solaranlage. In der Praxis sammeln sie Daten, führen Tests durch und versetzen sich in unterschiedliche Anwendungsszenarien, um in Beratungsgesprächen auf Erfahrungen aus erster Hand zurückgreifen zu können.

Hier befassen sie sich damit, wie viel Solar man in welcher Situation braucht, bzw. was man von einem Solarpanel generell erwarten kann – und was nicht.

Wie viel Solar? So viel macht aus, wo du hinfährst

Auf den ersten Blick sieht die Energieausbeute pro Solarpanel sehr simpel aus. Auf dem Datenblatt stehen zum Beispiel 100 Wp – doch das ist gleich in mehrfacher Hinsicht nur die halbe Wahrheit. Es handelt sich dabei in erster Linie um einen Wert, der Solarmodule untereinander vergleichbar macht und herstellerübergreifend von immer gleichen Voraussetzungen ausgeht.

Wie viel Energie unterwegs tatsächlich durch das Panel in die Batterien fließt, ist von mehreren Faktoren abhängig. Einer der größten Einflussfaktoren ist dabei dein Reiseziel.

Globalstrahlung

Die Erdkrümmung ist einer der natürlichen Feinde der Solarenergie. Generell kann über eine Solaranlage am Äquator (mit mehr oder weniger senkrechter und längerer Sonneneinstrahlung) ungefähr dreimal so viel Energie erzeugt werden, wie z.B. in Nord-Norwegen.

Sogenannte Globalstrahlungskarten geben einen guten Einblick in die Lichtverhältnisse in unterschiedlichen Teilen der Welt. Wie viel Watt Leistung ein 100 Wp Solarmodul also wirklich am Ende bringt, schauen wir uns anhand einer solchen Karte im Folgenden einmal an.

100 Wp Solar im Vergleich – Norwegen, Frankreich, Portugal …

Was ist mit einem 100 Wp Solarpanel möglich und was nicht. Wir vergleichen Standorte und Reisezeiträume. Die Globalstrahlungskarte gibt dabei beeindruckende Erkenntnisse preis.

Norwegen

Sommer in Bergen, Norwegen: Mit der durchschnittlichen Sonnenenergie im norwegischen Bergen im Monat Juni, erzeugt ein 100 Wp Solarpanel (flach liegend montiert) eine tägliche Leistung von ca. 330 Wattstunden.
Zur Veranschaulichung der Energiemenge: Dieser Wert ist z.B. nicht ausreichend, um einen durchschnittlichen Wohnmobil-Kühlschrank zu betreiben, der mit ungefähr 400 – 500 Wattstunden pro Tag zu Buche schlagen würde.

Herbst in Bergen, Norwegen: Während der Energieertrag im Sommer zumindest in der Nähe des benötigten Energiebedarfs zum Betrieb des Kühlschrankes liegt, sieht es im September bereits anders aus. Zu dieser Zeit holt das 100 Wp Solarpanel nur noch ca. 120 Wattstunden pro Tag aus der eintreffenden Sonnenenergie heraus. Es sind also nun schon mindestens drei oder 4 Paneele dieser Größe notwendig, um nur den Kühlschrank betreiben zu können. Weiterer Energiebedarf noch gar nicht eingerechnet. Die kürzer werdenden Tage, geringere Lichtintensität und ein spitzerer Einfallwinkel des Sonnenlichts, machen einen enormen Unterschied.

Solarmodule aufstellbar machen

Gerade gegen den spitzen Einfallswinkel kann man natürlich etwas tun. Indem man das Solarpanel aufstellbar macht, richtet man es zur Sonne hin aus und optimiert damit im besten Fall den Winkel (falls deine Parksituation es hergibt).

Damit das aufstellbare Modul während der Fahrt stabil und windfest verankert bleibt, ist die Konstruktion allerdings mit einem nicht unerheblichen technischen Mehraufwand verbunden. Ob dieser sich lohnt, muss abgewägt werden. Martin und Lars nennen uns dazu Zahlen:

Im September in Bergen, liefert uns das 100 Wp Solarpanel bei einem Aufstellwinkel von 35° immerhin 170 Wh, statt liegend 120 Wh.

Im Dezember wird es dann jedoch haarig. Tatsächlich verdreifacht sich so hoch im Norden der Ertrag dank angewinkelter Positionierung fast. Doch weder 7 Wattstunden bei flachem, noch 20 bei aufgestellten Modulen, können für den Betrieb unseres Kühlschranks etwas sinnvoll bewirken.

Frankreich

Schauen wir uns einen anderen Breitengrad an und fahren nach Paris.

Im Dezember liegt der Ertrag des flach montierten 100 Wp Panels dort bei gerade mal 50 Wattstunden. Rechnen wir mit unserem Verbrauch von 400 Wattstunden für den beispielhaften Kühlschrank, bräuchte man tatsächlich 8 Solarmodule, nur um den Kühlschrank betreiben zu können. Mit einem Aufstellwinkel von 35°, verdoppelt sich hier die Leistung auf 100 Wattstunden pro Tag und wir kämen mit der Hälfte der Module klar.

Portugal und weiter südlich

In Lissabon reicht im Sommer ein einziges 100 Wp Panel völlig, damit der angenommene Kühlschrank arbeitet. 500 Wattstunden schickt die Solaranlage hier täglich Richtung Bordbatterie.
Doch auch so weit südlich müsstest du im Winter bereits 3 Panels auf dem Dach haben, damit der Kühlschrank weiterläuft. Es sind nun im Schnitt nur noch 150 Wp zu erwarten.

Als Faustregel gilt: Gerade Winterreiseziele sollten Richtung Äquator führen, wenn du so stromautark wie möglich durch Sonnenenergie sein willst. Doch Achtung, überquert man den Äquator, dreht sich dieses Prinzip natürlich um. In Kapstadt beispielsweise ist der Ertrag von September bis März am höchsten und in den Sommermonaten am niedrigsten.


Bei allen Berechnungen wurden leichte Unterschiede im Anlaufverhalten von Kühlschränken durch höhere oder niedrigere Umgebungstemperaturen selbstverständlich jetzt mal außen vor gelassen, da es hierbei lediglich um die Einschätzung der Leistungsfähigkeit von Solarpaneelen geht.

Und selbstverständlich kann es natürlich auch im Sommer in Portugal eine Schlechtwetter-Phase geben und während drei Wochen Roadtrip kommt an keinem einzigen Tag der Durchschnittswert von 500 Wh rein. Obwohl man diesen Faktor natürlich nicht beeinflussen kann, ist neben deinem persönlichen Strombedarf die zu erwartende Sonnenenergie an deinen bevorzugten Reisezielen der wichtigste Faktor bei der Frage, wie viel Solar du nun wirklich auf deinem Camper brauchst.

Praxisbeispiele mit realistischem Solaranlagen-Setup

Um diesen theoretischen Rechenbeispielen einen mehr praktischen Bezug mit realistischen Umständen zu geben, schauen wir uns nun einmal zwei unterschiedliche Fahrzeuge an. Diese Setups kommen in unseren Kundenberatungen häufig vor und bilden daher eine gute Grundlage, um dich in einem davon wiederzuerkennen oder um gut auf dein eigenes Projekt umrechnen zu können.

Van mit Durchschnittsverbrauch von 1 – 1,5 KWh und 400 Wp Solar

Im Vanbereich trifft man häufig auf einen täglichen Durchschnittsverbrauch an Energie von 1 – 1,5 KWh. Das beinhaltet keine überdurchschnittlichen Verbraucher wie etwa elektrisches Kochen. Mit Kompressorkühlschrank, Druckwasserpumpe, Beleuchtung, dem Laden von Kleingeräten usw., ist man damit aber ziemlich auf der sicheren Seite.

Weiterhin sind 400 Wp Solar auf dem Dach eine realistische Größenordnung zum Aufbau auf dem Camperdach. Trotz Dachluken, Entlüftungspilz o.ä. bietet ein Van bei Verwendung effizienter Solarpanels normalerweise genug Platz zur Unterbringung von 400 Wp.

Busbastler Van mit tigerexped Solarmodulen
Fast quadratisches Sonderformat bei black tiger 180 macht auf dem Dach dieses Vans sogar 900 Wp möglich.

Wann und wo kann ich mit diesem Camper autark sein

Wie wir weiter oben gesehen haben, stehen wir bei 400 Wp Solar auf dem Dach damit im Juni in Norwegen mit 1320 Wattstunden ziemlich gut da (330 Wp x 4). Bedenken wir nun noch, dass Sommer ist und man viel Zeit draußen verbringt, man fast keine Standheizung braucht und durch die langen Tage auch wenig Beleuchtung, können wir davon ausgehen, dass uns dieses Setup ausreicht, um autark zu sein.

Im Dezember dagegen reichen nicht einmal in Portugal die dann 150 x 4, also 600 Wattstunden Ertrag aus, um auch nur annähernd autark zu sein. Wir müssten bei diesem Setup und Verbrauch schon Richtung Casablanca fahren, um nicht auf Landstrom angewiesen zu sein.

Expeditionsmobil mit Durchschnittsverbrauch von 2 – 3 KW und bis zu 1500 Wp Solar

Bei dem Platzangebot auf LKW Dächern, lassen sich gut und gerne mal 1000 – 1500 Wp Solar montieren. Doch auch der durchschnittliche Verbrauch ist in solchen Fahrzeugen aufgrund höherer Anforderungen seiner Besitzer im Allgemeinen größer. Ein durchschnittlicher Verbrauch spielt sich hier in Größenordnungen von 2 – 2,5 KWh ab – kommen eine kleine Waschmaschine, Elektroofen oder Induktionskochfeld dazu, auch mal bei 3 KWh pro Tag.

Bei 330 Wh x 10 Panels, liegt der Ertrag im Sommer in Bergen bei über 3 KWh pro Tag, womit dieses Expeditionsmobil frei von Steckdosen oder sonstigen Stromquellen autark stehen kann.

Doch selbst bei 1000 – 1500 Wp auf dem Dach UND dabei aufgestellten Solarmodulen: Im Dezember in Bergen wird man nicht einmal mit dem Durchschnittsverbrauch des Vans autark sein können. Zur Erinnerung: Gerade mal 20 Wh erreichen wir hier pro 100 Wp Solarmodul und Tag – bei 1000 Wp auf dem Dach also gerade einmal mickrige 200 Wh.

Gewöhnliches Solar-Setup der LKW-Klasse. Dieses Expeditionsmobil hat mit 8 x black tiger 180, insgesamt 1440 Wp auf dem Dach

Was also tun, um im Winter autark zu sein

Die Solaranlage auf Extreme (Winter im Norden) optimieren zu wollen, macht tatsächlich keinen Sinn. Die benötigte Menge an Solarmodulen, die dafür notwendig wäre, ist auf einem normalen Reisefahrzeug einfach nicht unterzubringen. Das Laden über die Lichtmaschine während der Fahrt und einhergehend kürzeren Standzeiten, wird damit zu einem wichtigen Faktor.

Für Übergangszeiten, also Frühling und Herbst, sowie gemäßigt nördliche Breitengrade, macht die Anschaffung eines zusätzlichen Faltmoduls Sinn, das flexibel zur Sonne ausgerichtet mobil aufgestellt und mit dem Sonnenstand gedreht werden kann. Bei beispielsweise zusätzlichen 180 Wp, können Engpässe sehr gut aufgefüllt werden.

Faltbares Solarmodul big tiger – immer optimal nach der Sonne ausrichtbar ohne umzuparken.


Du möchtest dir von Lars oder einem unserer anderen Techniker bei der Ermittlung deines persönlichen Strombedarfs und der Zusammenstellung passender Ladequellen helfen lassen? Wir bieten dazu telefonische Beratung an und stellen ein individuelles Angebot mit perfekt aufeinander abgestimmten Komponenten für dich zusammen. Zusätzlich erhältst du vereinfacht dargestellte Schaltpläne und eine Einbauanleitung. Das klingt gut?

Möglichst viel Solarertrag – Das kannst du noch tun

Wie wir gesehen haben, ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Frage, wie viel Solar man braucht, nur durch die Wahl unserer Reiseziele zu beeinflussen. Bei gleichbleibendem Verbrauch werden andere Einflussfaktoren zwar auch nicht den Winter in Norwegen autark machen können, doch wenn wir sie bei der Zusammenstellung unserer Solaranlage beachten, können wir gerade für die Übergangszeiten und Übergangsgeographie das möglicherweise entscheidende Quäntchen mehr herausholen.

Auf den Wirkungsgrad achten

Wir haben nur eine bestimmte Dachfläche zur Verfügung – es gilt, sie bestmöglich zu nutzen. Dafür sollte bei der Auswahl von Solarmodulen auf einen möglichst hohen Zellwirkungsgrad geachtet werden. Dieser gibt nicht die theoretische Gesamtleistung des Panels an, sondern wie leistungsfähig die einzelnen Zellen sind, bzw. wie viel Prozent von dem eintreffenden Licht tatsächlich von dem Panel in Strom umgewandelt werden kann. Ist der Wirkungsgrad höher, kann auf kleinerer Fläche mehr Strom produziert werden.

Temperaturkoeffizienten berücksichtigen

Die Temperatur beeinflusst ebenfalls die Leistungsfähigkeit eines Solarpanels. Während der theoretische Wert von 100 Wp von einer Temperatur von 25°C ausgeht, ist dieser Wert bei einem Spanienurlaub im Sommer absolut unrealistisch. Panel-Temperaturen zwischen 60 und 70 Grad sind völlig normal – und mit jedem Grad über 25, reduziert sich die Leistung des Solarmoduls.

Besonders betroffen von diesem Effekt sind flächig zu verklebende Modelle. Im Unterschied zu Modulen, die auf Solarhalteecken oder einem Dachträger montiert werden, fehlt ihnen die Unterlüftung, wodurch sie schlechter gekühlt werden.

Für beide Bauarten gilt: Achte beim Kauf auf einen niedrigen Temperaturkoeffizienten. Dieser mildert den Effekt ab und kann im Vergleich bis zu 25% mehr Leistung bei Hitze bedeuten.

Temperatur-Fun Fact:

Mit einigem Erstaunen erreicht uns manchmal die Frage, ob mit dem verbauten Solarpanel etwas nicht stimmt, da laut Systemüberwachung angeblich gerade mehr Leistung erbracht wird, als auf dem Datenblatt angegeben wird (beispielsweise 100 Wp).

Dies kann tatsächlich der Fall sein, wenn die hoch stehende Mittagssonne vom eisig kalten Winterhimmel scheint. Während die Leistung über 25°C abnimmt, darfst du dich (abhängig vom Einfallswinkel der Sonne), bei tiefen Temperaturen auch mal über mehr Leistung freuen. Die 100 Wp sind also nicht der Maximalwert, den das Panel liefern kann, sondern eben der Wert bei den durchschnittlich angenommenen, theoretischen Standardbedingungen.

Auf Trenndioden-Verschaltung achten

Bei einer teilweisen Verschattung ist häufig das komplette Panel nicht mehr leistungsfähig. Achte deswegen beim Kauf auf eine geschickte Verschaltung des Solarmoduls mit Trenndioden – damit können die in der Sonne befindlichen Zellen unabhängig weiter Energie produzieren.

black tiger Solarmodule

black tiger Solarmodule wurden von uns auf die gerade genannten und weitere Punkte optimiert. Zusätzlich gewährleistet eine vollflächige Kupferbeschichtung auf der Rückseite höchste Ausfallsicherheit. Die hochwertigen Solarmodule gibt es in diversen Sonderformaten, um die vorhandene Dachfläche bestmöglich nutzen zu können.

Einen Regler pro Panel verbauen

Ein MPPT-Regler kann nicht für mehrere Module gleichzeitig den optimalen Leistungspunkt bestimmen. Sind mehrere Module an einem einzelnen Regler angeschlossen, ist dieser gezwungen, mit einem Durchschnittswert zu rechnen. Um die bestmögliche Leistung aus jedem Modul herauszuholen, sollte jeweils ein eigener MPPT-Regler verbaut werden.

Fazit

Wie viel Solar man auf Camper oder Wohnmobil braucht, ist nicht nur vom persönlichen Stromverbrauch abhängig. Auch ist die Frage nicht allein anhand der auf den Modulen angegebenen Leistungsdaten zu beantworten, denn 400 Wp auf dem Dach bringen keinen definierten Ertrag.

Von den offensichtlichen Unterschieden bei Sonne oder Bewölkung einmal abgesehen, spielt die Lage der bevorzugten Reiseziele die größte Rolle bei der Dimensionierung einer Solaranlage.

Nutze Globalstrahlungskarten, um für gemäßigte Breitengrade und Übergangszeiten zu optimieren, denn Stromautarkie allein durch die Solarenergie anzustreben, ist bei extremen Verhältnissen (z.B. Winter im hohen Norden) nicht sinnvoll und lieber durch eine geschickte Mischung unterschiedlicher Arten der Stromerzeugung zu realisieren.

Unsere Experten helfen dir beim Zusammenstellen einer entsprechenden Anlage gerne weiter.


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Geht nicht gibts nicht – Die UFO Entwicklungs-Story

Geht nicht gibt’s nicht –
Die UFO Entwicklungs-Story

„Elektrische Anlagen in Reisefahrzeugen werden immer komplexer, doch Elektrotechnik studiert noch immer nicht jeder.
Selbstausbauer stehen hier vor einer echten Herausforderung, bei der wir helfen wollen.“

Martin Henning – Technische Entwicklung tigerexped

Spätestens seit tigerexped angefangen hat, ein modulares Elektrik-System zu entwickeln,
fällt die von Martin hier angesprochene Problematik in den Teams Kundensupport und Technik immer stärker auf. Zwar sind ein individuell durch den Profi zusammengestelltes Paket an Komponenten und vereinfachte Schaltpläne eine tolle Sache, trotzdem setzt der immer größer
werdende Funktionsumfang heutiger Elektronik, immer mehr (oft nicht vorhandenes) Grundlagenwissen voraus.

Neben fehlendem Know-how sind Zeit- und Platzbedarf die größten Mankos. Der Systemaufbau aus einer Vielzahl an Sammelschienen und Sicherungshaltern, bei dem man sich am Ende noch mit „von-Fall-zuFall-Custom-Lösungen“ behelfen muss, kostet den professionellen Hersteller viele Stunden an Arbeitszeit – und Selbstausbauer den letzten Nerv.

Gute Ansätze zu Ende denken

Natürlich sind wir nicht die Ersten, die in dieser Hinsicht Produktentwicklung betreiben. Der Stromverteiler, der nach intensiven Marktrecherchen in unserem Modulsystem zum Einsatz kam,
leistet zwar eine gute Grundlage, am Ende fehlten uns aber auch hier entscheidende Funktionen, die die Sache erst so richtig sinnvoll machen würden.

Was müsste dieses Produkt, zu Ende gedacht, also können, um ein großes Elektriksystem mit geringstem Installationsaufwand und dazu technisch optimal miteinander zu verbinden?

„Zunächst haben wir also anhand vorhandener Vorbilder einen groben Entwurf skizziert, der alle gewünschten Verbesserungen enthielt und diesen an unseren erfahrenen Entwicklungspartner und Hersteller geschickt.“

… sagt Martin, der sein Know-how als Elektroingenieur genauso in den Entwurf einfließen lassen
konnte, wie die Supporterfahrung des tigerexped Technik-Teams.

Die erste Umsetzung in 3D ließ allerdings keinen Zweifel daran, dass das noch nicht der Weisheit
letzter Schluss sein konnte – eine Innovation an Platzersparnis haben wir mit einem Kasten von 36×24 cm zumindest nicht geschaffen.

Zu sagen „dann geht das halt nicht“, war allerdings keine Option. In den folgenden Monaten lief das CAD für 3D Modelle auf dem Rechner heiß. Man musste das ja irgendwie komprimieren können, ohne an Funktionsumfang zu verlieren.

Und das konnte man auch.

Nach unzähligen Nachtschichten mit Formdesign von Busbars und Verteilung von Kabelanschlüssen, war ein Bauteil mit außergewöhnlicher Gestaltung entstanden. Würden in unserer an rechteckige Komponenten gewohnten Welt, die Reisefahrzeugbauer einem UFO-förmigen Gebilde eine Chance geben? Wer es von der technischen Seite betrachtet, den überzeugen die Vorteile auf jeden Fall sofort und so MUSSTE man es einfach ausprobieren.

Ein großer Schritt der Entwicklung war nun getan. Doch bis das erste TEXU400 (TEX = tigerexped,
U = UFO, 400 = Ampere max.) in einem Reisefahrzeug verbaut werden sollte, war noch ein langer Weg mit Höhen und Tiefen zu bewältigen und Fragen über Fragen zu klären.

Fragen über Fragen

Wie kann ein einhändig zu bedienender Verschluss beschaffen sein, bei dem man keine Einzelteile verlieren kann? Und wie bekommt man beides für die angestrebte ISO-Zertifizierung zur Verwendung in explosiver Umgebung zündgeschützt abgedichtet?

Wie müssen Widerstände und Dioden verschaltet sein, um bei Verwendung mit hohen Spannungen bis 48 Volt, ein Glimmen von LED Anzeigen auf Verbraucherseite zu vermeiden?

Und welcher Spritzgusshersteller kann überhaupt die Fertigung der anspruchsvollen Basisplatte bewerkstelligen?

Die Entwicklung des TEXU400, wir nennen es liebevoll unser UFO, führte bei allen Beteiligten
zu heißlaufenden Verdrahtungen in den Köpfen. Durch stetige Optimierung, die teilweise auch
die Einbeziehung von Herstellungsprozessen aus anderen Bereichen
beinhaltete, wurde der Prozess Schritt für Schritt vorangetrieben.

Tests in der Elektrohölle

Die Produktion erster Prototypen mündete schließlich in umfangreiche Testreihen – und für die
UFOs in der Schreckenskammer für Elektrokomponenten: Dem Backofen.

Es zeigte sich dabei, dass eine simulierte Reisefahrzeug-Elektrokomplettinstallation unter absoluter Maximalbelastung mit höchstem Stromfluss in dieser Größenordnung gar nicht so einfach im Backofen abzubilden ist. Doch auch der Aufwand von über 25 Testreihen, zahlte sich durch teils überraschende Ergebnisse und daraus abgeleiteten Verbesserungen aus.

Versuchsaufbau im „Backofen“

Wärmebild eines im Versuchsaufbau befindlichen UFO-Prototypen

ÜBERRASCHUNGEN BRINGEN OPTIMIERTE LÖSUNGEN

Keiner der entwickelnden Spezialisten hatte beispielsweise damit gerechnet, dass die
Hitzeentwicklung mit und ohne Deckel sich kaum voneinander unterscheiden würde. Statt wie
erwartet der Wärmestrahlung, war der Wärmeleitung in den Kabeln, ausgehend von den
Sicherungen, die größte Aufmerksamkeit zu schenken.

Hotspots galt es für einen sicheren Betrieb des UFOs und der ganzen elektrischen Anlage unter allen Umständen zu vermeiden. Mit den gewonnenen Erkenntnissen wurden deshalb eigene Regeln zur Dimensionierungen von Busbars und Kabelstärken entwickelt. Durch größere als den üblicherweise verwendeten Querschnitten, kann beim Verbau eines UFO somit selbst im Überlastfall leistungsstarker Verbraucher höchste Betriebssicherheit garantiert werden.

Nebenbei führte der Druck von 3D Modellen nicht nur zu Schweißperlen auf der Stirn unserer Finanzbuchhaltung, sondern auch zu der spannenden Erkenntnis, dass bestimmte Ecken und Kanten nicht am digitalen Modell, sondern nur „in der Hand“ erkannt werden können.

NEU, HILFREICH UND AUCH GUTAUSSEHEND

Marktneuheiten wie Shunt-Brücke und MEGA-Sicherung mit doppeltem Anschluss wurden final realisiert – und hübsch aussehen durfte es natürlich auch noch. Ein Mix aus glänzenden und satinierten Oberflächen und z.B. Beschriftungsstickern, die nicht lieblos aufgeklebt, sondern in entsprechende Vertiefungen im Deckel eingelassen werden, machen den Entwicklungsaufwand zwar nicht geringer, aber die Freude am Produkt auf allen Seiten größer.

Den passenden Rahmen bildet das Verpackungsdesign, das ebenfalls so einige Überraschungen bereithalten kann. Mit seinem Gewicht von knapp 3 kg, ließ uns das UFO denn auch mehrfach Hand an der Verpackung anlegen. Schließlich soll diese nicht nur aus nachhaltigen Materialien bestehen, sondern auch dafür sorgen, dass alles wohlbehalten beim Kunden ankommt und die Augen beim Auspacken leuchten. Wer kauft sich schließlich schon gern etwas, das lieblos gemacht aussieht.

Das Auge isst mit“, gilt nicht nur beim Kochen.

Damit der Glanz in den Augen auch nach dem Auspacken nicht verblasst, haben wir uns außerdem viele Gedanken zur Bedienungsanleitung gemacht. Probleme bei der Installation sollten vorhergesehen und dem Kunden so von vorneherein erspart bleiben.

Letztendlich wurde durch das Funktionsdesign des UFO allerdings bereits so viel System-Know how in ein Produkt gegossen, dass üblicherweise auftretende Fehlerquellen bezüglich der Zuordnung von Anschlüssen erst gar nicht mehr vorhanden sind.

Das tigerexped UFO hält inzwischen den kritischen Blicken ob seiner ungewöhnlichen Form stand und überzeugt Fachleute und Kritiker

Der Wegfall von 50% aller Kabelcrimpungen macht das Ganze noch einmal sicherer und bequemer.

Letztlich haben wir mit dem UFO unser Ziel erreicht, professionellen Fahrzeugherstellern und ambitionierten Selbstausbauern die Vorteile zu bieten, die sie von einer echten Zentralelektrik als Herz ihrer Anlagen erwarten dürfen:

Eine schnelle, fehlervermeidene Installation, die auch noch wenig Platz verbraucht und Kosten gegenüber dem Kauf von Einzelkomponenten spart. Dazu ermöglicht die Ausfallkontrolle bei geschlossenem Cover auch für Laien eine deutlich vereinfachte Fehlerzuordnung und dem Hersteller einen unkomplizierten, zeitsparenden Support.

Inzwischen hat sich das TEXU400 zur Lösung der Probleme bei größeren Installationen hervorragend bewährt. Durch die gesammelten Erfahrungen während der ein Jahr lang dauernden Arbeit am Produkt, können wir nun, nach nur der Hälfte der urspünglichen Entwicklungszeit, stolz die Landung des 200er UFO bekanntgeben und so auch den Erbauern kleinerer Reisefahrzeuge die Vorteile der UFO-Reihe zugute kommen lassen.

TEXU400 und TEXU200 im maßstabsgetreuen Größenvergleich

Du hast ein UFO verbaut? Zeig es uns!

Als eines unserer absoluten Herzensprojekte freuen wir uns natürlich besonders, TEXUs in Aktion zu sehen! Wir freuen uns über Bilder eurer Einbauten auf Social Media, die wir natürlich gern auf unseren Kanälen featuren, wenn wir sie durch entsprechende Verlinkung entdecken.

Nutze gerne direkt unseren Kanal tigerexped oder den #rumtigern bei Instagram.

UFO-Intstallation unseres Partners Dominik von Freundship


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Warum brennt eine 100A Sicherung bei 100A nicht durch?

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Diese gute Frage eines Kunden erreichte uns nach dem Kauf einer unserer Sicherungsautomaten. Trotz des angegebenen Werts von 100A für die Sicherung, löste dieser bei gemessenen 100A nicht aus.

Ist der Sicherungsautomat also kaputt?

Um das zu klären, beschäftigen wir uns jetzt einmal mit Aufbau und Verhalten von Sicherungen, die nach dem thermischen Prinzip arbeiten.

Kurze Begriffsklärung vorab: Sicherung vs. Sicherungsautomat

Unter einer Sicherung verstehen wir gemeinhin ein Einweg-Produkt. Einmal durchgebrannt, ist sie kaputt und muss ersetzt werden.

Ein Sicherungsautomat dagegen brennt nicht durch, sondern löst aus. Er kann mit dem Umlegen eines kleinen Hebelchens wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt und damit dauerhaft und immer wieder verwendet werden. Unsere tigerexped Sicherungsautomaten lassen übrigens auch das manuelle Trennen des Stromkreises zu (das entspricht also dem „ziehen“ einer normalen Sicherung). So kann z.B. gefahrlos im Stromkreis gearbeitet, und dieser anschließend durch das Hebelchen wieder geschlossen werden.

Wie funktioniert eine Sicherung

Eine Sicherung brennt durch (oder löst aus, im Falle eines Sicherungsautomaten), wenn das Bimetall, das sich in ihrem Inneren befindet, warm wird.

Das bedeutet es darf nicht bereits warm sein, wenn die angegebene Amperezahl erreicht wird, sonst könnte die Sicherung dieser Strombelastung (bei der sie noch nicht durchbrennen soll), nicht dauerhaft standhalten und würde viel zu früh durchbrennen.

Um den entscheidenden Temperaturunterschied zu erzeugen, muss also noch mehr Strom fließen.

Zeit vs. Strom

Schaut man in die Datenblätter von Sicherungsherstellern oder, wie in unserem Fall, einfach auf die Packung des von unserem Kunden gekauften Sicherungsautomaten, wird man Tabellen oder Graphen finden, die Zeiten und Ströme angeben.

Dabei ist gut zu erkennen, dass jede Sicherung deutlich mehr aushalten kann, als der auf ihr angegebene Wert. Die aufgedruckte Amperezahl kann teilweise minutenlang um 150 – 200% überschritten werden, bis der Punkt des Durchbrennens erreicht ist, bzw. hält die Sicherung für mehrere Sekunden sogar bis zu 500% des Wertes aus.

Es braucht also regulär eine Überschreitung der Strombelastung über den angegebenen Wert hinaus, was nicht nur zu einer stromtechnischen, sondern auch zu einer zeitlichen Verzögerung führt, bis das Bimetall heiß genug zum Durchbrennen ist.

Es gilt:
Je höher der Strom den angegebenen Wert übersteigt, desto kürzer die Zeit bis zum Durchbrennen.

Dieses Verhalten von Sicherungen ist also völlig normal. Der Sinn dahinter ist, dass sie im Dauerbetrieb bei dem angegebenen Wert noch nicht durchbrennen sollen, sondern erst darüber.

Verhalten von Sicherungen - Temperatur vs. Strom
Verhalten eines tigerexped Sicherungsautomaten – Verhältnis Strombelastung zu Zeit bis zum Auslösen

Könnte eine Sicherung nicht auch punktgenau auslösen?

Nein. Sicherungen, die nach einem thermischen Prinzip arbeiten, können nicht für punktgenaues Durchbrennen oder Auslösen verwendet werden.

Würde man, wie in unserem Beispiel, den Stromkreis bei exakt 100A trennen wollen, müsste eine Strommessung in den Stromkreis eingebaut und auf andere trennende Elemente wie Relais, MOSFET o.ä. zurückgegriffen werden.

Fazit

Eine Sicherung, die nicht exakt bei dem aufgedruckten Wert auslöst, ist nicht kaputt.

Damit sie im Dauerbetrieb nicht zu früh durchbrennt, muss die auf das Bimetall wirkende Hitze erst erhöht werden und dies geschieht durch eine über dem Nennwert liegende Strombelastung. Je höher der Strom dabei über dem aufgedruckten Wert liegt, desto kürzer die Zeit, bis das Bimetall zu heiß und das Durchbrennen ausgelöst wird.

Sicherungen nach thermischem Funktionsprinzip können aus diesem Grund nicht für punktgenaues Auslösen verwendet werden.

In den Datenblättern der Hersteller sind Tabellen und Graphen zum Verhalten der jeweiligen Sicherung zu finden.


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Kabelquerschnitt berechnen – Formel verstehen & Ergebnis beurteilen

Kabelquerschnitt berechnen –
Formel verstehen & Ergebnis beurteilen

Egal, ob du Strom für Geräte und Steckdosen im Camper verlegst, oder Zuhause: Den richtigen Kabelquerschnitt berechnen, ist dabei immens wichtig. Auf der einen Seite gehen in Zeiten steigender Kupferpreise unnötig dicke Kabelquerschnitte richtig ins Geld und bedeuten zusätzliches Gewicht, auf der anderen Seite stellt ein zu dünn gewähltes Kabel ein Sicherheitsrisiko dar.

Hier lernst du selbst zu berechnen, welcher Kabelquerschnitt genau passt und zu verstehen, warum – und aus welchen Gründen es trotz einer Vielzahl an Onlinerechnern wichtig ist, das selbst zu können. Außerdem beschäftigen wir uns damit, wie sich Temperatur und Verlegeart deiner Kabel auf die Stromtragfähigkeit eines Leitungsquerschnitts auswirken.

Hierzu stellen wir dir hilfreiche Tabellen zur Verfügung, welche du im PDF-Format ansehen, sowie herunterladen und ausdrucken kannst.

Und keine Sorge: Das alles ist gar nicht so schwer, wie es sich anhört.

Noch ein Hinweis vorab:

Überprüfe vor der Verkabelung der elektrischen Geräte deines Systems noch einmal deren Anordnung und wie sinnvoll dabei die Kabel zu führen sind. Oft wird damit begonnen, die größten Geräte dem Platzangebot entsprechend zuerst zu montieren, die kleinen füllen dann in die verbleibenden Lücken.

Eine Anordnung nach Funktionsgruppen macht hier wesentlich mehr Sinn, das stellt sich häufig beim Verkabeln heraus.

Dein System ist noch gar nicht komplett?

Wir bieten dir telefonische Beratung inklusive Bedarfsberechnung für deinen persönlichen Anwendungsfall und stellen die erforderlichen Komponenten vom Solarmodul bis zur Sicherung dahingehend passend zusammen – sodass nicht nur der Kabelquerschnitt passt, sondern auch die Komponenten zueinander und deine Anlage zuverlässig und sicher funktioniert.

Erfahre hier mehr und fordere deine unverbindliche persönliche Beratung an.

Kabelquerschnitt ausrechnen – Der Spannungsabfall

Grundsätzlich ist ein Kabel ein Widerstand. Die von Plus- zum Minuspol durch das Kupfer fließenden Elektronen erzeugen Reibung und können nicht völlig ungehindert durch das Kabel strömen. Je länger und je dünner das Kabel, desto größer ist diese Reibung – der Widerstand wird also mit zunehmender Länge und kleinerem Querschnitt des Kabels größer.

Der Widerstand bewirkt zwei Dinge: Erstens, das Kabel erwärmt sich. Zweitens, ein kleiner Teil der anliegenden Spannung geht verloren. Diese verloren gehende Spannung wird als Spannungsabfall bezeichnet.

Den Spannungsabfall gilt es zu begrenzen. Nicht zuletzt hängt die Funktion vieler Geräte davon ab, dass ein gewisses Spannungsniveau gehalten wird.

Bei empfindlichen Geräten sollte der Spannungsabfall auf maximal 2% begrenzt werden (z.B. Ladegeräte, Solarregler ohne eigene Spannungsmessleitung). Bei unkritischen Geräten, wie etwa einer Lampe oder einer Wasserpumpe, kann man bis zu 4% Spannungsabfall in Kauf nehmen.

Spannungsabfall vs. Kabellänge

Das Kabel muss also dick genug sein, um den Spannungsabfall auf ein gewisses Maß zu begrenzen. Nun haben allzu dicke Kabel zwei echte Nachteile: Sie schlagen richtig auf den Geldbeutel und sind auch noch verdammt schlecht zu verlegen.

Um ein dünneres Kabel nehmen zu können, gibt es dabei nur eine Möglichkeit: Du musst die notwendige Kabellänge möglichst gering halten. Je mehr „Saft“ ein bestimmter Verbraucher zieht, desto wichtiger ist es, diesen möglichst nahe an der Batterie zu platzieren. Ein leistungsstarker Inverter mit 3000 Watt z.B., braucht schon nahe der Batterie ein dickes Kabel, sagen wir mal 70 mm². Bei einer Platzierung weit von der Batterie entfernt, müsste das Kabel also theoretisch NOCH dicker werden, was zu absurden Kabelstärken führt, sowie zu Kabelschuhen, die man kaum noch anschrauben kann usw. In der Praxis sind solche Anwendungen unbedingt zu vermeiden.

MERKE:
Je größer die Leistungsaufnahme des Verbrauchers, desto näher sollte sich der Einbauort an den Batterien befinden.

Die Leistung des Verbrauchers

Die dritte Komponente, die wir neben Spannungsabfall und Kabellänge zur Berechnung des Leitungsquerschnitts berücksichtigen müssen, ist (wie schon angedeutet), die Leistung des Verbrauchers.

Die Angabe der Leistung erfolgt in Watt (W).
Man kann die Leistung in vielen Fällen einfach auf dem Typenschild des Gerätes ablesen und in die entsprechende Formel einsetzen – auf diese kommen wir gleich zu sprechen. Zuvor klären wir aber noch, wie du Watt ausrechnest, wenn die Angabe NICHT auf dem Gerät zu finden ist.

Beispielrechnung: USB-Steckdose

Spielen wir nun einmal ein Beispiel mit einer Aufgabe durch, vor der jeder von uns einmal stehen kann: Der Einbau einer USB-Steckdose.

In unserem Beispiel geht es um eine leistungsstarke USB-Dose mit zwei Anschlüssen, die deine Geräte gleichzeitig mit jeweils 2 Ampere laden kann .

USB-Steckdosen von tigerexped
USB-Steckdosen aus dem tigerexped 1 1/8 Zoll Einbausortiment

Legen wir los:

Auf der Packung oder dem Typenschild steht:

5 Volt (V) und 2 x 2 Ampere (A)

Die Formel zur Berechnung der Leistung hat jeder vermutlich schon irgendwann einmal gehört. Sie lautet

Leistung (P) = Spannung (U) x Strom (I)

Mit unseren Zahlen für die USB-Steckdose ist die Rechnung also

P = 5 x 2 x 2 = 20 W

Bei voller Belastung würde die Dose damit 20 Watt Leistung ziehen.

TIPP: Sicherheitspuffer einrechnen.
Rechne einen Sicherheitspuffer obendrauf, der Störeffekte und einen damit nicht hundertprozentigen Wirkungsgrad kompensieren kann. Wir veranschlagen hier 20%.

Wir gehen also insgesamt von 24 Watt Leistung aus, denn

20 W x 1,2 = 24 W

Mit wie viel Spannung rechnen im 12 V System

Bevor wir nun unsere Zahlen zum Kabelquerschnitt berechnen in die entsprechende Formel einsetzen, müssen wir uns noch damit auseinandersetzen, dass man auch in einem 12 Volt System nicht einfach immer mit 12 Volt rechnen kann.

Faustregel:
Man rechnet mit der niedrigsten Spannung, die im System auftreten kann, denn bei der niedrigsten Spannung ist der durch das Kabel fließende Strom am größten.

Wie niedrig kann also in einem Camper mit 12V System die Spannung werden? Das hängt damit zusammen, welche Akku-Technik im Einsatz ist. Eine normale Bleibatterie sollte man nicht unter 10,7V entladen, um bleibende Schäden zu vermeiden. Die meisten Unterspannungsschutz-Systeme schalten aus diesem Grund bei diesem Wert (einstellungs- und batterietypabhängig) auch ab.

Wie viel Strom fließt also in einem 12V System bei einer Leistungsaufnahme des Verbrauchers von 24 Watt: Um das auszurechnen, teilen wir Leistung (Watt) durch Spannung (Volt). Leicht festzustellen ist anhand dieser Rechnung, dass eine höhere Spannung automatisch einen geringeren Strom ergibt, also ist es genau richtig, den maximal fließenden Strom auszurechnen, indem wir von der geringsten Spannung ausgehen. In unserem Fall sind das

24 W : 10,7 V = 2,24 Ampere

Spannungsabfall einrechnen

Wie weiter oben bereits festgestellt, ist jedes Kabel ein Widerstand, auf dem uns ein bisschen Spannung verlorengeht. Nehmen wir an, wir möchten uns nicht mehr als 2% Spannungsabfall leisten. Die Rechnung lautet in diesem Fall

2% von 10,7V = 0,214V

Dieser Wert fließt gleich in unsere Rechnung mit ein.

Kabellänge einrechnen

Die Kabellänge setzt sich immer aus dem Hin- und dem Rückweg von der Batterie zum Verbraucher zusammen. Befindet sich der Einbauort der USB-Dose 3 m von der Batterie entfernt, benötigen wir 3 m Plus- und 3 m Minuskabel, die wir beide in die Berechnung mit einfließen lassen. In die Formel für den richtigen Kabelquerschnitt unserer USB-Dose setzen wir also einen Wert von 6 m für die Kabellänge mit ein.

Ein Sonderfall ist das Anklemmen eines Pluskabels von der Batterie zum Verbraucher, während Minus über eine Blechkarosserie abgeführt wird. Die Karosserie ist ein extrem dicker Leiter, weshalb wir einen Spannungsabfall von null annehmen. In diesem Fall wird nur die Länge der Plusleitung für die Berechnung herangezogen.

Leitfähigkeit des Kabels

Das verwendete Leitungsmaterial spielt ebenfalls eine Rolle, denn es gibt Kabel aus Alu, Kupfer oder Eisen, die alle eine unterschiedliche Leitfähigkeit aufweisen. In aller Regel wirst du beim Verlegen von elektrischen Verbrauchern in deinem Camper jedoch Kabel aus Kupfer verwenden, denn alles andere hat im Reisefahrzeug-Ausbau eigentlich nichts zu suchen.

Das vereinfacht uns die Sache, da wir immer mit ein und derselben Zahl arbeiten können. In entsprechenden Leitfähigkeitstabellen ist der entsprechende Wert für Kupfer zu finden und beträgt 58 Siemens (der Wert kann in unterschiedlichen Tabellen leicht variieren, aber indem du dir einfach nur die Zahl 58 merkst, bist du gut beraten). Die 58 steht für alle Kupferkabel, die du jemals im Leben verlegen möchtest fest.

Wichtiger Hinweis zum Kauf von Kupferkabeln:

Kupferkabel ist nicht gleich Kupferkabel. Es sollte eine feinadrige Litze sein. Achte beim Kauf am besten auf die Bezeichnungen FLY oder FLR-Y als Hinweis auf den aktuellen Automotiv-Standard.

Hier geht es zu unserem umfangreichen Kabelsortiment mit hochwertigen FLY und FLRY Kabeln und Installationszubehör

Kurze Zusammenfassung unserer ermittelten Werte

Kabellänge: 6 m
Strom: 2,24 A
Spannungsabfall: 0,214 V
Leitfähigkeit: 58 Siemens

Kabelquerschnitt berechnen – Die Formel

Kommen wir mit unseren zusammengetragenen Werten nun zur „Weltformel des Kabelquerschnitts“: Sie lautet


A =



Kabellänge
×
Stromstärke

Leitfähigkeit×Spannungsabfall


und für unsere USB-Dose damit


A =



6m
×
2,24A

58×0,214V


Achtung beim Rechnen mit Taschenrechner

Vergiss nicht, das Ergebnis aus der oberen Hälfte des Bruchs durch den kompletten Nenner zu teilen, sonst erhältst du ein falsches Ergebnis!

Rechne also erst 6 x 2,24 und tippe schon mal auf = , um das Ergebnis zu speichern. Tippe dann auf „Teilen durch“ und setze die Rechnung 58 x 0,214 in Klammern, um den korrekten Wert zu erhalten.

Kabelquerschnitt aufrunden

Unserem Ergebnis zufolge brauchen wir ein Kabel mit 1,082 mm² Kabeldurchmesser, um die USB-Dose sicher und mit der gewünschten Leistung, aber nicht zu teuer anschließen zu können.

1,082 mm² ist jedoch keine gängige Kabelgröße und in keinen Laden zu finden. Bei solchen Rechenergebnissen ist es völlig fachgerecht auf die nächste, gängige Kabelgröße aufzurunden. In unserem Beispiel wäre das eine Kabelstärke von 1,5 mm².

Zusammenfassung der Berechnung

Auch wenn wir jetzt viel geschrieben haben, reduziert sich das Ausrechnen des Kabelquerschnitts auf zwei ganz simple Schritte.

Zwei Zahlen kann man sich schon mal grundsätzlich merken, die bleiben immer gleich – nämlich 58 und 0,214. Das Ergebnis aus diesen beiden, 12,412 kann man sich einfach merken und rechnet dann immer einfach Kabellänge x Strom durch 12,412 und schon hat man den Kabelquerschnitt ausgerechnet.

Kabelquerschnitt Rechner

Wenn du dich nun fragst, warum du dir das alles hier überhaupt merken solltest, weil es hunderte Kabelquerschnitt Onlinerechner gibt:

Ja, man kann sich den Kabelquerschnitt ohne selbst auf x oder andere Rechenzeichen drücken zu müssen, von diversen Rechnern im Internet anzeigen lassen. Du solltest jedoch bedenken, dass es im Netz viele Rechner für viele verschiedene Anwendungsfälle gibt. Ist man nicht in der Lage selbstständig zu kontrollieren, was ein im Internet gefundener automatischer Rechner so tut und ob er ein passendes Ergebnis auswirft, sollte man sich darauf einfach nicht verlassen.

Selbstverständlich kannst du einen Onlinerechner benutzen und immer wieder verwenden, wenn er sich dein Vertrauen einmal verdient hat. Kontrolliere zu Beginn in ein oder zwei Stichproben das Ergebnis, um zu beurteilen, ob der Rechner für deine Zwecke taugt.

Was Onlinerechner ebenfalls nicht tun: Das Ergebnis in ein sinnvolles Verhältnis zu Verlegeart und Stromtragfähigkeit deiner Kabel zu setzen. Dies tun wir in den nun folgenden Abschnitten. Ein Grundlagenverständnis der Technik, das über die Sicherheit in deinem Reisefahrzeug entscheiden kann, ist deshalb besser als jeder Online-Konfigurator.

Kabelquerschnitt berechnen – Videoerklärung

Soweit noch einmal die bisherigen Schritte – erklärt von tiger Martin.
Vergiss nicht, dir gleich darunter noch die Korrekturschritte anzuschauen!

Korrekturschritte nach Kabelquerschnitt berechnen

Keine Sorge: Mit der Rechnung, die wir erstellt haben, ist alles in Ordnung und das Kabel von 1,5 mm² für die USB-Steckdose passt.

Es gibt jedoch noch zwei Schritte, die du beachten solltest.

Temperatur VS. Stromtragfähigkeit

Die Temperatur hat einen großen Einfluss darauf, wie viel Ampere Stromdurchfluss ein Kabel gefahrlos aushalten kann. Um herauszufinden, ob wir mit dem oben ausgerechneten Kabelquerschnitt auf der sicheren Seite sind, schauen wir zunächst in eine Stromtragfähigkeitstabelle, die uns die gewünschten Angaben liefert. Die komplette Tabelle kannst du hier anschauen und herunterladen.

Bei einem Kabel von 1,5 mm² ist laut Tabelle eine Stromtragfähigkeit von 24A bei 30°C und von 17A bei 50°C angegeben. Bei unserem errechneten Maximalstrom von 2,24 A sind wir damit bei Weitem im grünen Bereich.

Kabelquerschnitt vs. Kabel-Verlegeart

Tatsächlich macht es einen großen Unterschied, ob ein Kabel für sich allein irgendwo langläuft oder mit einigen anderen zusammen in einem Kabelkanal verlegt wird. Kabel werden warm und sind sie zu einem dicken Bündel zusammengefasst, wird es natürlich vor allem für die innenliegenden schwieriger, die Wärme loszuwerden.

Es gilt:
Je dicker das Bündel, desto größer das Temperaturproblem – logisch.

In deinem Camper macht es selbstverständlich durchaus Sinn, mehrere Kabel zusammenzufassen und schön geordnet durchs Fahrzeug zu führen. Wie sich dies auf die Stromtragfähigkeit unseres 1,5 mm² Kabels auswirkt, sehen wir in einer weiteren Tabelle, die du ebenfalls unter dem Downloadlink weiter oben findest.

In der Tabelle finden wir die Information, dass z.B. bei acht Kabeln in einem gemeinsamen Kabelkanal, die Stromtragfähigkeit der einzelnen Leitung um den Faktor 0,5 kleiner wird. Das bedeutet ein Kabel, das mit sieben anderen zusammen in einem gemeinsamen Kabelkanal verläuft, nur noch halb so viel Strom aushalten kann, als wenn man es frei verlegen würde.

In unserem Beispiel mit der USB-Dose heißt das allerdings: Selbst bei 50°C Umgebungstemperatur könnte das Kabel immer noch in einem Achter-Bündel im Kabelkanal verlaufen, denn es schafft alleine bei dieser Temperatur noch 17 A und die Hälfte von 17 ist 8,5, was immer noch wesentlich mehr ist, als unsere maximalen 2,24 Ampere.

Da die Auswirkungen von Verlegeart und Umgebungstemperatur jedoch keineswegs zu vernachlässigen sind, wollen wir uns noch ein anderes Beispiel anschauen.

Beispiel: Kabelquerschnitt bei leistungsstarkem Inverter

Große Inverter beispielsweise, die man etwa zum induktiven Kochen oder für den Betrieb eines starken Föhns braucht, ziehen ganz schnell mal 180 Ampere. Solche Stromstärken sind im 12 Volt System schon eine ganz schöne Belastung und auch mit entsprechender Hitzeentwicklung verbunden.

Unter Berücksichtigung des Spannungsabfalls von max. 2% benötigen wir laut Formel ein Kabel von 14,5 mm² und runden auf 16 mm², also die nächste kaufbare Größe auf.

Ein Blick auf die Stromtragfähigkeitstabelle offenbart uns nun Folgendes:

Ein Kabel mit 16 mm² darf bei 30°C Umgebungstemperatur nur mit maximal 98 Ampere belastet werden. Das liegt WEIT unter den von uns benötigten 180. Steigt die Umgebungstemperatur weiter an, wird die Belastungsfähigkeit natürlich noch weiter sinken. Mit dem nach obiger Formel berechneten Kabelquerschnitt kommen wir also absolut nicht hin.

Laut Tabelle müssen wir für 180 Ampere Stromdurchfluss bei 30°C Umgebungstemperatur einen Kabelquerschnitt von mindestens 50 mm² verlegen. Mit einer maximalen Stromtragfähigkeit von 198 Ampere bei 30 Grad, ist aber auch nicht mehr viel Temperaturspielraum nach oben, weshalb wir in diesem Fall definitiv dazu raten, eine Schippe draufzulegen und das nächstgrößere Kabel zu verwenden. Wir sind nun bei einem Querschnitt von 70 mm², womit das Kabel 245 Ampere bei einer Temperatur von 30 Grad verkraftet. Erst jetzt sind wir bei einem sicheren Wert.

70mm² Kabel – in den Kabelkanal?

Bist du in deinen Berechnungen bei solchen Kabelstärken angekommen, erübrigt sich der Blick in die Verlegearttabelle. Ein Kabel dieses Querschnitts darf nicht zusammen mit anderen Kabeln verlegt werden, damit diese sich nicht gegenseitig erwärmen und die Stromtragfähigkeit sinkt.

Korrekturschritte – in welchen fällen wahrscheinlich notwendig

Kabel führen Wärme über ihre Oberfläche ab. Weil wir nun aber gerade Kabel, über die sehr viel Strom fließen soll, möglichst kurz halten wollen, wird dies zu einem Nachteil für die Wärmeabgabe.

Denke also vor allen bei leistungsstarken Verbrauchern, die zur Vermeidung eines großen Spannungsabfalls nahe an der Batterie verbaut werden, nach dem Berechnen des Kabelquerschnitts noch daran, in die beiden Tabellen zu schauen. Erst sie können dir zweifelsfrei sagen, ob das Kabel auch unter diesen Gesichtspunkten noch ausreicht und eine Brandgefahr damit ausgeschlossen werden kann.

Korrekturschritte – im video erklärt von tiger Martin

Zusammenfassung Schritt für Schritt:

1. Lade dir die beiden Tabellen herunter – wenn noch nicht oben geschehen, hier nochmal der Link.

2. Den Kabelquerschnitt berechnen, wie im ersten Teil des Artikels besprochen.

3. Den errechneten Querschnitt überprüfen – hält er bei der gewählten Verlegeart und 50° C noch durch?

Fazit

Den Kabelquerschnitt berechnen ist gar nicht schwer, meist ist man mit einer einzigen kleinen Formel schon am Ziel. Und gerade weil es so einfach ist: Vertraue Online-Rechnern erst, wenn du wenigstens ein oder zweimal stichprobenartig kontrolliert hast, dass diese keinen Quatsch ausrechnen.

Denke bei leistungsstarken Verbrauchern auch unbedingt daran, dass die Formel zum Kabelquerschnitt berechnen nur die halbe Wahrheit sein könnte. Ein Blick in die Stromtragfähigkeitstabelle und die Berücksichtigung der Verlegeart sind hier Pflicht, um die Gefahr von Kabelbränden zu vermeiden.

Damit im Zweifel auch wirklich die Sicherung durchbrennt und das Kabel hält: Verpasse nicht unseren Artikel zur Sicherungsdimensionierung, der in Kürze erscheint!

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Victron Energy Smart Batterie – wie lange lagern, wann laden

Victron Energy Smart Batterie –
wie lange lagern, wann laden

Du hast eine Victron Energy Smart Batterie für dein Reisefahrzeug gekauft, aber noch nicht eingebaut?

Hier erfährst du: Wie du herausfindest, ob sie ohne Probleme noch länger gelagert werden kann, oder sie dringend mal geladen werden müsste, um keinen Schaden zu nehmen.

NICHT EINGEBAUTE VICTRON ENERGY SMART BATTERIE LADEN:
WAS DU BRAUCHST

Je nach Vorgehen, benötigst du

  • ein Android oder iOS Smartphone mit der Victron Connect App.
  • ein Multimeter
  • ein normales 12V (Auto)Batterieladegerät

Lade die Victron Connect App direkt herunter:

Batteriespannung kontrollieren und beurteilen

Installiere die App und verbinde dich mit der /den Batterie/n.

Du kannst nun in der App die einzelnen Zellspannungen sehen. Solange keine der Zellen unterhalb von 2,9V liegt, ist alles okay. Wenn du regelmäßig alle paar Wochen mal kontrollierst, wirst du feststellen, dass die Spannung nur sehr langsam sinkt. Also keine Panik bei 3V.

Sollte 2,9V angezeigt werden, wird es auf jeden Fall Zeit sich Gedanken darum zu machen, wie die erste Ladung bewerkstelligt werden kann.

Bei 2,8V solltest du dich JETZT ums Laden kümmern, bei 2,5V … ist es allerhöchste Eisenbahn! Deine Batterie kann ansonsten bleibende Schäden erleiden.

Victron Connect App

BATTERIE LADEN – SO GEHT’S

Das Beste wäre, einfach dein System nach Plan in dein Reisefahrzeug einzubauen und die Batterie dort zu laden. Wenn das noch nicht möglich ist, gibt es zwei Varianten.

Variante 1:
Das Sicherste und Beste wäre, du installierst alle Komponenten zum Laden nach Plan provisorisch. Hast du ein tigerexped power pro System, kannst du das ganz einfach anhand der Schaltplanteile Speicher & 230V machen. Alle anderen Komponenten kannst du weglassen, die beiden genannten Teile müssen jedoch vollständig installiert werden.

Variante 2:
Bei diesem alternativen Vorgehen musst du den Ladevorgang im Auge behalten, denn du umgehst die Schutzschaltung der Batterie, somit kann sie sich nicht vor Überladung schützen! Verwende hierzu ein Multimeter, das standardmäßig zum Umfang deines Werkzeugs für die Installation gehören sollte. Wenn nicht, ist spätestens jetzt der Moment gekommen sich eins zu besorgen.

Zum Laden selbst, kannst du ein beliebiges 12V (Auto)Batterieladegerät verwenden.

Als erstes schließt du Ladegerät und Multimeter an deine Batterie an. Dann schaltest du das Multimeter auf Gleichspannungsmessung (Volt DC), dies sollte jetzt in etwa denselben Wert anzeigen wie die Spannung in der App – in diesem Beispiel 12,8V.
Wenn deine Einzelzellen nur noch 2,5V haben, zeigt dein Multimeter jetzt 10V.
Multimeter, Lifepo4 Batterie, Ladegerät verbinden

Victron LiFePo Batterie laden
Ladegerät an Victron LiFePo Batterie anschließen

Jetzt kannst du das Ladegerät in Betrieb nehmen und beobachten, wie die Spannung (sehr) langsam steigt – ja, spannend ist das auch, aber wir meinen hier natürlich die Spannung in Volt am Multimeter.

Ab diesem Zeitpunkt musst du regelmäßig die Spannung kontrollieren. Wenn die Spannung am Multimeter ca. 13-13,2 Volt erreicht hat, beende den Ladevorgang.

Nun kannst du deinen Akku wieder einige Zeit lagern. Kontrolliere in regelmäßigen Abständen die Zellspannung und wiederhole den Vorgang wenn nötig.


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Zum Start decken wir bereits von starren Rahmenmodulen, über super flache Speziallaminate bis hin zu faltbaren Taschen, das gesamte Anwendungsspektrum und damit die Bedürfnisse von Vanlife-Camper bis hardcore Expeditions-LKW ab.

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Aus diesem Grund haben wir Solarpanels und -taschen nach unseren eigenen Spezifikationen herstellen lassen. Das Konzept beruht dabei auf einer höchstmöglichen Energieausbeute, die zudem unter ungünstigen Umständen wie etwa

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  • bei Dämmerung
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Das Spektrum verschiedener Lichtwellen, die von der Sonne zur Erde geschickt werden ist groß. Es umfasst kurzwellige, mit einer Frequenz von weniger als 1 millionstel Millimeter, bis hin zu sog. Radiowellen mit 10 cm Wellenlänge.

Genauso, wie wir von diesem Spektrum nur einen kleinen Teil in Form von Licht sehen können, kann auch nur ein kleiner Teil davon genutzt werden, um elektrische Energie in Solarzellen zu erzeugen.

Die von uns verwendeten Sunpower Maxeon Gen. III Zellen schaffen es, einen breiteren Wellenbereich als üblich zur Energieproduktion einzusetzen und damit auch zum Beispiel das Licht der Dämmerung noch besser zur Gewinnung von Strom zu verwenden.

Mikrolinsen für geringere Reflektion

Entscheidend für die Energieausbeute durch ein Solarmodul ist auch der Sonnenstand, also der Winkel, in dem die Lichtwellen auf das Panel treffen. Ist der Sonnenstand ungünstig (flacher Winkel), wird ein großer Teil des an sich nutzbaren Lichtspektrums von der Oberfläche des Panels reflektiert und kann nicht zur Gewinnung von elektrischer Energie genutzt werden.

Die Oberfläche unserer „black tiger sf“ Solarpanele und „tiny tiger“ Solartaschen ist aus diesem Grund mit Mikrolinsen ausgerüstet, die durch ihre Wölbung auch schräg einfallendes Licht besser einfangen können. Statt reflektiert wird es gebündelt und auf die Solarzelle geleitet.

Weniger Schmutzanfällig durch ETFE

Unter Dreck ist es dunkel. Klar, Lichtwellen ist es nicht möglich, durch Verschmutzungen hindurch auf eine Solarzelle vorzudringen, weshalb diese also immer mal wieder gereinigt werden müssen, um Leistung bringen zu können.

Zur Verbesserung unserer Module haben wir für ihre Oberfläche einen besonderen Kunststoff ausgewählt: ETFE. Dieser besitzt ähnliche Eigenschaften wie eine Teflonbeschichtung in der heimischen Bratpfanne, wodurch weniger Schmutz an der Oberfläche haften und der Stromertrag länger hoch bleibt. Insgesamt muss das Modul auf diese Art und Weise seltener gereinigt werden – wer putzt schließlich schon gerne ständig das Dach.

Wenn putzen nicht mehr zu vermeiden ist, sorgt die Antihaft-Oberfläche jedoch dafür, dass die ungeliebte Arbeit ohne Mühe und Schrubben von der Hand geht und so die Oberfläche nicht sinnlos zerkratzt werden muss.

Nebenbei bemerkt ist ETFE außerdem noch lichtdurchlässiger als andere Kunststoffe und extrem hitzebeständig.

Größere Widerstandsfähigkeit

Solarzellen sind normalerweise wenig flexibel, sie brechen oder reißen schnell. Vor allem bei der Montage auf Fahrzeugen kann das zum Problem werden, denn die Module werden durch die ständige Bewegung und Vibration stark beansprucht, heftige Temperaturwechsel verstärken das Problem.

Um mechanischen Schäden vorzubeugen sind unsere Zellen deswegen besonders dünn gehalten, was sie in gewissem Maße flexibler und robuster macht.

Zudem erfolgt die Abnahme der Leistung (die sogenannte Kontaktierung) durch eine vollflächige Kupferschicht auf der Rückseite. Das bedeutet zum einen weniger verdeckte Fläche auf der Vorderseite, zum anderen aber auch eine größere Ausfallsicherheit, sollten tatsächlich Mikrorisse entstehen. Bei herkömmlichen Kontaktierungen ist bei Beschädigung einer einzelnen Zelle oder eines Zellbereiches oft das ganze Modul in Mitleidenschaft gezogen, was zum kompletten Ausfall der Leistung führen kann.

Durch die verbesserte Leistungsabnahme, bleibt unser Gesamtmodul bei Beschädigung einzelner Zellen in Funktion.

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Temperaturkoeffizient – Beim Berechnen der Solaranlage unbedingt beachten!

Temperaturkoeffizient – Beim Berechnen der Solaranlage unbedingt beachten!

Für optimale Effektivität der Anlage, ist der Wirkungsgrad üblicherweise das Hauptkriterium beim Kauf von Solarmodulen. Der Temperaturkoeffizient ein weiterer wichtiger Faktor. Wir klären hier warum und wie dich das betrifft.

Temperaturkoeffizient – Was sagt dieser Wert eigentlich aus

Ein Temperaturkoeffizient oder Temperaturbeiwert sagt aus, wie sich eine physikalische Größe bei Temperaturänderungen gegenüber einer Referenztemperatur verhält. Simpel ausgedrückt heißt das in unserem Fall:

Solarmodule können bei Kälte besser arbeiten als bei Hitze. Am meisten holst du deswegen aus einem Modul heraus, wenn es nicht nur in optimaler Ausrichtung und Winklung zur Sonne steht (und schön sauber ist) und dabei auch noch tiefe Temperaturen herrschen. Wird es durch die Sonne erwärmt, sinkt der Solarertrag je mehr die Temperatur steigt.

Aus diesem Grund werden Module unter Laborbedingungen bei einer festgelegten Temperatur getestet. Qualität und Leistung werden so wesentlich einfacher vergleichbar, wie bei Preisangaben im Lebensmittelbereich, die sich nicht auf irgendwelche krummen Gewichte, sondern z.B. auf 1 kg oder 1 L beziehen. Bei Solarmodulen bezieht sich diese gemeinsame Einheit also auf Grad Celsius, der Wert ist auf +25 festgelegt. Du findest auf dem Datenblatt deshalb die Angabe „gemessen bei 25° Celsius„.

Mit einem besseren oder schlechteren Temperaturkoeffizienten verlierst du bei einer Erwärmung der Module entweder mehr oder weniger Leistung pro steigendem Grad Celsius.

Wie viel Leistung verliere ich bei Hitze konkret

Der Temperaturkoeffizient liegt üblicherweise bei -0,4 bis -0,5%. Das bedeutet: Pro Grad Celsius fällt die Stromausbeute deiner Solaranlage um diesen Faktor.

Bei einer Erwärmung der Module von den standardmäßigen 25 auf 26 Grad ist das kein nennenswerter Unterschied. Bei einem warmen Sommerurlaub im Süden bleibt es allerdings selten bei solchen Temperaturen auf dem Autodach. Die Temperatur auf den Solarmodulen kann hier ohne Probleme 70 Grad erreichen – und wir sind bei einer Differenz von 45 Grad zur Referenztemperatur!

Erwärmt sich also ein 330 Watt Solarmodul mit einem Temperaturkoeffizienten von -0,5% von 25 auf 70 Grad, haben wir eine Einbuße von 74,25 Watt. Die Modulleistung liegt dann nur noch bei 255,75 Watt.

Verbesserer Temperaturkoeffizient

Hochleistungszellen mit verbessertem Temperaturkoeffizienten können die Verluste durch Hitze reduzieren.

Bei einem Modul mit einem Temperaturkoeffizienten von -0,29%, wie unseren black tiger 100 und 180 Wp mit zusammen 360 Wp (um einen ähnlichen Wert zu vergleichen), sinkt die Leistung somit bei gleicher Erwärmung nicht auf 279 Watt, sondern nur auf 313 Watt! Das macht ein fettes Stromplus in deinen Batterien!

black tiger Hochleistungs-Solarmodule gibt es übrigens in vielen Sonderformaten für optimale Dachflächennutzung – sogar neben Dachfenstern.

Temperatur bei vollflächig verklebten Paneelen

Oft hört man, dass Module, die flach verklebt werden können, wie unsere semiflexiblen black tiger sf, nicht so viel Leistung brächten, wie gerahmte Glasmodule. In Wahrheit sind sie aufgrund ihrer Bauart keineswegs weniger Leistungsfähig. Die bei uns angebotenen Modelle besitzen etwa den gleichen Wirkungsgrad und die gleiche maximale Leistung. Aufgrund der fehlenden Unterlüftung und der flächigen Verklebung auf dem Autodach, erhitzen sie sich allerdings schneller, als Module, die ringsum gut belüftet auf Trägern montiert sind.
Für vollflächig verklebte Solarmodule ist der Temperaturkoeffizient also umso wichtiger.

Wie dimensionierst du deine Solaranlage also richtig

Entscheidend ist, dass du die Anlage deines Campers für „den Winter“, also schlechte Sonneneinstrahlungswerte optimierst. Berechnest du den Bedarf so, dass es bei bestem Sommerwetter grade so passt, wird dir der Temperaturkoeffizient unter Umständen einen Strich durch die Rechnung machen, sofern du ihn nicht von vornherein mit einbezogen hast.

Optimierst du dagegen auf schlechte Werte mit kurzen Tagen und flach stehender Sonne, wirst du im Sommer kein Problem haben. Mit besserem Wetter hast du in diesem Fall eh genug, wenn nicht sogar zu viel Strom und der Temperaturkoeffizient kann dir damit (fast) egal sein.


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